Abrahamitischer Threesome in Bärlin: Ruined Orgasm vorprogrammiert?

In der FAZ vom 02. November des laufenden Jahres stellten Reinhard Bingener und Daniel Deckers ein ambitioniertes interreligiöses Projekt aus der Hauptstadt in einem seitenfüllenden Artikel vor. Unter der Headline „Religion der Mitte“ posaunte es volltönend:

„Das gab es noch nirgends: eine Kirche, eine Moschee und eine Synagoge in einem Gebäude. In Gottesfragen geht Berlin auch anderswo neue Wege.“

Bei näherer Betrachtung sind, vor allem was den Islam anbelangt, die Details dann aber doch schon im Vorfeld reichlich ernüchternd:

im Herbst 2023 soll das „House of One“ stehen und sollen Besucher von der 44 Meter hohen „Stadtloggia“ aus auf die Umgebung blicken können. Bund, Land und private Mäzene fördern den Bau, der 44 Millionen Euro kosten soll. Noch fehlen rund 15 Millionen. Im März warf der Rückzug der Unternehmerin Catherine von Fürstenberg-Dussmann aus dem Stiftungsrat ein Schlaglicht darauf, wie konfliktträchtig „House of One“ ist. Die Unternehmerin ärgerte sich darüber, dass von muslimischer Seite nur das „Forum für interkulturellen Dialog“ beteiligt ist, das der Gülen-Bewegung nahesteht. Die Zerstrittenheit der islamischen Welt und die türkische Innenpolitik schlugen damit voll auf das Projekt durch. „Egal wer unser Partner wäre, immer fühlte sich jemand ausgeschlossen“, sagt Pfarrer Gregor Hohberg, der dem Stiftungsrat vorsitzt. Gespräche mit der islamischen Welt gestalteten sich derzeit schwierig, ist zu hören.

So so, an der „Zerstrittenheit der islamischen Welt“ hapert es also beim lessingschen Ring-el-piez der Religioten und nicht etwa daran, dass sich diese in ein paar entscheidenden Punkten über alle Lager hinweg einig ist? Dass sich wirklich niemand außer dem Gülle-Wischi-Waschi-Forum hergibt, klingt dem Erzähler stark nach Letzterem.

Eingebettet in die historische Einleitung des Artikels ist ein Zitat des „Alten Fritz“, das so manch kackservativem Deutschtümler, der sich nach den guten alten Zeiten zurücksehnt, zu denken geben sollte:

Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie bekennen, ehrliche Leute sind, und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.

Na, hört sich das nicht beklemmend aktuell an? Nur das mit der Angst, die noch nie ein guter Ratgeber gewesen wäre, das hat er wohl vergessen.

Viele Jäganer sind des Dürer-Hasen Tod

Man lernt anscheinend ebensowenig aus, wie man aus dem Staunen herauskommt.

Im Feuilleton der FAZ vom Mittwoch, dem 25. September, reflektierte eine Wiebke Hüster anlässlich des tagesaktuellen Waldgipfelchens in Berlin unter „Letzte Hilfe für Waldbewohner“ das Verhältnis der weißdeutschen Köter zum Wald und seinen Bewohnern und den Streit der verschiedenen Interessengruppen um die Frage des angemessenen Umgangs mit dieser Rezurze und ihrer Nutzung:

Wem gehört die Natur? Wer kümmert sich um sie und wie? Oder muss man sie nicht gebietsweise sich selbst überlassen und Urwälder zulassen, wo eben noch Fichten geschlagen wurden? Soeben hieß alles noch Wald, so, wie wir in der Regel „Afrika“ sagen, als ginge es stets um den ganzen Kontinent, nicht um einzelne, ganz verschiedene Staaten. Jetzt heißt das „Monokultur“ und beim Herzschlag-des-Baumes-Förster Peter Wohlleben „Holzplantage“.

Und weiter:

Das Sein bestimmt das Bewußtsein. Damit sich das besser anfühlt, sollen wir nur noch mit Peter Wohlleben auf Zehenspitzen in den Urwald schleichen, um in den Herzschlag eines Baumes einzuschwingen und ein paar Zweige aus der Apotheke des Waldes mitzunehmen? Umgekehrt gibt es Vegetarier, die einen Jagdschein machen, um sich wildbiologisch fortzubilden, und anschließend forschen, um medizinisch wirksame Rezepte entwickeln, wie man Arthrose mit Tiertalgsalbe mildert und welchen Balg aufzulegen die Schmerzen lindert. Jäganer genannte Vegetarier, die finden, dass man Wild essen darf, und die das tun.

Möhnntsch Wiebke, dassis ja n Ding: Vegetarier mit Jadschein, die die Versorgung ihrer jäganerischen Gesinnungsgenossen sicherstellen? Na, bei solch komischen Heiligen ist es zumindest kein Wunder, dass der Veganismus boomt! Oder kann es sein, dass das satirisch von dir gemeint war, Wiebke? Bist du vielleicht gar einem Hoax aufgesessen? Gut, wenn man zurückblickt, was sich schon alles an Milch-, Eier- und Fischfressern als „Vegetarier“ mit entsprechender Zusatzqualifikation bezeichnet hat, ganz abgesehen vom föhrenden VegetARIER, der in realiter sich durchaus Brathenderl und ähnliche Deftigkeiten schmecken ließ, brauchen einen die Jäganer auch nicht mehr zu wundern, Tim „I PENETRATE everything that moves“ Wells, Bowhunter, ist demnach also aktuell unangefochtener Jäganerkönig:

Cut Em Down, The most amazing primitive kill shots ever captured“: Wie der selbsterklärte Oberpenetrator mit seinem High-Tech-Pfeil den Truthahn enthauptet und den Grizzly flachlegt, ja, das hat schon was.

Gut, auch wenn man bei der Lektüre dieser zeitgeistigen Unglaublichkeiten unwillkürlich mehr an die umgangssprachliche Doppelbedeutung des Begriffs „Jagdschein“ denkt als an die Jagd selbst, so ist doch aus ernährungsphysiologischer Sicht nichts dagegen einzuwenden, seinen Fleischanteil mit Wild zu decken, mehr „Bio“ geht schließlich nicht, insbesondere sollte man das natürliche Omega3/Omega6-Profil bei Wild bedenken, das bei getreidegemästetem Vieh mit seinem Übermaß an Omega6 völlig verkehrt ist, wobei aber, was ebenso mit „Kraftfutter“ und Getreide gepäppelten Gatterhirsche betrifft, durchaus Zweifel angebracht sind.

Eine solche Ernährungsweise ginge aber, insbesondere wenn dazu noch auf Getreideprodukte und sonstige glykämisch hochbeladene Nahrungsmittel weitgehend verzichtet wird, eher in Richtung Paleo/Low Carb oder wie man das sonst noch nennen mag – nur, das noch mit „Vegetarismus“ zu labeln, das sagt einiges aus über die um sich greifende geistige Verwahrlosung, inklusive der FeuilletonistINNEN, die das unhinterfragt übernehmen, wenn man auch der Wiebke eventuell noch zugestehen könnte, dass sie den Schwachsinn einfach für sich sprechen lassen wollte, ihr Artikel hat schließlich einen leicht spöttischen Tenor. Allerdings ist die Bereitschaft des Erzählers, den Qualitätsmedien irgendwelche Zugeständnisse zu machen, aus dem der hiesigen Elite-Leserschaft kaum erklärungsbedürftigen Gründen, gegen Null gesunken, und auch der Feuilleton ist davon nicht ausgenommen.

Manchmal, aber nur manchmal, finden sich jedoch im Feuilleton der FAZ – die der Erzähler, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, im Doppelverdienerhaushalt nicht abzubestellen befugt ist – dann doch noch wahre Perlen, die einen für manches „ein Stück weit“ entschädigen, wie der Erzähler demütig einräumen muss! So wie am 28. September des laufenden Jahres, als sich ein Stefan Trinks, anlässlich einer Ausstellung in der Wiener Albertina, mit dem „Maler des Mikrokosmos“, Albrecht Dürer, befasste und mit für den Erzähler völlig neuen Perspektiven auf das Werk dieses Meisters aufwarten konnte, die hier mit der Elite-Leserschaft geteilt werden sollen. Zur Einführung diente dem Autor eines der bekanntesten, wenn nicht das bekannteste Werk Dürers, seine realistische Darstellung eines Feldhasen:

Dürers Hase, in dessen Augen, bzw., auf jäganisch, „Sehern“, sich die Werkstattfenster spiegeln!
Bild: Wikimedia

Ein Pelzknäuel in Habachtstellung, Albrecht Dürers „Feldhase“ von 1502 ist ein Flummiball voll gespannter Energie; jeder Muskel aufs Äußerste angespannt, die riesigen Löffel ebenso aufgestellt wie die mikrometerfeinen Härchen auf ihnen, aus den Vorderläufen springt je eine überlange Kralle hervor, die Augen – übrigens mit einem Fensterkreuz in der gut sichtbaren Reflexion, das auf eine Ateliersituation mit nicht mehr lebendem Tier deutet und nicht auf eine Momentaufnahme in freier Wildbahn – nehmen uns konzentriert und keineswegs freundlich in den Blick. Die überlangen Schnurrbarthaare sind seismographisch nach allen Richtungen hin in seiner Umwelt ausgestellt. Vor allem aber dieses Fell: Das gesamte Lebewesen ist eine einzige Studie über die unterschiedlichsten Erscheinungsformen von Pelz.

Ja, in der Schule wurde uns mal gelehrt, Dürer habe den Hasen lebend auf dem Markt gekauft um ihn dann, dank seines Genies, auch in diesem Zustand so lebendig, „nach der Natur“, wiedergeben zu können und danach in die Pfanne zu hauen oder gar barmherzig in die Natur zu entlassen. Die Einführung hier deutete jedoch bereits an, dass die Realität wohl eine andere war, was elementar sei, wolle man die Arbeitsweise Dürers begreifen:

Nicht naturalistisch betrachtet, wie immer wieder behauptet, vielmehr, ebenso wie Dürers Rhinozeros, in unterschiedliche Kompartimente aufgeteilt und unter voneinander stark abweichenden Lichtsituationen untersucht, betritt dieser Hase die Kunstgeschichte. Das Brustfell hat eine andere, wesentlich weichere Konsistenz als dasjenige der Hinterläufe, der Flanken oder insbesondere der Ohren; die Lichtsetzung ist bei genauem Hinsehen auf allen beschriebenen Patien höchst unterschiedlich, und so wirkt auch der nach rechts fallende Schatten im ansonsten völlig leeren Weiß des Papiers wie ein ostentativer Hinweis darauf, dass Dürer hier mit dem größten Hasenmaler des Altertums aufnehmen will, dem in Nürnberger Humanistenkreisen wohlbekannten Polygnot. Wie bei all seinen Sujets zergliedert er dabei den Bildgegenstand in Autopsie und setzt ihn im Atelier penibel wieder zusammen, was sich bis zu dem erst postum 1528 veröffentlichten „Buch von menschlicher Proportion“ zieht, in dem er auch Männlein und Weiblein in Modulbauweise ausmisst und zergliedert.

Dies habe eine völlig neue Herangehensweise in der bildenden Kunst dargestellt:

Dürer ist der erste, dem es in der Darstellung des Feldhasen nicht um das Tier geht, sondern um das Fell. Über die Examination der äußeren Erscheinung will er dem Wesen des Tieres auf die Schliche kommen.

Naja, das könnte man aber auch so verstehen, dass es Dürer sehr wohl um das Tier ging, wenn er vom Äußeren her dessen Wesen erschließen wollte! Aber halten wir uns nicht an kleineren Widersprüchlichkeiten auf, der Autor führt ein weiteres Beispiel an, in dem das Fell im Fokus steht:

Das Fell als Material und eigentliche Aussage eines ganzen Bildes erscheint abermals – ironischerweise im Medium des Selbstporträts: Auf seinem Münchner Selbstbildnis aus dem Epochenentscheidungsjahr 1500, das leider nicht mehr ausgeliefert wird und immer wieder falsch gedeutet wurde als anmaßende weil christusgleiche Ikone, zeigt er sich mit deutlichem Silberblick, golddurchwirktem Haar und prächtigem Mantel und noch kostbarerem breiten Pelzbesatz auf dem Revers. Es gibt schlicht keine Christus-Ikone mit Schieleblick, goldenen Strähnen im Haar oder gar einem derart luxuriösen, vor allem ganz und gar bürgerlichen Mantel.

Dabei wäre hier Dürer, in anderer Hinsicht, durchaus anmaßend gewesen, geradezu quasi-revolutionär, wie der Autor herausarbeitet:

Eine Anmaßung steckt aber in der Tat in diesem, denn Dürer zeigt sich hier – wie Kürschner bestätigten – mit dem Fell eines Rückenmarders, dass der Nürnberger Kleiderordnung zufolge bei Androhung hoher Gefängnisstrafen nur den adeligen Patriziern des Stadtrats zustand. Der selbstbewusste Meister malt sich also über das damals für jedermann lesbare Indiz des Pelzes in eine soziale Stellung hinein, die er erst Jahre später erreichen sollte.

Wobei: ein „ganz und gar bürgerlicher Mantel“ als Kennzeichen „adliger Patrizier“? Aber lassen wir diese erneute Schwammigkeit liegen und folgen dem Autor weiter zum dürerschen Rasen- und Meisterstück als weiterem Zeugnis für Dürers Blick, der den Gegenstand der Betrachtung erst seziert und zergliedert, um ihn dann neu zusammenzusetzen:

Pflanzensoziologie des Meisters

Ebenso wie sich der Pelzbesatz auf dieser hypertrophen Selbsterforschung im Spiegel merkwürdig isoliert vom Rest des Körpers abhebt, steckt Dürer auch in diesem frappierenden „Großen Rasenstück“ in Wien jede einzelne Pflanze separat wie Ikebana in das Substrat – beäugte er schon den toten Feldhasen auf seinem Tisch im bis heute erhaltenen Nürnberger Künstlerhaus, grub er auch die Grassode im Umland aus und brachte sie stolz zur genaueren Analyse ins Atelier. Er gibt die unterschiedlichen Formen ihrer Wurzeln an, was bei einem echten Wiesenstück unmöglich wäre. Indem er uns auf Biene-Maja-Größe schrumpft, wirken die Pflanzen in Untersicht riesig wie ein dichter dunkler Wald, der kaum zu durchdringen scheint. Dennoch porträtiert er Löwenzahn, Spitzwegerich oder Gänseblümchen als Individuen in der gleichen Feinheit wie Patrizierbildnisse.

Der Autor schließt seinen Artikel mit einer Betrachtung von Dürers „Blaurackenflügel“ als nach seiner Auffassung bestem Beispiel für Dürers sezierenden Blick:

Brutal schön: Blaurackenflügel „ausgemessen, zergliedert und auf dem Papier zusammengesetzt“
Bild: Wikimedia

Am klarsten wird dieser reflektierte Einsatz der Mittel mit dazugehörigen Abgrenzungsproblemen der Gattungen voneinander am Beispiel des Flügels der „Blauracke“. Sei die ausgebreitete Schwinge auch noch so farbstrahlend – es handelt sich nicht um Malerei sondern um eine mit Farbe angefüllte, ultrafein aquarellierte Zeichnung. Jeder Flügelabschnitt ist klar konturiert und vom nächsten abgegrenzt und in seinen unterschiedlichen Bauweisen vom Flaum oben bis zur Steuer- und Schwungfeder charakterisiert. Selbst die beim Fangen des Vogels ausgebrochenen Federn rechts oben zeigt Dürer, als wolle er wie mit dem Papierschatten des Hasens darauf hinweisen, dass es eine gestellte Situation und „nur“ ein Bild sei. Es wirkt, als habe Dürer hier als mystischer Erfinder und zweiter Schöpfergott Daedalos den ultimativen Bauplan für die künstlichen Schwingen seines Sohnes Ikarus entworfen. Diese naturwissenschaftliche und juwelierhaft-filigrane Präzision – Dürers Vater war Goldschmied und der Sohn selbst Jahre bei ihm in der Lehre, eiferte ihm mittels Silberstift und Kupferstichgriffel zeitlebens nach – konnte die Italiener, deren Urteil Dürer viel bedeutete, nur befremden. Alle Übrigen, inklusive des Kaisers priesen ihn als neuen Apelles, als Wiedergeburt des größten Malers der Antike. Angesichts des unfassbar feinen Pelzes auf dem seit langem wieder einmal vom Prado ausgeliehenen „Bildnis eines bartlosen Mannes mit Barett“, der früher in Fellbraun den Fünfzigmarkschein zierte, zweifelsohne zu Recht.

Ja, ein insgesamt wahrhaft bildender und erbaulicher Artikel in einer Welt des immer hohler drehenden etablierten wie alternaiven Mainstreams, der dem Erzähler mit der Erinnerung an den „fellbraunen“ Fuffi sogar ein gelindes Schmunzeln entlocken konnte! Und die „Jäganer“ sollen sich vorsehen, denn auch ihre Tage sind gezählt, wie ein anderer Meister, nicht ohne ironisches Augenzwinkern und einer kleinen Spitze gegen das Religiotenum zu künden wusste:

Jans fühlte, daß es mit ihm aus war. Aber er kam doch noch vom Fleck und tauchte in der Dämmerung unter. Ihm war sehr schwach zumute, obgleich er gar keine Schmerzen hatte; nur das Laufen wurde ihm schwer und das Atmen. Er kam noch bis zu dem alten Steingrab auf dem Heidberg, und da wühlte er sich in den weichen Sand, lag ganz still und äugte nach dem hellen Sternenbilde, das über dem fernen Walde stand und ganz wie ein riesenhafter Hase aussah.

Als der Mond über den Wald kam, da hoppelte auch Ludjen Flinkfoot heran. Er hatte, so schwer es ihm bei seiner Angst auch wurde, seines Oheims Ratschläge befolgt und war gesund davongekommen. Der gute Junge war sehr betrübt, daß er ihn todkrank fand; er rückte dicht an ihn heran und wärmte den Fiebernden.

Als es vom Dorfe Mitternacht schlug, da wurden Mümmelmanns Seher groß und starr; er sah die Zukunft vor sich: »Der Mensch ist auf die Erde gekommen«, sprach er, »um den Bären zu töten, den Luchs und den Wolf, den Fuchs und das Wiesel, den Adler und den Habicht, den Raben und die Krähe. Alle Hasen, die in der Üppigkeit der Felder und im Wohlleben der Krautgärten die Leiber pflegen, wird er auch vernichten. Nur die Heidhasen, die stillen und genügsamen, wird er übersehen, und schließlich wird Mensch gegen Menschen sich kehren, und sie werden sich alle ermorden. Dann wird Frieden auf Erden sein. Nur die Hirsche und Rehe und die kleinen Vögel werden auf ihr leben und die Hasen, die Abkömmlinge von mir und meinem Geschlecht, Du, Ludjen, mein Schwestersohn, wirst den reinen Schlag fortpflanzen, und dein Geschlecht wird herrschen von Anfang bis Untergang. Der Hase wird Herr der Erde sein, denn sein ist die höchste Fruchtbarkeit und das reinste Herz.«

Da rief der Kauz im Walde dreimal laut: »Komm mit, komm mit, komm mit zur Ruh, zur Ruh, zur Ruhuhuhu!«, und Mümmelmann flüsterte: »Ich komme«, und seine Seher brachen.

Ludjen hielt die Totenwacht bei seinem Oheim; drei Tage und drei Nächte blieb er bei ihm. Als er aber nach der vierten Nacht zurückkam zum Hünengrab, da war der Leib seines Oheims verschwunden, und Ludjen meinte, die kleinen weißen Hasen wären gekommen und hätten ihn weggeholt zu dem Hasenparadiese, wo der große, weiße Hase auf dem unendlichen Kleeanger sitzt.

Reinke Rotvossens Vetternschaft aber wunderte sich, daß der alte dreibeinige Heidfuchs, der immer so klapperdürr war, seit einigen Tagen einen strammen Balg hatte. Er hatte seinen Freund Mümmelmann bestattet auf seine Art.

Hasendämmerung

Wenn nicht der Hase gleich den Spieß rumdreht, nicht wahr Mister Wells?!!

Lostige Bildquelle

Die Zukunft ist jetzt

Der Wind wühlt und rauscht im Blätterwald, die „zunehmende Verrohung der Gesellschaft“ bringt das Kronendach in Schwingung. Ob Polizist, Rettungssanitäter, Bahnschaffner, Pflegepersonal oder Angestellte im öffentlichen Dienst: alle klagen darüber, dass ihnen zunehmend wahre Wogen der Respektlosigkeit, wenn nicht der nackten Gewalt ins Gesicht klatschen. Erwartungsgemäß werden bei der Aufarbeitung dieses Themas und der Darstellung und Diskussion desselben in den Medien mittlerweile ganze rosa Elefantenherden im Wohnzimmer ignoriert: Ja, immer wieder Betrunkene, Drogenabhängige usw., klar die sind schnell mal gereizt. „Männer“ und, vor allem, „junge Männer“, seien ohnehin mit Vorsicht zu genießen, ganz egal mit welchem Hintergrund. Ansonsten wird alles vermieden, was eine Verbindung zwischen der bedingungslosen Massenimmigration entwurzelten Drittweltprekariats unter dem Asylticket sowie des schon lange vor 2015 laufenden Imports orientalischer Clanstrukturen und -Mentalitäten auch nur erahnen ließe, wir kennen das Spiel. Nun, es wird eben immer wilder und die große Angst alle jener Berufsgruppen und Amtsträger bestätigt letztlich das bittere Resümee eines Oberstaatsanwalts in der Qualitätssendung „Markus Lanz“ , dass „der strafrechtliche Rechtsstaat“ „in weiten Teilen nicht mehr funktionsfähig sei“. Momentan sind es die Beschäftigten des Ordungsamtes und der kommunalen Ordnungsdienste, bzw. deren Dienstherren, die in ihrer Ohnmacht Ausdruck verleihen, in dem sie lautstark nach der Taser-Elektroschockpistole verlangen:

Tja, aber da müssen sie nun mal durch, auch wenn zu erwarten ist, dass auch mal der Eine oder die Andere auf der Strecke bleiben wird, immerhin kann auch bei Taser-Treffern ein Möhnntsch das Zeitliche segnen und dieses „Einsatzrisiko“ ist nichts für Amtsfuzzis, schließlich trägt die Potzilei schon schwer genug daran. Bodycams dagegen, ja, das wär was. Die schrecken auch ab. Und mehr runde Tische, Sozialarbeit, Quartiermanagement und „Nachtbürgermeister“! Und bange machen gilt nicht, genießt einfach noch die ruhige Zeit, wo anders ist die Zukunft schon weiter, wie der Mannheimer Morgen vom 22. August des laufenden Jahres kündet:

Sicherheit: Südafrikanische Metropole Kapstadt von Bandenkriegen und Morden gezeichnet/ Überdurchschnittlich viele Tötungen

Militär muss Polizei unterstützen

KAPSTADT. Was tun, wenn das Vertrauen in die Polizei kollabiert und das Verbrechen überhandnimmt? In Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt kannten die Armen nach einem besonders blutigen Wochenende mit 73 Morden nur einen Ausweg: Die Armee muss her und Ordnung schaffen.

Ihr Hilferuf wurde aufgenommen vom Parlament. Seit Wochen patrouillieren dort in den sogenannten Cape Flats nun schwer bewaffnete Soldaten. Der Polizeiminister des Landes, Bheki Cele, wertete den im Juli begonnen Einsatz nur wenige Wochen später bereits als Erfolg. Etwa 800 gesuchte Kriminelle seien festgenommen, 45 Schusswaffen sowie zahlreiche Munition seien konfisziert und diverse Drogen sichergestellt worden.

Soldaten in Wohngebiete zu schicken sei keine Lösung in einer idealen Welt, sagte Cele – meinte aber auch: „Die Präsenz von Soldaten kann keine dauerhafte Lösung sein – wir bereiten uns auf eine Zeit vor, wenn die Polizei wieder übernehmen kann.“ Die für drei Monate entsandten Soldaten würden bei der Bevölkerung auf positive Akzeptanz stoßen.

Doch Johann Burger vom Institut für Sicherheitsstudien hat eine andere Sicht der Dinge: „die Entsendung der Armee ist das Eingeständnis der Regierung, dass das Polizeisystem in einer tiefen Krise steckt.“ Das lässt sich in der Tat bereits an den Zahlen der boomenden Sicherheitsindustrie in dem Kap-Staat ablesen. Wer es sich leisten kann, zahlt für seine Sicherheit durch eine private Firma. Die private Sicherheitsindustrie kommt auf etwa 500 000 aktive Mitglieder, die Polizei auf etwa 150 000″, sagt Sicherheitsexperte Burger, der von einem enormen Vertrauensverlust der Bevölkerung in ihre Polizei spricht. Er hält es daher auch durchaus für möglich, das die dreimonatige Entsendung der Armee noch mal verlängert werden muss.

(…)

Doch die bisherigen Bilanzen wirken nur wenig überzeugend. Anfang August wurden an einem einzigen Wochenende trotz der Armeepäsenz 47 Menschen umgebracht. Gut die Hälfte davon kam nach Behördenangaben durch Schusswunden ums Leben.

Es sind oft auch Beziehungstaten in einem Umfeld aus hoher Jugendarbeitslosigkeit und völlig zerrissenen Sozialstrukturen. Für viele Jugendliche ist die „Karriere“ in einer der vielen Banden oft der vermeintlich einzige Ausweg aus ihrer Misere. Sie heißen „Mongrels“ oder „Terrible Josters“, sind straff durchorganisiert und haben nach Angaben von Insidern mitunter Tausende von Mitgliedern.

Nach der letzten verfügbaren Polizeistatistik wurden in Südafrika in nur einem Jahr 20 336 Menschen umgebracht – im Schnitt sind das 57 Morde pro Tag. Zum Vergleich: In Deutschland gibt das Bundeskriminalamt die zahl der 2018 erfassten Fälle von Mord sowie Totschlag und Tötung auf Verlangen mit 2471 Fällen an. Die Zahl der Mordopfer lag bei 386 Toten.

***

Na, ihr Ordnungsämtler und sonstige Schwachnervler, da könnt ihr mal sehen, dass hier noch reichlich Luft nach oben besteht, auch wenn man schon lange genau das entwurzelte Ethnogemisch importiert, das am besten dafür qualifiziert ist, die Verhältnisse in Richtung Südafrika, einem ehemaligen First-World-Land weißer Prägung übrigens, zu drücken. Ja, bei „Beziehungstaten“, „Jugendarbeitslosigkeit“, „Zerrissenen Sozialstrukturen“ – da hört man doch schon förmlich den Ruf nach dem Sozialarbeiter, als ob sich damit die Zustände beheben ließen, die folgen, wenn BIG BAD WHITEY als Ordnungsfaktor kaltgestellt wird. Auch hier war keiner zur Stelle und so mussten die Möhnntschen das Zusammenleben mal wieder selbst regeln:

Kurzer Rock löst Schlägerei im Rheinpark aus

RP ONLINE

Duisburg. Im Rheinpark im Duisburger Stadtteil Hochfeld ist es zu einer Schlägerei zwischen zwei Besuchergruppen gekommen. Hintergrund waren laut Polizei „kulturelle Differenzen“.

Am Dienstagabend ist es gegen 20 Uhr im Rheinpark in Duisburg-Hochfeld zu einer Schlägerei gekommen. Hintergrund waren Polizeiangaben zufolge wohl kulturelle Differenzen hinsichtlich des Kleidungsstils einer der Beteiligten.

Der freizügige Kleidungsstil einer 50-Jährigen stieß demnach auf Unverständnis bei einem 20-Jährigen. Dieser fand den Rock der Duisburgerin zu kurz und soll sie laut Zeugenaussagen gefragt haben, warum sie ihre Beine derart präsentieren müsse. Die Frau wiederum war ebenfalls nicht einverstanden mit den kulturellen Gepflogenheiten des 20-Jährigen und seiner Bekannten: Sie soll sich lautstark darüber mit ihren Freunden gewundert haben, warum Frauen und Männer in der Gruppe getrennt sitzen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung kam es schließlich zur Schlägerei.

Die inzwischen von Zeugen alarmierten Polizisten konnten die Streitigkeiten schlichten. Außer einer ausgekugelten Schulter stellten die Beamten nur leichte Verletzungen fest. Insgesamt sollensechs bis acht Personen an dem Streit beteiligt gewesen sein. Die Polizei muss noch ermitteln, wer konkret in welcher Form an der Schlägerei direkt beteiligt war und wer nur Zeuge war. Die Ermittlungen wegen Beleidigung und Beteiligung an einer Schlägerei laufen.

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Ja ist das nicht rührend, wenn die Jogend das Alter zu Sitte und Togend gemahnt? Na, der Erzähler hätte, bei aller Demut, hier sexualpädagogisch interveniert und dem dominanten Junghengst schnell klar gemacht, dass er die zeigefreudige MILF-COUGAR gefälligst zünftig zu besteigen habe und zwar AUF DER STELLE, es kann ja nicht so weitergehen, dass man einerseits den Sittenwächter macht und dann wieder eifrig beim Grabschen, Notzüchtigen und in-die-Büsche-ziehen brilliert! Make LUV not Prügelattacke! Schauet die Bonobos! Gut, Spässeken, wir wissen ja, wie beides zusammenpasst und dass die Sexualschergen die ihnen zugewiesene Rolle bei der Implementierung einer islamoiden, doppelgesichtigen Sexualmoral bestens ausfüllen, obwohl da, so wie die Weiber diesen Sommer wieder unterwegs sind, noch viel Arbeit zu leisten ist. Aber wie man sieht, geht es voran, auch wenn so mancher immer noch die Nase rümpfen mag von wegen was das alles mit Kapstadt zu tun haben soll, das sich schließlich am andern Ende der Welt befände und hier wär Deutschland mit seinen Werten, dem Grunzgesetz und überhaupt! Nana, beim visionären Provinzblatt Mannheimer Morgen gibt es kein „Deutschland“ mehr, alles was über „Metropolregion“ hinausgeht, fällt in die Rubrik „Aus aller Welt“ und da findet sich gleich links unten, neben dem Artikel über Kapstadt noch eine Meldung, die wirklich ans Herz geht:

Kriminalität: Verdacht der Gruppenvergewaltigung

Jugendliche wechseln Schule

Mülheim/Ruhr. Im Fall der mutmaßlichen Vergewaltigung einer jungen Frau in Mülheim Anfang Juli wechseln nach Angaben der Stadt Mülheim „alle Beschuldigten“ die Schule. Sie würden nach den ferien nicht mehr ihre bisherigen Schulen besuchen, teilte Sprecher Volker Wiebels am Mittwoch mit.

Ermittelt wird gegen drei 14-Jährige. Sie stehen im Verdacht, die Frau am 5. Juli abends in einem Waldstück vergewaltigt zu haben. einer der drei soll die Frau bereits zuvor einmal vergewaltigt haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die drei Verdächtigen sind laut Polizei bulgarische Staatsbürger.

Zwei Zwölfjährige straffrei

Die Ermittlungsverfahren gegen zwei Zwölfjährige im Zusammenhang mit der Tat vom 5. Juli waren wegen deren gesetzlich festgelegter Schuldunfähigkeit eingestellt worden. Auch sie werden die Schule wechseln, teilte der Sprecher mit.

Die Bezirksregierung Düsseldorf kündigte an, das die verschiedenen Möglichkeiten geprüft würden, um für jeden Fall die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden und die Beschulung vorzubereiten.“ Das Jugendamt sowie der schulpsychologische Dienst begleiteten den Prozess und die Betroffenen.

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Ja, a little something for everyone, ihr schafft das.

Einfach rattig: Irre Gleichzeitigkeiten!

Mannheim

Innenstadt SPD-Unterbezirk verlangt von der Stadtverwaltung einen stärkeren Einsatz gegen die Nager

Rattenplage „einfach ekelhaft“

Archivartikel 31. August 2018

Innenstadt SPD-Unterbezirk verlangt von der Stadtverwaltung einen stärkeren Einsatz gegen die Nager…

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-rattenplage-einfach-ekelhaft-_arid,1307229.html

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Mannheim

Ratten Anlieger im Bereich Tattersallstraße/Willy-Brandt-Platz klagen über massive Probleme

Ratten am Willy-Brandt-Platz: „Wie in einem Horrorfilm“

Archivartikel 23. Juli 2019

Frank Joachim arbeitet bei der Bahn, manchmal fängt er sehr früh an. In jener Nacht ist es kurz vor drei Uhr, als der Heddesheimer in eine private Tiefgarage am Willy-Brandt-Platz will. Er steigt aus dem Auto und gibt den Zugangscode ein. Da huscht etwas an ihm vorbei. Joachim sieht drei Ratten, von denen zwei auf das Stoffdach seines Cabriolets springen. Dann fällt ihm der offene…

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-ratten-am-willy-brandt-platz-wie-in-einem-horrorfilm-_arid,1489124.html

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Mannheim

Notfälle Berufstierrettung Rhein-Neckar bietet fachkundige Hilfe bei verletzten Tieren / Feuerwehr unterstützt

Quieksende Ratte aus misslicher Lage befreit

20. August 2019

Da hat sich eine Ratte wohl zu viel getraut: Eines frühen Nachmittags blieb sie mit ihrem Schwanz in einer Mauerritze am Treppenaufgang am Stadthaus N 1 stecken. In dieser misslichen Lage quiekste sie Passanten um Hilfe an, doch die meisten waren beim Anblick der ausgewachsenen Ratte eher panisch erschrocken als herzlich hilfsbereit. Aber es müssen auch tierliebe Menschen vorbeigekommen sein, …

https://www.morgenweb.de/mannheimer-morgen_artikel,-mannheim-quieksende-ratte-aus-misslicher-lage-befreit-_arid,1504095.html

Armee der Finsternüß

Das Grauen hat ein Gesicht! Und man muss sich das Grauen zum Freund machen! Das Grauen und der moralische Terror sind deine Freunde! Falls es nicht so ist, sind sie deine gefürchteten Feinde! Sie sind deine wirklichen Feinde!

(Colonel Kurtz in „Apocalypse Now“)

Jugendlicher Aktivismus in Vollendung: „Skulls from the Killing Fields“
Bildquelle: Wikimedia

Am Küchentisch im Doppelverdienerhaushalt meinte das bessere Dreiviertel Eures ZUTIEFST demütigen Erzählers bei der gemeinsamen „Presseschau“, dass ein Bild, welches Klimapanikkrüppel Greta im „Hambi“ inmitten einer Horde hominider „Aktivistinnen“ zeigte, etwas wirklich erschreckendes an sich hätte, dass diese ganzen Gestalten, die föhrende Alkoholgeschädigte natürlich inbegriffen, weit davon entfernt wären, einfach nur sowas wie „verwirrte, liebenswerte Mäh-Schäfchen“ (Nuadamandia, momentan verschollene Wahrheitsbloggerin, sinngemäß wiedergegeben) darzustellen, sondern ihnen vielmehr die Bereitschaft zu (oder zumindest Befürwortung von) Gewalt und Mord förmlich aus den Visagen (soweit unvermummt) starre. Dem konnte der Erzähler in seiner Demut schwer widersprechen, allerdings überkommen ihn angesichts der Gretel selbst regelmäßig unwillkürlich exterminatorische Gedanken, kann er doch, wider jede Ratio, in diesem Individuum nur schwer ausschließlich ein armes, missbrauchtes Kind sehen. Obwohl von Grund auf nicht unbedingt behindertenfeindlich, setzt er gerade seine wohl vergeblichen Hoffnungen auf die Freak-Waves des Atlantik. Woher das rührt? Wohl an dem bei all dem Kleinmädchengepose („sooo klein und schwach und doch ganz stark gegen all die Mächtigen und die ignoranten Massen der nutzlosen Fresser!“) stets herrischen und irgendwie sowohl absolute Gnadenlosigkeit wie hinterhältige Bosheit ausstrahlenden Gesichtsausdrucks des kleinen Wesens! Der Erzähler traut der Kreatur ohne weiteres zu, angesichts einer Exekution von tausend oder zehntausend Ü40-Klimaschädlingen kaltlächelnd mit gekräuselten Brauen ins vorgehaltene Mikro zu kommentieren, dass das noch lange nicht genug war, dass aber jetzt hoffentlich wenigstens alle die Panik spüren! Ob er, der Erzähler, nun auch schon der Paranoia kecke Beute geworden ist? Andere sehen in dem besagten Ensemble ja lediglich Jesus und seine Jünger! Pah, der ist halt einfach noch nichtig richtig aufgewacht, der armselige Ein-Satz-Blogger! Höhöhö!

Ansonsten war DAS ja keinesfalls „nur“ lostig gemeint, sondern schon in dem leonardcohenschen Sinne von „‚i’ve seen the future, Brother, it is MURDER“. Ja, so ist das, und „things are going to slide, slide in all directions, won’t be nothing, NOTHING!, you can measure anymore…“

Give me crack and anal sex, take the only tree that´s left and stuff it up the hole in your culture…

Bevor aber jetzt irgendein Naseweis meint „jaja, Bevölkerungsreduktion durch die satanischen KILLUMINATI-PÄDO-ELITEN, alter Hut, guggsch du DEAGEL-LIST…“ muss der Erzähler schon mahnend den Zeigefinger erheben und zur Vorsicht gemahnen! Langsam müsste es nämlich auch der Allerletzte mitbekommen haben, dass nicht nur Deagel von der Wirklichkeit eingeholter, wenn nicht schon überholter Internet-Schrott ist, sondern dass mit der Chimäre „Bevölkerungsreduktion durch die Eliten“ schon seit Jahrzehnten Weltuntergangs- und Postcollapse-Prophetie betrieben wird, während die Hominidenmassen weiter exponentiell schwellen.

Zudem sind die Geschichten von wegen „Bevölkerungsreduktion durch schurkische Eliten“ großflächig mit antiweißen Memen verseucht, wonach es BIG BAD WHITEY ist, der die armen Brownies dezimieren möchte, weil er ihnen ihren Platz an der Sonne nicht gönnen will oder so ähnlich. Dies füttert nur den ohnehin in den schwarzen Massen unterschwellig brodelnden und immer wieder mal blutig hervorbrechenden Weißenhass, denn so wie die Weißen Nationalisten ihr „White-Genocide-Scenario“ haben die bewegten Schwarzen den „Black Genocide“, sind überzeugt davon, dass Whitey ihnen ausrottungstechnisch ans Leder möchte!

Wer von so einer „Genocide-Them-Before-They-Genocide-Us“-Dynamik profitieren könnte, darf sich der geneigte Leser selbst überlegen. Der demütige Erzähler fand es gelinde gesagt ausgesprochen surreal, in einem Video über das so grausame wie erbärmliche Hühnerschwenkritual orthodoxer Juden in New York zu sehen, wie die Hühnerschwenker tierschutzbewegten Demonstranten ein Plakat entgegenhielten, auf dem die Doppelmoral der „White Liberals“ angeprangert wurde, die gegen Fleischverzehr opponierten, aber gleichzeitig den „Abtreibungs-Mord an schwarzen Babies“ befürworteten! Er hatte es sich ja vorgenommen, dieser Sache nachzugehen, zumindest „ein Stück weit“ zu recherchieren, welches Huhn (oder war es ein Cuck-, äh, Kukuk?) hier welche Verschwörungseier ausbrütet, aber ihr wisst ja wie es ist, man kommt einfach zu nichts. Nun wird ja den „Liberals“ von den Kack-, Cuck-, äh, verdammich, Konservativen von jeher ihre Haltung zu Fragen der Abtreibung als mindestens Beihilfe zum Mord angekreidet, aber das, im Gegensatz zu den Weißen Nationalisten, eher rasseunabhängig, wohingegen der Vorwurf der Ermordung von explizit schwarzen Babies für den Erzähler ein Novum darstellt. Und das auch noch von Seiten orthodoxer Hühnerschwenker, den Supportern von DONALD, der vorgeblich letzten Hoffnung der weißen Rasse!

Surreal!

Aber gut, der Erzähler merkt, wie er abschweift und versucht demütig, den roten Faden wiederzufinden – Moooment, war da überhaupt einer? Ähh, ach ja, also der Erzähler neigte bislang eher der Ansicht zu, dass wenn denn irgendwann gemerzt werden soll, dies eher nur bestimmte, missliebige Gruppen und Grüppchen beträfe, während man ansonsten statt auf Ausdünnung oder gar flächendeckende Dezimierung auf weitere Verdichtung, insbesondere in den ehemals weißen Industrie- und Technologienationen, setze, wie jüngst von den Hohepriestern der heiligen Klima-Klimax verkündet, denn nicht die Bevölkerungsdichte an sich sei das Problem, sondern nur die Art, wie „wir“ lebten! FAZke Joachim Müller-Jung fasst in seinem Kommentar „Der Klimastachel im Fleisch“ in der FAZ vom 9. August des laufenden Jahres diese Lagebewertung folgendermaßen zusammen (Hervorhebungen durch den Zitierer, grammatikalische Unzulänglichkeiten im Orijinahl):

Tatsächlich ist der neue IPCC-Bericht in dieser Hinsicht ein Meilenstein. Denn er ragt in seiner Alltagswirkung über alle vorhergehenden Analysen hinaus: Die Fachleute arbeiten nun mehr denn je an raschen Lösungen, die nicht immer (nur) persönliche Entscheidungen betreffen. Das Thema Landnutzung ist der perfekte Hebel dafür. Vordergründig geht es diesmal weniger um Temperaturen und Klimaphysik, auch nicht um Nord-Süd-Konflikte, sondern um den Konsum und die Lebensführung jedes Einzelnen.

Und weiter zum Kasus Knacktus:

In der industrialisierten Welt verweist man an dieser Stelle gern auf die Mutter aller Probleme, so heißt es dann, nämlich auf das immer noch rasante Wachstum der Weltbevölkerung. Dabei ist es, wie der IPCC deutlich aufzeigt, nicht so sehr die bald zehn Millionen Menschen auf der Erde, die das Problem verursachen, sondern die Art und Weise, wie wir uns auf dem Planeten ausgebreitet haben. Anders gesagt: Nicht so sehr das Bevölkerungswachstum an sich, eher schon die Tatsache, dass wir alle immer älter werden wollen, auch älter geworden sind und dafür die Ressourcen immer rücksichtsloser auszubeuten bereit gewesen sind, hat die Böden und die Natur an den Rand des Verderbens geführt.

Drohend hebt sich hier also eine Keule pol-potscher und maoistischer Prägung gegen die „ältere Generation“, wobei die Grenze schwammig bleibt und wohl all jene umfasst, die nicht mehr zur Schule gehen und nicht auf diesem Zug mitfahren wollen, ob nun dreißig, fünfzig oder siebzig+, dass darüber hinaus natürlich ausschließlich die Weißen mit dem vorgeblichen Öko-Riesenplattfußabdruck angesprochen sind, schwingt unausgesprochen im „wir“ mit). Westlich geprägte, produktive Hochtechnologiegesellschaften, die, was zu beweisen war, grundsätzlich eine hohe Lebenserwartung bei geringer Bevölkerungsdichte und hoher Lebensqualität ermöglichen, sind also nun endgültig so etwas wie der Krebs und die Tuberkulose des Planeten, derangiertes, prekär verdichtetes Drittweltgewimmel wäre demnach also nicht das Problem sondern eher die Lösung! Und wer alt werden will, geht bekanntermaßen über Leichen, insofern ist allein schon „alt werden wollen“ zumindest ein Gedankenverbrechen, wenn nicht gleich eines gegen die Möhnntschlichkeit! Mögen auch Flora und Fauna in Indien oder Schwarzafrika unter der Last der Hominidenmassen ächzen und dem Abgrund der Extinktion entgegengedrängt werden, der ökologische Plattfuß des Afrikaners oder Inders sei im Vergleich zu BIG BAD WHITEY so verschwindend gering, dass dort, so aktuelle Berechnungen, hinsichtlich des Lebensstandards gar noch „Luft nach oben“ bestünde!

Dazu passt auch, dass in der FAZ vor einiger Zeit in einem ganzseitigen Artikel das tatsächlich von Natur aus ausgesprochen biodiverse Indien, in dem sich, zugegebenermaßen, immer noch verhältnismäßig viel größeres und kleineres Wildlife mit einer exponentiell schwellenden Bevölkerung oft stressig drängt (ausgehungerte Wildelefanten gehen schon mal auf Randale-Tour in der Großstadt, Leoparden jagen im urbanen Umfeld von Bombay Affen, Hunde und Kinder) und Letztere, kulturell bedingt, durchaus eine mitunter bemerkenswerte Toleranz zeigt, als Zukunftsmodell für Deutschland empfohlen wurde!

Von einer Problematisierung der „Überbevölkerung“ hat man sich also im wissenschaftlich-politischen Diskurs bzw. beim Framing, Nudging und Leitplankenbau weitestgehend verabschiedet – ein Kommentator in einem befreundeten Elite-Blog wies den Erzähler darauf hin, dass es seit 1995 keine UN-Konferenz mehr zum Thema Bevölkerungsexplosion gegeben habe und dass er angesichts der Tatsache, dass die „betroffenen Shitholecountries“ sich seither „allesamt mal wieder locker verdoppelt haben“, schon bemerkenswert finde, dass dieses Thema „vom Tisch“ sei.

Bemerkenswert findet das natürlich auch der Erzähler, der als Kind der 70er mit apokalyptischen Schreckensszenarien zur Überbevölkerung aufgewachsen ist: Von „Global 2000“ bis zum Apfelbäumchenpflanzer Hoimar von Dittfurth, flankiert von grässlichen Bildern von Hungersnöten und Hungerbauchkindern, die Spenden- und Nahrungsmittelüberschussbombardements auslösten, welche die Bevölkerungsexplosion nochmals befeuerten während sich diese dann allmählich doch, teils durch eine gewisse technische Entwicklung in den betroffenen Ländern selbst, teils durch Technologieexport des „Westens“, vor allem in Indien aber auch in Schwarzafrika, als zumindest soweit beherrschbar erwies, dass die großen Hungersnöte mitsamt der Alptraumbilder allmählich verschwanden. Der Erzähler weiß nicht mehr, wann er dem letzten Hungerbauchkind in den Medien begegnete, es ist gefühlt Jahrzehnte her.

Eine Frage für sich bliebe noch, inwieweit das Überschütten von Afrika mit den Getreideüberschüssen Amerikas und des Westens, so wie überhaupt die ganze „Entwicklungshilfe“ nach Gieskannenprinzip aufgrund falscher und moralerpresserischer Behauptungen, was erst die Hominidenmassen schuf, die nun in die weißen Länder überschwappen (es ist noch nicht all zu lange her, da gab es viel weniger Afrikaner als Europäer), genau diesem Zweck diente. Schon damals verwiesen Kenner darauf, dass die Hungersnöte, die zum Anlass für monströse Spektakel wie „Life Aid“ genommen wurden, einer medial verzerrten Darstellung in den Medien unterlagen: Die Ursachen wären von lokaler Natur gewesen und so auch die Hungersnöte lokal beschränkt; es habe genug Lebensmittel im Land gegeben, es herrschte lediglich ein Verteilungsproblem. Äthiopische und somalische Bauern hätten es ansonsten sehr wohl verstanden, mit der kargen und rauen Natur ihrer Heimat zu wirtschaften, jedenfalls besser als deutsche Medizinstudentchen oder Bob Geldof, dessen Vorbild, die betroffenen Länder einfach mit Nahrungsmittelüberschüssen zu überschütten, traditionelle Formen der Landnutzung ebenso erstickt habe wie überhaupt jede Eigeninitiative, während die Reproduktionsrate steil nach oben gegangen wäre. Alex Kurtagic ist insoweit zuzustimmen, dass das, was wir heute sehen, nicht dem ursprünglichen Zustand Afrikas zeigt, sondern einen in kürzester Zeit aus dem Ruder gelaufenen, destabilisierten Kontinent mit einem im Vergleich zur jüngeren Vergangenheit monströsen Bevölkerungswachstum, das sich aus eigener Kraft nicht erhalten kann. Fremde wundern sich, warum denn in den afrikanischen Cities alles MINDESTENS so teuer wäre wie in Europa und man da mitnichten mit seinen Euros wie ein König residieren könne, wie in manch Schwellenländern auf anderen Kontinenten. Die Antwort ist so einfach wie vielsagend: Die afrikanische Landwirtschaft ist größtenteils immer noch auf Subsistenzniveau, dient also der Versorgung des Bauern und seines Clans, von einer Industrie kann man ebenfalls nicht sprechen, folglich muss alles, wirklich alles von anderswoher importiert werden: Aus dem „Westen“, aus Asien. Und das kostet eben. Und dann beschaue man sich ein Monstrum wie Lagos und lerne das Gruseln dabei.

Exzellent!

Aber sei es drum, die „Bevölkerungsexplosion“ hat nun, wo die „Bootsflüchtlinge“ ausgesprochen wohlgenährt und kraftstrotzend daherkommen, zumindest keine Priorität mehr (allein der Begriff mutet schon „retro“ an, es ist allenfalls noch von „Überbevölkerung“ die Rede), soll offenbar hingenommen, wenn nicht begrüßt werden, unter der Bedingung, den Lebensstandard der breiten Masse auf Schwellenlandniveau zu drücken! Es soll sich jeder selbst weiter schön bunt ausmalen, wie das dann aussehen könnte! Und in Anbetracht der herrschenden „Eliten“ bzw. Oligarchien ergibt das durchaus Sinn: In hochentwickelten Industrie- und Hochtechnologienationen geht es den Leuten auf Dauer zu gut. Die Arbeitsplätze werden so produktiv, dass bei stetiger Mehrwertsteigerung immer weniger Arbeitskraft benötigt wird. Menschenmassen und industrielle Elendsarmeen als Reserve werden schlicht nicht mehr benötigt, statt dessen könnte sich die Bevölkerung gesundschrumpfen – wie viele Finnen leben auf einer mit der BRD vergleichbaren Fläche? Eine Entwicklung die grundsätzlich zu höherem Lebensstandard, mehr Lebensqualität, mehr Natur, weniger Stress führen würde. Auch der „Wellfare-State“ ließe sich halten, sogar entschlacken, was die ganze Bürokratie- und Elendsverwaltung betrifft, letztlich auch „humaner“ gestalten. Eventuell auftretende Probleme, wie tatsächlicher Mangel in manchen Berufssparten, etwa der Pflege, ließen sich durch zielgerichtete Maßnahmen (evtl. eine maßvoll gestaltete Arbeitsmigration europäischer Fachkräfte und technische Innovationen, siehe Japan) sicherlich in den Griff bekommen, der allgemeine „Fachkräftemangel“ als Folge des „demographischen Faktors“ wurde ohnehin längst als propagandistische Desinformation entlarvt.

Scheußlich!

Aber offensichtlich ist all dies nicht gewollt, es darf dem Vieh einfach nicht zu gut gehen, weshalb man von oben herab den entgegengesetzten Weg beschreitet: Verdichtete, auf knappe Ration gesetzte Massen, noch dazu aus verschiedensten Ethnien, Kulturen und Religionen zusammengeschaufelt, wobei offensichtlich eine bedingungslose Massenimmigration afroarabischen Prekariats favorisiert wird, lassen sich wohl, gerade wegen des unweigerlichen gegenseitigen Zerfleischens, im Sinne der Oligarchien einfacher beherrschen, zumal wenn es ohnehin um gezielte Zerstörung und Downgrading geht, Lateinamerika mag hier als Vorbild dienen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt steht dem entgegen und deshalb richtet sich die Migrationswaffe auch direkt gegen diesen, während gleichzeitig das Grundgerüst der Technologienation, angefangen bei der gesicherten Energieversorgung, abgerissen oder zumindest angesägt wird. Da wundert es auch nicht mehr, dass Deutschland mit dem Morgenthauplan den Vorreiter zur Weltrettung machen soll.

Nun wäre es nicht so, dass deswegen überhaupt kein Raunen und Murren im Volke herrschte, weshalb man mit aller Gewalt dafür sorgen will, dass die Herde im medialen Raum keinen Hort der Ruhe mehr findet, stattdessen beständig hochgescheucht und unter massiven moralerpresserischen Druck gesetzt wird. Dabei ist es letztlich fast egal, wie widersprüchlich und entlarvend die Meldungen sind, entscheidend ist, wer letztlich die Deutungshoheit hat und am Drücker der Gefühlskanone sitzt. Man kann nicht genug auf die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung und Verhaltenspsychologie verweisen: Ratio wird überbewertet, Menschen werden im Denken und Handeln von irrationalen Impulsen auf Gefühlsebene gesteuert, und genau hier greifen Framing, Nudging und Greta-Kult! Denken heißt zum Teufel beten, denn allein bei der Lektüre von zwei Artikeln und einem Kommentar in der FAZ könnte man anhand der Ungeheuerlichkeiten, die da beiläufig in Nebensätzen erwähnt werden, glatt zum Nihilisten werden, wenn man es nicht schon ist.

In besagter Ausgabe der FAZ warnt der klimareligiöse Hohepriesterrat, mit der Panik-Peitsche weit ausholend, in einer Zeit, in der, trotz bedrohlich wimmelnder Hominidenmassen, zumindest die ganz großen Hungersnöte der Vergangenheit angehören, auf der Titelseite vor Hunger in Folge Flächen- und Ressourcenverbrauchs:

Etwa 500 Millionen Menschen leben derzeit in Ländern mit extremem Wasser- und Nahrungsmangel. 75 Prozent der Flächen sind inzwischen durch Trockenheit, Übernutzung und Erosion beeinträchtigt. Gleichzeitig hat sich die Intensivierung der Landwirtschaft beschleunigt. Zwischen1961 und 2016 haben sich die klimaschädlichen Emissionen im Agrarsektor verdoppelt.

Im Ressort Politik dagegen geht der Herr Joachim-Müller-Jung, also genau der, der in seinem eingangs angeführten und zitierten Kommentar den jüngsten IPCC-Bericht als alternativlosen „Meilenstein“ präsentierte, an dessen Vorgaben, und zwar für jeden Einzelnen, kein Weg mehr vorbeiführe, etwas näher auf die darin enthaltenen Lösungsvorschläge ein, die hier auf einmal „umstritten“ und keineswegs über jeden Zweifel erhaben sind. Nach dem üblichen Gedöns um Rezurzen, CO²-Reduktion, Aufforstung und Rindergepupse kommt zum Schluß dann der dicke Hammer:

Viele Experten halten den Sonderbericht für ein Signal zu einem Aufbruch beim bevorstehenden Klimagipfel in New York und danach bei der Klimakonferenz in Santiago de Chile. Für Diskussionen dürfte der Vorschlag des IPCC sorgen, die Flächen für Bioenergie zu erhöhen. Denn der großräumige Anbau von Energiepflanzenmonokulturen schadet der Artenvielfalt und steht in direkter Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmittelpflanzen. Helmut Haberl vom Institut für Soziale Ökologie in Wien sagt: „Die meisten Szenarien, in denen die Erderhitzung auf 1,5 bis zwei Grad Erwärmung begrenzt wird, benötigen erhebliche Landflächen – bis zu sieben Millionen Quadratkilometer – für Bioenergieproduktion, gekoppelt mit Kohlenstoffabscheidung und -Speicherung. Zum Vergleich: Das wäre fast die Hälfte der globalen Ackerfläche im Jahr 2000.

Wir fassen zusammen: Der oberste Rat der Klimaschweinepriester warnt also zum einen vor durch Flächenverschleiß und Ressourcenraubbau, intensivierte Land- und Forstwirtschaft und die Bedarfe der westlichen Hochtechnologiegesellschaften verursachter Nahrungsmittelknappheit, fordert aber einerseits, zum Dienst am Klimagötzen einen Großteil der globalen Ackerflächen dem Energiepflanzenanbau zu opfern, der nicht nur direkt in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion tritt, sondern unbestreitbar eine wahre Vernichtungsmaschine für die Biodiversität darstellt, die schon jetzt gigantische Schneisen in die Biosphäre schlägt und dabei vor allem auch die Hotspots der Artenvielfalt, wie etwa die Regenwälder Indonesiens und Malaysias, förmlich ausradiert! Und das vor dem Hintergrund, dass ansonsten bei der andauernden Klima-Hysteriebeschallung ohne Unterlass ein globales Artensterben als direkte Folge des Klimawandels an die Wand gemalt wird, eine fanatische Sekte und Pressure-Group innerhalb der Klima-Religion sich sogar „Extinction Rebellion“ schimpft, was soviel wie „Rebellion gegen die Ausrottung“ heißen soll, obwohl „Rebellion der Ausrotter“ angemessen wäre, eine Armee der Finsternüß, gegen die Welt, gegen das Leben, gegen jeden gesunden Menschenverstand.

Oh, da hebt schon wieder so ein kecker Naseweis sein altkluges Stimmchen: „Was jetzt? Kommen jetzt also doch Bevölkerungsreduktion und Massenkeulung durch die Eliten? Erst verdichten, dann vernichten?“

Tja, in der Tat ist es schwer zu sagen, wohin die Reise geht, wenn der Weltfeind irre ist, es gibt schon zu denken, wenn unter dem transparenten Mäntelchen der Weltrettung offenbar die Hungerwaffe wieder scharf gemacht werden soll, und das vor aller Augen. Anderseits ist die jüngere Vergangenheit voll von ausgebliebenen apokalyptischen Zusammenbruchszenarien, und das sowohl im Mainstream als auch gerade in der alternativen Szene. Diese massive Promotion des Energiepflanzenanbaus im IPCC-Bericht könnte schlicht dem Umstand geschuldet sein, dass eine mafiöse Lobby, die damit einen Haufen Shekels einsacken möchte, den hochseriösen IPCC dahingehend beeinflusst hat, hier möglichst hohe Vorgaben zu setzen, die dann auch nach dem zu erwartenden Runterhandeln noch genug Raum für immensen Profit ließen. Dreckig genug aber weit von gezielter Massenextermination im Milliardenbereich entfernt.

Man weiß es nicht.

Sicher ist nur, dass das klimareligiöse Narrativ so falsch, so fadenscheinig ist, dass mittels Framing, Nudging, stetig intensiviertem sozialem und moralerpresserischem Druck jede Ratio bei den Rezipienten so weit als möglich unterdrückt und mittels einer Flut von Signalen, die allesamt den Gefühlssektor ansprechen, förmlich nieder gebrüllt werden muss. Und was sollte dazu besser geeignet sein als die bewährten totalitären Hirnwäschemethoden, die praktisch die Blaupause von „Fridays for Future“, „Extinction Rebellion“ und all den anderen Armeen der Finsternüß darstellen? Alles schon mal dagewesen, insbesondere das Aufhetzen „der Jugend“ als Vertreter der neuen, gerechten Ordnung gegen „die Alten“ als Repräsentanten des alten, schlechten Systems, was unter Mao zu mindestens 200 000 Toten geführt hat. Der mitnichten vertrauenswürdige Gerhard Wisnewski muss, als Urgestein des investigativen, so alternativen wie alternaiven Tschournallismus, natürlich auch von irgendwas leben und läutet die schrillsten Alarmglocken, in dem er für Deutschland und Europa ein derartig maoistisches Szenario mit allen mörderischen Konsequenzen als greifbar nah und unausweichlich prophezeit:

Mag sein, dass er da gewaltig überdramatisiert. Allerdings: Es sind genau die Methoden, die Säuberungen und Massenexterminationen wie unter Mao und Pol Pot vorausgehen, damit liegt er völlig richtig. Das heißt wiederum nicht, dass man das zwangsläufig mit derselben Konsequenz durchzieht. Vielleicht reicht ja schon ein büschen Einschüchterung?

Was solche Methoden an sich über die Lauterkeit ihrer Anwender und deren Ziele aussagen, dürfte ohnehin klar sein.

Amour, Amour

Die Liebe ist ein wildes Tier
Sie atmet dich sie sucht nach dir
Nistet auf gebrochenen Herzen
Geht auf Jagd bei Kuss und Kerzen
Saugt sich fest an deinen Lippen
Gräbt sich Gänge durch die Rippen
Lässt sich fallen weich wie Schnee
Erst wird es heiß dann kalt am Ende tut es weh
Amour Amour
Alle wollen nur dich zähmen
Amour Amour am Ende
Gefangen zwischen deinen Zähnen

Bei MSN stolperte euer Erzähler gerade wieder mal demütigst über einen Artikel, diesmal aus dem Kölner „Express“, voller Herz und, vor allem, SCHMERRRZ, der ihn, den überaus empfindsamen Gefühls- und Gemütsmenschen, zutiefst bewegte, weshalb er ihn seinem handverlesenen Elite-Publikum wie auch den stillen Mitlechzern auf keinen Fall vorenthalten konnte: Dieses schicksalhafte Aufeinandertreffen, der unglückliche, bemitleidenswerte Romeo, der „Amour“ in Gestalt einer deutschen Alleinerziehenden ins zähnestarrende Maul geraten war und dadurch (und mit ihm wir alle und Deutschland!) um seine migrantische Erfolgsgeschichte betrogen wurde, das ist ganz großes buntes Technicolor-Betroffenheitskino, doch höret und leset selbst:

Bonner Gericht: Erst Knast, dann Abschiebung: Lena (24) aus Liebesfrust vergewaltigt

„Ich muss da raus, weil ich es drinnen nicht mehr aushalte“, hatte Lena F. (Name geändert) als Zeugin vor dem Bonner Landgericht erzählt. Die Erinnerungen an die Vergewaltigung am 21. November 2018 seien in der Wohnung immer noch bedrängend, jeder Schritt vergiftet.

Vor allem das Badezimmer, wo sie von dem 30-jährigen Freund attackiert, zu Boden geworfen und mehrfach vergewaltigt worden war, obwohl sie sich wehrte, vor Schmerzen weinte – und nebenan ihre vierjährige Tochter im Wohnzimmer spielte.

Nur für ihre kleine Tochter hält Opfer sich aufrecht

„Wenn ich unter die Dusche muss“, so die 24-Jährige weiter, würde sie das Wasser besonders heiß stellen, damit der Dampf den Raum in einem Nebelschleier verschwinden lässt. Dieser Alptraum hat Lena F. Monate später noch voll im Griff. Er hat ihr Leben zerstört, sagt sie, nur für ihre Tochter halte sie sich aufrecht.

Gericht in Bonn spricht mildes Urteil

Die 10. Große Strafkammer hat gestern den Mann verurteilt, der ihr so ein großes Leid angetan hat. Wegen Vergewaltigung, Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Bedrohung wurde der 30-jährige Buchhalter jetzt zu milden zwei Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt.

„Er hat für sich rausgeholt, was rauszuholen war“, so der Kammervorsitzende Marc Eumann gleich zu Beginn der Urteilsbegründung. Der Angeklagte sei „den Weg des Geständnisses“ gegangen und habe damit der 24-Jährigen erspart, noch einmal alles erzählen zu müssen.

Opfer noch während Prozess in Bonn 5000 Euro überwiesen

Darüber hinaus hat er Lena F. noch während des Prozesses 5000 Euro als Entschädigung überwiesen. Geld, das er sich ursprünglich von einem Freund geliehen hatte, um ein Geschäft zu gründen. „Ohne dieses strafmildernde Verhalten“, so Eumann, „hätte er mit einer Haftstrafe von über fünf Jahren rechnen müssen.“

Angeklagter hatte sich unsterblich in die Frau verliebt

Die Geschichte hatte in einem Linienbus angefangen: Dort hatte der gebürtige Ägypter Lena F. mit ihrer kleinen Tochter gesehen und sich sofort unsterblich verliebt. Einen Sommer lang hatte er gehofft, von ihr erhört zu werden. Dabei habe sie immer Zeichen gegeben, dass er keine Chance habe, so Eumann.

Aber er begehrte sie über alles: So beschenkte er sie mit Blumen und ihre Tochter mit Schokolade und einem Kinderrad. Als er am Tattag begriff, dass seine Liebe verschmäht wurde, ist er ausgerastet. Der Angeklagte selbst hatte im Prozess seine Tat als „schändlich“ bezeichnet: „Monatelang hatte ich mich nach dieser Liebe gesehnt, dass ich nicht verstand, was geschah. Ich war wie neben mir!“

Er wollte die einst Angebetete vernichten

Die Wut hielt an, auch der Wunsch die einst Angebetete zu vernichten: Er erpresste sie um 1000 Euro, andernfalls würde er sie töten; auch forderte er seine Geschenke zurück. Lena F., die die Erpressung ernst nahm, zahlte 150 Euro. Zwei Monate später hat sie die Polizei eingeschaltet. 

Der Angeklagte, der 2016 voller Hoffnungen eingereist war, habe sich selber bestraft: Denn keine Frage, so Eumann, dass er nach Verbüßung der Haftstrafe  zudem abgeschoben wird. (ucs)

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Nun, was soll uns diese Moritat sagen? Dumme Kuh, selber schuld, hat bestimmt die „Systemparteien“ gewählt und nun hat sie geliefert bekommen was sie bestellt hat? Oder könnten wir uns eventuell noch darauf einigen, dass dieser ägyptische „Freund“ (Lügenpresse) die Frau, die nicht „so“ sein wollte, erst über geraume Zeit bedrängt und belästigt und dabei versucht hat, sich ihre prekäre Situation zu nutze zu machen, um ihr letztlich, als ihm klar wurde, dass es nichts wird, die aus seiner Sicht angemessene und in seinem Herkunftsland keineswegs so unübliche Behandlung für eine solcherartige Abfuhr und Kränkung zu verpassen während die Lügenpresse ihn durchs Hintertürl auf mittlerweile vertraute Weise als das eigentliche Opfer zu präsentiert?

Nun, auf jeden Fall wieder einer der unzähligen Einschläge der Migrationswaffe und die, die diese führen, haben genau diese Dinge vorausgesehen und einkalkuliert, es kann nicht anders sein, da die Folgen muslimischer Massenimmigration altbekannt und voraussehbar sind. Nun denn, wo transformiert wird, da fallen Späne und Geburten sind nun mal blutig. Welche Lehren man im persönlichen Umgang mit den Neubürgern und in der gegenwärtigen Situation im allgemeinen aus sowas zieht, bleibt jedem und jeder selbst überlassen.

Altern ohne Belastung

Beim Überfligen der Titelseite der Faz vom 08. Juli des laufenden Jahres war des Erzählers demütig schweifendes Auge bei der Inhaltsübersicht an folgendem hängengeblieben:

Altern ohne Belastung

Die Zuwanderung muss gesteuert werden. Wie die Demographiewende gelingen kann.

Der Volkswirt, Seite 16

Nein, der Erzähler hat Seite 16 nicht aufgeschlagen, den Zynismus allein in diesen vier Zeilen empfand er schon mehr als hinreichend. Wie der Lateiner sagt: Wrong in so many ways!

Btw.: „Demographiewende“ – ist das jetzt neu oder gibt es das schon länger in Neusprech?

„Populismus“ – der sterbenden Weißen Aasgestank

In der FAZ vom Montag, dem 20. Mai des laufenden Jahres, belehrte unter der Rubrik „Die Gegenwart“ ein Professor Dr. Klaus Segbers den demütigen Leser über den „Populismus“ als, so der Titel, „Die Rückkehr der Stammesmentalität“; und das auf eine eindeutige wie schonungslose Art und Weise, was euer Erzähler in Folge zusammenfassend anhand von Auszügen und einem kurzen Fazit zu verdeutlichen versucht.

Segbers charakterisiert den „Populismus“ als ein globales Phänomen, das aktuell von den USA über Europa bis zu den Phillipinen verbreitet ist, was auch Segbers Logik folgt, die im „Populismus“ in erster Linie eine Reaktion auf die mit „der Globalisierung“ einhergehenden transformatorischen Prozesse, Unsicherheiten und, natürlich, „Verwerfungen“ erkennt. Die Realität gestalte sich in Folge der „Globalisierung“ dergestalt komplex, dass Fachmann wie Kenner schon der Durchblick schwerfalle, man sich also nicht darüber zu wundern brauche, wenn der kleine Globalmann auf der Straße einfach nicht mehr mitkäme:

Die global verursachten wirtschaftlichen, politischen und sozialen sowie kulturellen Chancen und Einschränkungen sind so vielfältig, dass viele Menschen sie nicht genau einschätzen können. Viele Themen, mit denen sich Regierungen und Unternehmen über Nichtregierungsorganisationen bis hin zu Städten und Gemeinden beschäftigen müssen, entziehen sich dem schnellen Verständnis: Klimawandel, Hochfrequenzhandel, die verschiedenen Formen der Migration, die Funktion der Algorithmen in sozialen Netzwerken, die Regeln der Welthandelsorganisation, die Parameter des Konflikts im Südchinesischen Meer, die Details der ewigen Probleme zwischen Israel und Palästina im Nahen Osten, die Hintergründe um die scheiternden Staaten im Mittleren und Nahen Osten, die Motivation von Seperatisten in Schottland und Katalonien, die Attraktivität von Atomwaffen für die Regime in Iran und Nordkorea, die Rolle der Medien in der heutigen Politik, die Wechselbeziehungen zwischen Demographie, Sozialversicherung und Bildung und so weiter. Wenn es schon Fachleuten schwerfällt, auf ihrem eigenen Gebiet den Durchblick zu behalten, wie viel weniger gelingt dies Politikern, ganz zu schweigen von normalen oder nicht so gebildeten Bürgern? Je größer die herausforderungen und Unsicherheiten, desto einfacher ist es für Populisten, ihre Allheilmittel und ihre falschen Versprechungen anzupreisen.

Ob die momentan Kinder und Jugendliche massiv indoktrinierenden und aufhetzenden Klima-Politaktivisten mitgemeint sind, der „Durchblick“ der sicherlich so gebildeten wie heißen, jungen und feuchten „Langstreckenluisa“ in Zweifel gezogen wird? Auf jeden Fall ist alles ein schrecklich komplex-chaotisches Kaleidoskop; wenn also der „Nahe und Mittlere Osten“ destabilisiert werden, wenn die Unterstützung über UNHCR in den Flüchtlingslagern gegen Null runtergefahren und ein Migrantentsunami von epischer Dimension mitten rein ins sich auf Ansage entgrenzende Kerneuropa ergießt, wenn überhaupt das Reinschaufeln möglichst unverträglicher und kulturfremder islamoafrikanischer Drittweltmassen zur Staatsräsong erklärt wird, ja dann ist da ganz sicher der Flügelschlag eines Schwalbenschwanzes am Golf von Tonking ursächlich und alles dazwischen eine Black Box, vor der sich Fachmann und Kenner die Äuglein reiben, vielleicht steckt Schrödingers Katze drin, was genaues weiß man einfach nicht.

Als weiteren, dem wachsenden Populismus zugute kommenden Faktor, macht Segbers den rückläufigen Einfluss der traditionellen Träger kollektiver Identitäten aus, woraus sich Räume für „alternative Identitätsmarker“ eröffneten:

Es gibt nützliche Marker mit analytischem Potential wie die globalen, ortsunabhängigen Räume („scapes“) des indischen Ethnologen Arjun Appadurai, der multiple Identitätsräume feststellt (Ideenwelten, technische Umgebungen, finanzielle Kontexte et cetera), die die mit Globalisierung verbundenen Entgleisungen und Herausforderungen sowie transnationale Realitäten wie Flüchtlingsbewegungen, das Internet oder Finanzströme als Dimensionen von Entgrenzungen besser abbilden können als problematische und eher vage wie „Volk“.

Verstehe, diese „Ideenwelten“ sind dann „eher unvage“ und dabei keineswegs so problematisch wie „Volk“, wie ein kurzer Abstecher zu Wikipedia bestätigt:

Die Konvention definiert Völkermord in Artikel II als „eine der folgenden Handlungen, begangen in der Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören:


a) das Töten von Angehörigen der Gruppe
b) das Zufügen von schweren körperlichen oder seelischen Schäden bei Angehörigen der Gruppe
c) die absichtliche Unterwerfung unter Lebensbedingungen, die auf die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen
d) die Anordnung von Maßnahmen zur Geburtenverhinderung
e) die zwangsweise Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe“

(…)

Kennzeichnende Merkmale der Straftatbestände


Zu beachten ist, dass nur die Absicht zur Vernichtung der Gruppe erforderlich ist, nicht aber auch die vollständige Ausführung der Absicht. Es muss eine über den Tatvorsatz hinausgehende Absicht vorliegen, eine nationale, ethnische, rassische, religiöse oder auch soziale Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören.

https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord

Obwohl ein Schelm hier durchaus pöses denken könnte, kann im genannten Zusammenhang von irgendwelchen Vernichtungsabsichten, außer vielleicht im Denken der „Populisten“ und ihrer Anhänger, natürlich keine Rede sein, wir haben es ja mit chaotischen Selbstläufern und Naturgewalten wie der „Erosion der klassischen kolllektiven Identitätskonzepte“ zu tun, was bedeutet,

dass Menschen, die beunruhigt sind von Umbrüchen und Veränderungen, nach neuen Kollektiven suchen, um irgendwo irgendwie dauerhaft dazuzugehören. Diese zornigen Menschen mit ihrem Unverständnis, ihrer Angst vort sozialem Abstieg und dem Gefühl, den traditionellen Eliten und politischen Interessengruppen gleichgültig zu sein, müssen ihre Wut teilen und ihre Sorgen kanalisieren. Sie sind empfänglich für die Verführungen durch populistische Rezepte und Verheißungen. Sie suchen geradewegs danach. Dabei handelt es sich um einen vorwiegend kulturellen Prozess, auch wenn er oft von wirtschaftlichen Entwicklungen forciert wird.

Hm, nach was suchten und suchen die penetrant mit Klimapanikpropaganda beschallten Kinder und Jugendlichen, die jetzt angeblich die Panik des schwedischen Wechselbalgs „fühlen“? Naja, lassen wir die Gören weiter den Rattenfängern folgen, und bleiben beim professoralen Wortgeklingel im Reich der mounkschen Geologie („Erosion“, „Verwerfungen“…) im chaotischen Reich von Nyarlathotep und dem blinden Idiotengott Azatoth, in dem die Möhnntschen zur Wahrung ihrer Würde dazu neigen

sich als eigener „Stamm“ neu zu definieren – und das besonders dann, wenn sie von Medien belehrt werden oder sich belehrt fühlen, und wenn man ihre Werte als nutzlos, dumm, falsch und veraltet bezeichnet. An dieser Stelle verschmelzen wirtschaftliche Malaise und kulturelle Nostalgie. Dass Identitätsfragen mindestens so relevant sind wie wirtschaftliche, haben die Brexit-Befürworter, die Trump-Aktivisten, die Putinisten und die AfD-Aktivisten richtig erkannt. Sie mussten nur den Hunger nach einer eindeutigen und würdigen Zugehörigkeit stillen. Während die Gefahr eines wirtschaftlichen Abstiegs Wut und Angst auslösen kann, erzeugt ihre Umwandlung in kulturelle Probleme Zorn und Widerstand. Wirtschaftliche Missstände können oder könnten durch finanzielle Umverteilung gelöst oder gelindert werden, kulturell begründete Empörung jedoch nicht.

Tja, wenn zur bedingungslosen Masseneinwanderung direkt in den „Umverteilungsstaat“ auch noch die gewaltkulturellen Schmankerl der kulturfremden Massen, zu erheblichen Teilen der Auswurf der Herkunftsländer und/oder gewaltaffine Desperados und Glücksritter, hinzukommen, deren „Stammesbewußtsein“ und dessen oft blutige Konsequenzen offiziell zumeist weg- oder kleingeredet werden und so auch bei unserem Professor keine Rolle spielen, dann ist klar, dass die „Empörung“ und die aus dieser erwachsende grimmige Verbitterung bei denen, die den faulen Braten gerochen haben, so schnell nicht zu lindern sein wird. Dass es sich dabei überwiegend um „Weiße“, und zwar der Fraktion der Älteren und Verlierer angehörige, handele, muss wieder einmal wissenschaftlich festgestellt und festgeschrieben werden:

Eine aktuelle Studie von Ronald Inglehart und Pippa Norris sowohl zur wirtschaftlichen Unsicherheit als auch zum kulturellen Rückschlag kommt zu dem Schluss, dass weniger gebildete und vor ältere Bürger, vor allem männliche Weiße, die einst die privilegierte Mehrheitskultur in westlichen Gesellschaften darstellten, nicht gerne hören, dass ihre traditionellen Werte nicht „politisch korrekt“ sind, und dass sie sich mittlerweile in ihrem eigenen Land marginalisiert fühlen. Der Aufstieg populistischer Parteien ist daher als Reaktion auf ein breites Spektrum rascher kultureller Veränderungen zu deuten, die offenbar die Grundwerte und Sitten der westlichen Gesellschaften aushöhlen. Identitätspolitik ist damit das entscheidende Element der politischen Renaissance und trägt mehr zu dieser Entwicklung bei als wirtschaftliche und soziale Veränderungen.

Dies findet durchaus seine Bestätigung im Visegrad oder im Baltikum, wo eine starke ethnische Identität besteht, während man eine knallharte, reperessive wirtschaftsliberale Knechtschaft größtenteils ohne Murren akzeptiert. Aber wie war das gleich nochmal, „Grundwerte“ und „Sitten“ werden „ausgehöhlt“? Immer diese blinden Naturkräfte, die auch dazu führen dass die Arbeiterparteien ihre Klientel fallen ließen:

In diesem Sinne hat Mark Lilla im November 2016 in einem Beitrag für die „New York Times“ (und etwas später in einem Buch) den Niedergang der Demokraten in den Vereinigten Staaten beschrieben: Sie vernachlässigten ihre traditionelle Wählerschaft, die weißen Arbeiter, und setzten sich stärker für legal abgesicherte Berechtigungen für Minderheiten ein – Afroamerikaner, Einwanderer, LGBT-Gruppen, die wenigen Vorstandsfrauen, Behinderte, Transsexuelle. Von diesen Minderheiten erhielten sie aber letztlich nicht genügend Unterstützung – und verlören überdies die Stimmen der weißen Arbeiter. Diese Art von „Verrat“ lässt sich auch für die Sozialdemokraten in Europa diagnostizieren.

Nachdem der Erzähler erst darüber grübelte, inwieweit es eine Redundanz darstelle, nach den „LGBT-Gruppen“, im Gegensatz zu den Lesben, Gays und Bis, noch mal die Transexuellen extra zu erwähnen, und ob ein „weißer Arbeiter“ nicht auch behindert, gay, bi usw. sein könne, da sich das ja nicht auschließe, besann er sich wieder auf das wesentliche: Irgendwas könnte den Parteien wichtiger sein als Wählerstimmen! Wieso kommt da so ein professoraler Hochkaräter wie Segbers nicht drauf? Naja, dieser „Verrat“ scheint für ihn dann doch mehr ein „gefühlter“ zu sein:

Infolgedessen kehrt der Tribalismus jetzt als Identitätspolitik zurück, als reaktionäre Rückwendung zur vormodernen Welt. In der populistischen Weltsicht drehen sich viele Aktivitäten um Identitätspolitik (wie immer sie es selbst nennen), weil sie auf Ingroup-Outgroup-Unterscheidungen basiert. Die zentrale Verheißung jeder Art von Populismus besteht darin, einfache Lösungen für komplexe Herausforderungen und Probleme zu bieten. Typische rhetorische Behauptungen von Populisten sind: Es gibt eine wachsende Kluft zwischen den „Eliten“ und dem „normalen Volk“, oder die Massenmedien lügen und konstituieren „alternative Realitäten“. Sie, die Vertreter populistischer Parteien und Bewegungen repräsentieren hingegen das „normale Volk“, wenngleich sie oft selbst einen elitären Hintergrund haben.

Ja, Ingroup-Outgroup und einfache Lösungen: „Die Weltoffenen“ und die Natziehs, die jugendlichen „Weltretter“ und die Alten, die ihnen die Zukunft klauen, „Angst war noch nie ein guter Ratgeber“ und „wer nicht hüpft ist Natziehkohle“ usw. usf. Auch dem mit der Selbstdarstellung der vorgeblichen „Alternativen“ als „das Volk“ trotz eigenem elitären Hintergrundes ist durchaus zuzustimmen, wenn auch in einem etwas anderem Sinne als es unser Professorchen gemeint haben mag. Dem zu folge würde

bei diesem eher lässigen Gerede über das „Volk“ (…) in der Regel nicht klar, wer zu dieser angenommenen Entität gehört. Auch gehören die, die mit einer populistischen Repräsentation der Bevölkerung nicht einverstanden sind, offensichtlich nicht zur wahren Nation, und drittens gehen Populisten von einer unmittelbaren und direkten Volksherrschaft aus.

Hauptsächlich aber arbeiteten sich „die Populisten“ aber am angeblichen Versagen der Regierungen und Staaten angesichts der geologisch-kosmischen Globalisierungsverwerfungen ab, wo das doch letztlich so blinde wie mächtige Naturkräfte seien, auf die sich sämtlichen Versuchen der Einflussnahme entzögen:

Aber ihre Hauptargumente handeln von dem Versagen von Regierungen und Staaten. Typische Themen sind der internationale Handel (Verlust von Arbeitsplätzen), die unkontrollierte Einwanderung (Veränderung der religiösen und ethnischen Zusammensetzung „des Volkes“ ) und (in Europa) die Einschränkung der nationalen Souveränität durch die EU (Verlust an nationaler Unabhängigkeit). All diese Fragen stehen im Zusammenhang mit der globalisierungsbedingten Durchlässigkeit der Grenzen und der Übertragung der Souveränität entweder nach oben (meist freiwillig auf die EU, die Vereinten Nationen und die Welthandelsorganisation WHO) oder einer Erosion unten (globale Städte und Nichtregierungsorganisationen) oder auch horizontal (auf Märkte).

Also so langsam ist es ein bisserl viel verallgemeinerndes Wischi-Waschi , Herr Professor! Nicht alle „Populisten“ erzählen was vom „Staatsversagen“, nicht wenige meinen, dass der Staat sehr gut im Sinne bestimmter Interessen funktioniert bzw. funktionalisiert wurde und können dies ganz gut belegen, ohne auf Nebelvokabular wie „globalisierungsbedingt“ und die Geologie mit ihrer ewigen „Erosion“ und den unvermeidlichen „Verwerfungen“ ausweichen zu müssen. Immerhin scheint für den Professor die unkontrollierte Einwanderung eine Realität zu sein, da er auf Konjunktiv oder Gänseknochen verzichtet. Macht er sich etwa die Sprache der „Populisten“ zu eigen? Die Methoden der „NGOs“ sind natürlich alles andere als „populistisch“ sondern sprechen stets Ratio und Vernunft an: „Das Ende ist nah!“, „Spürt meine Panik!“ Im Gegensatz dazu die Populisten, mit ihren berüchtigten „einfachen Lösungen“:

Die Lösung liegt scheinbar auf der Hand: Die nationalen Grenzen müssen verstärkt, die internationalen Organisationen geschwächt und der Multilateralismus abgeschafft werden, und alles wird (wieder) gut. Obwohl Macht und Einfluß der Nationalstaaten unter dem Druck der Globalisierung auf breiter Ebene und auf allen Kontinenten geringer werden, stimmen Populisten das romantische Lied von den Vorteilen der staatlichen Souveränität an und versprechen, diese zum Nutzen aller einzusetzen. Sie leugnen schlichtweg, dass das traditionelle Modell des Nationalstaates (und damit auch der Sozialstaat) in der Krise steckt. Und sie tun alles, um die liberale internationale Ordnung zu schwächen und zu schädigen.

Ah, nachdem wir also erst darüber belehrt wurden, dass keiner mehr durchblickt und alles unter dem Druck einer nicht näher definierten „Globalisierung“ in Richtung Chaos „erodiert“ leben wir auf einmal doch in einer Ordnung, eiener „liberalen“, also freiheitlichen Ordnung! Puh, dies mutet fast an, als habe man in dem professoralen Mammutartikel so was wie das stille, sonnige Auge eines Hurrikans erreicht! Aber wessen Freiheit ist gemeint? Und sind diese ganzen entfesselten Naturkräfte, die Werte aushöhlen, Staaten erodieren lassen, eventuell Teil dieser „Ordnung“? Auf jeden Fall wird der „Liberalismus“ vom Populismus angegriffen und zwar auf nationaler wie globaler Ebene: Populistische Akteure erhöhten den Druck auf die Eliten durch die Forderung nach mehr Ein-Themen-Referenden und heitzten vor den Wahlen die Stimmung auf – ist dieser blauhaarige Berufsjugendliche und Escort-Hure der Grünen, „Rezo de la lol“ jetzt ein „Populist“ oder doch ein guter „Liberaler“? Wo diese Taktik wirke, gerieten selbst Grundpfeiler liberaler demokratischer Politik und demokratische Institutionen ins Wanken, die Unabhängigkeit der Justiz in Polen und die der Medien in Ungarn. Tja, noch können wir uns freuen, über die Unabhängigkeit unserer Justiz, wie nicht nur der NSU-Prozess gezeigt hat, von unseren unabhängigen volkspädagogischen Medien ganz zu schweigen. In den USA hingegen sei

der gegenwärtigen amerikanischen Regierung jeder Anstand und Respekt gegenüber Andersdenkenden und Minderheiten abhandengekommen.

Bei aller Demut wieder eine überaus fragwürdige Aussage! DIE Minderheit schlechthin wird mit ziemlichem Respekt behandelt und auch Konzentrationslager für LGBT und Artverwandte wurden noch nicht gebaut. So ziemlich alle Schreckschrauben, die wegen dem Donald das Land zu verlassen drohten, sind noch ansässig und das sagt jemand, der dem mutmaßlichen Chabad-Golem überaus kritisch gegenübersteht. Aber Gott bewahre, gegen „die Populisten“ scheint im professoralen Universum genausowenig ein Kraut gewachsen zu sein, wie gegen „die Globalisierung“:

Populisten können Referenden und Wahlen gewinnen und dabei die Demokratie gefährden. Befürworter liberal-demokratischer Werte können verlieren und in die Defensive geraten. Bislang gibt es kein Mittel dagegen: Die Nachfrage nach populistischen Rezepten beruht nicht primär auf unzugänglichen Medien- und Bildungsangeboten, sondern auf dem Bedarf nach einem tribalen Heimatgefühl.

Aha, wenn das demokratische Spektrum gewählt wird, dass nicht zur Grenzenlos-Liberalfraktion gehört, ist also die Demokratie insgesamt gefährdet! Und nachdem wir die ökonomischen Motive und sonstige Unsicherheiten als nicht maßgeblich zur Seite gewsicht haben, was teilweise, aber nur teilweise sogar seine Berechtigung hat, sind wir wieder beim geilen Tribal-Feeling als eigentlichem Quell allen Übels. Um selbiges zu bedienen, tun die Populisten abscheuliches, sie halten Wahlversprechen, setzten sich dafür gar über geltende Regeln hinweg!

Man sollte nicht erwarten, dass populistische Bewegungen, wenn sie einmal an die Regierung kommen, ihre Legitimation verlieren und sich durch nichtbestandene Praxistests delegitiemieren. So leicht lassen sie sich nicht enttarnen. Meist halten sie ihre Wahlversprechen. Wenn nötig, setzen sie sich dafür auch über geltende Regeln hinweg.

Volksentscheide sind also schon mal höchst suspekt, aber Wahlversprechen halten, und sich dabei noch über „geltende Regeln“ hinwegsetzen, das geht gar nicht! Blinder Ausstieg aus der gesicherten Energieversorgung wegen eines Tsunamis in Japan, hereinwinken von Millonen von Drittweltprekariat dagegen schon – ist „liberal“, weissu, und wegen dem Globaldruckdings, voll komplex unso, musse Füsikerin sein wenn wolle verstähe!

Von ganz besonderem Interesse für Segbers ist die Anwendbarkeit von Robert Putnams „Two Level Games“ auf den aktuellen Aufschwung des Populismus und dessen Auswirkungen auf das internationale globalliberale Zusammenspiel:

Laut Putnam sind die meisten internationalen Abkommen erst nach einer Art innerstaatlicher (formaler oder informeller) Ratifizierung gültig. Ein Land mit einem starken oder erstarkenden Veto-Spieler, zum Beispiel eienr populistischen Bewegung oder Partei, die eine internationale Vereinbarung ablehnt, verkleinert dadurch den Spielraum der betreffenden Regierung. Folglich sinken die Aussichten auf Ratifizierung, was die Vereinbarung dann vereiteln kann.

Was ja nicht immer das Schlechteste wäre. Aber wir verstehen:

Nicht die Elite, die Bevölkerung ist das Problem

Joachim Gauck, Ex-Gauckler

bzw. der

Low-Life-Scum

John MacCain

und der Populismus als dessen vorgeblicher Wille.

Q.E.D. bei Segbers:

Beispiele dafür sind die hartnäckige Weigerung Ungarns, EU-Flüchtlingsquoten zu akzeptieren, die zeitweise Blockade des Handelsabkommens Ceta zwischen der EU und Kanada durch das Wallonische Regionalparlament in Belgien, das Beharren der Brexit-Befürworter nach Souveränität gegenüber Brüssel, die öffentlichen Ausfälle Trumps gegen globale und internationale Verträge, um sich bei seinen Wählern beliebt zu machen, oder die Weigerung der italienischen Regierung, Boote mit Flüchtlingen aufzunehmen oder auch die EU-Regeln zur Haushaltsführung zu beachten.

Oder wenn gar die Kooperation der Möhnntschheit angesichts eines drohenden Killerasteroiden durch populistischen Tribalismus verhindert würde – so etwas wird bei all dem Globalisierungs-, EU-, Flüchtlingsbootgedöns natürlich erst gar nicht mehr berücksichtigt, oder würde das gar die FAZ-Leserschaft dann doch zu sehr verunsichern, wo doch der zivilisiert-demokratische Liberalismus gegen die schiere Fäkalgewalt des Populismus-Tribalismus kaum was entgegenzusetzen hat, außer seinen guten Sitten, latürnich?

Ein nicht unerheblicher Nachtrag betrifft den Stil populistischer Kommunikation. Bis auf wenige Ausnahmen wimmelte es von Unhöflichkeiten, Grobheiten, Lügen und gezielten Regelverletzungen, die mit leeren Versprechungen kombiniert werden. Ob Experten, Politiker oder Medien – niemand hat eine bündige Antwort auf die populistischen Bewegungen und Ausgriffe. Wir sind nicht gewohnt, in derselben unzivilisierten Art und Weise zu reagieren, und wirken deshalb in der öffentlichen Debatte unterlegen. Außerdem wirken die sozialen Netzwerke als Verstärker des Populismus. Diese Stilfragen sind keineswegs unwichtig. Hier wirkt die liberale Öffentlichkeit bisher besonders hilflos.

Warum auf einmal „leere Versprechungen“ wo doch eben noch betont wurde, dass die „Populisten“ zumeist ihre Wahlversprechen einhielten? Woher denn überhaupt dieses ängstliche Fiepen und Klagen? Ihr seid doch mehr, ihr seid die Zukunft, die ohnehin den kosmopolitischen „anywheres“ gehört (wenn auch nicht mehr unbedingt dem schon greisenalten Professor Segbers selbst), während die „somewheres“ die Arschkarte haben, wobei sich Problem allmählich ohnehin selbst auflöst, zumindest was den hässlichen weißen Mann betrifft. Wie es Segbers am Beispiel der USA, unter Hervorpressen von beachtlichen Krokodilstränen, aufzeigt:

In der amerikanischen Gesellschaft werden Weiße bald nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen. Dieser Trend wird wird sich stark auf die Identität und das politische und wirtschaftliche Leben des Landes auswirken und eine größtenteils weiße Babyboomer-Gesellschaft in ein multiethnisches Patchwork verwandeln. Ein weiterer Indikator für kulturelle und identitäre Irritationen ist die Suizidrate. In den Vereinigten Staaten stieg die Selbstmordrate bei Frauen mittleren Alters (von 45 bis 64 Jahren) in den vergangenen 30 Jahren um 63 Prozent. Bei Männern dieser Altersgruppe betrug der Anstieg 43 Prozent. Insgesamt steigerte sich die Selbstmordrate von 1999 bis 2014 um 24 Prozent. Unter männlichen Weißen stieg die Suizidrate stärker als in jeder anderen Ethnie oder Geschlechtsgruppe. Jünste Forschungen beleuchten die Notlage der weniger gebildeten Weißen und zeigen eine Zunahme der Todesfälle durch Rauschgifte, Selbstmord, Lebererkrankungen und Alkoholvergiftungen. Dabei werden die Weißen – und insbesondere die weniger gebildeten Weißen – noch eine Weile den relativ größten Teil der Wahlberechtigten im Land ausmachen. Im kommenden Jahr werden sie noch 44 Prozent der Wahlberechtigten stellen.

Der westliche Populismus ist demnach letztlich nur der Fäulnisgestank der aufgrund eines „Trends“ aussterbenden Weißen, den man eben ertragen müsse, bis diese zahlenmäßig endgültig in der Bedeutungslosigkeit versunken sind. Das kann man dann so stehen lassen, dem wäre nichts mehr hinzuzufügen außer: Viel Spass weiter mit dem Populismus und Tribalismus der anderen, insbesondere dem der verantwortlichen „Trendsetter“!

Von Wölfen und Menschen VIII

Eine kleine Textcollage: Vom Wolf zur Schnecke

Aus „TUMULT-Vierteljahresschrift für Konsensstörung“, Winter 2018/19:

JOHANN FELIX BALDIG

Harz Wolfserwartungsland

Wer wo überleben wird

(…)

Abwurfstangen deutschen Stolzes

(…)

Was bezogen auf die ganze Körperschaft das Absehen von guter Polizey im Sinne öffentlicher Ordnung ist, erscheint künftig in Deutschlands Wäldern als Einsetzung des Wolfes an die Spitze der Nahrungskette. Der Wolf residiert, ganz metaphorischer Flüchtling, jenseits des Jagdrechts. Eine Waid gegen ihn findet nicht statt. Als geschützte Art, nach jeder nur denkbaren Jurisdiktion, kann sich der Deutsche, ob Spaziergänger, ob Pilzsammler, ob Förster, ob Jäger, dem Wolf gegenüber nur ins Unrecht setzen. Ist der Wolf noch nicht da, noch nicht niedergekommen nach langer Wanderung, wird er erwartet, herbeigesehnt, wohl auch herbeigeholt. Ein staatliches Wolfserwartungswesen wird installiert. Hat der Wolf neue Räume besiedelt, führt er gar Welpen, gehen von ihm unwiderleglich keine Gefahren aus, die nicht im Aushandelungswege zu bändigen wären, kann er denknotwendig kein Stifter eines letzten Schadens sein, der nicht von vielbeschworener Diversitätsrente abgegolten, ja verzinst würde.

Der Wolf stellt uns vielmehr Aufgaben. Kompetenz ist mithin gefragt, Kompetenz in der Aufgabenlösung. Wolfskompetenzzentren werden errichtet, die sich im Wolfsmanagement üben. Das Wolfsmanagement gibt den Wolfsunterworfenen auf: „Dulde und liquidiere!“ Weil das Wolfsmanagement primär auf die Begleitung, Förderung wölfischer Landnahme zielt, versteht es Rissbegutachtung und Leistung von Schadensersatz den Nutztierhaltern gegenüber als Kernaufgabe. Das moderne Zudecken und Abmildern der unschönen Weiterungen der großen Verwilderung! Überdies gibt das Wolfsmanagement den Wolfsunterworfenen auf: „Errichte Mikrogrenzen um deine Herde, wo das Wolfsmanagement die Wege der Wölfe bereitet!“ Derweil der Wolf, gehätschelt von Wolfsbeauftragten, unbehelligt von der Jägerschaft, sein mörderisches Geschäft verrichten darf, werden den Schäfern von einer umständlichen Bürokratie die Herdenschutzmaßnahmen ersetzt. Die Zäune müssen tief im Erdreich gegründet sein, um nicht untergraben zu werden. Im Wolfsniederkunftsland wird der Schäfer zum Erdarbeiter. Endlich gibt das Wolfsmanagement den Wolfsunterworfenen auf: „Ertrage den staatlich genährten Zweifel am Wolf als Schadensstifter!“ Staatlichen Wolfsrissgutachtern sind die Zeugnisse und Spuren eines Risses umständlich zu übermitteln, auf dass diese der Frage nachgehen mögen, ob nicht ein Schäferhund, gar eine Hündin namens Blondie, für den Überfall verantwortlich zeichnet.

FAZ vom Dienstag, 26. Februar 2019, Seite 4, Rubrik „Politik“:

Im Gespräch: Schleswig Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) über die Jagd

„Der Wolf gehört jetzt dazu“

Herr Minister, Sie haben den Wolf in Schleswig-Holstein mit der Kennung GW 924m zum Abschuss freigegeben. Wie läuft die Jagd?

Es wird mit allen Mitteln und vollem Einsatz daran gearbeitet, um das Gelingen der Entnahme sicherzustellen…

…also der gezielten Tötung…

…ja genau. Grundsätzlich ist der Wolf nicht das einzige Tier, das wir jagen. Er ist aber eine große Ausnahme, da er unter strengem Schutz steht. Das macht es nicht einfach, und es ist eine große Herausforderung, das Tier zu finden.

In den vergangenen Jahren ist so ein gezielter Abschuss doch überhaupt nur zwei Mal gelungen in Deutschland.

Das ist nichts, was man auf Knopfdruck erledigen kann. Aber wir sind dem Wolf auf der Spur und hoffen, dass es gelingt. Trotzdem muss klar sein: eine Entnahme ist ein Ausnahmefall. Die Regel muss sein, dass wir mit den Wölfen, die wir haben und die noch kommen werden in Koexistenz leben. Sie werden dann auch willkommen geheißen. Und die Wölfe müssen wissen, dass sie nicht die Nutztiere angreifen sollen, sondern Wildtiere. Dafür brauchen wir die wolfssicheren Zäune als wichtigstes Präventionsmittel.

Gerade der Gedanke an diese Koexistenz scheint viele Menschen zu verunsichern. Auch ein Abschuss wird das nicht ändern, und Zäune haben auch Nachteile. Müsste nicht also viel grundsätzlicher mal geklärt werden, wie wir zu dem Wolf stehen?

Wir haben als Gesellschaft die Entscheidung getroffen, dass der Wolf unter Schutz gestellt wird, weil wir nicht wollen, dass die Liste der ausgestorbenen Tiere immer länger wird. Das war eine richtige Entscheidung. Wir tun gut daran, den Artenschutz nicht daran festzumachen, wie anstrengend ein Tier ist . Und weil wir diese Entscheidung getroffen haben, müssen wir einen Weg finden, um die Interessen der Weidetierhaltung und der Menschen, die verängstigt sind, in Einklang zu bringen mit dem Schutz des Tieres.

Hätten Sie mit alle diesen Ängsten und auch der Gereiztheit gerechnet, die sich zeigt? Selbst bei ihnen im Land, wo es grade mal eine Handvoll Wölfe gibt?

Die Rückkehr des Wolfes finden viele Menschen nicht gut und ich kann das zum Teil auch verstehen. Es kann eine enorme Belastung sein, wenn man als Nutztierhalter jeden Morgen die Sorge haben muss, wieder tote Tiere zu finden, oder wenn Eltern auf dem Land sich fragen, ob sie ihre Kinder noch zur Schule gehen lassen können. Das muss ernst genommen werden. Genauso muss aber ernst genommen werden, dass wir nur Schritte gehen können, die geeignet sind, eine Koexistenz zu ermöglichen. Das will eine große Mehrheit der Gesellschaft. Und es gibt ja auch Menschen, die mit der gleichen Emotionalität ihre Meinung vertreten, dass es völlig falsch ist, auch nur einen einzigen problematischen Wolf abzuschießen. Auch von denen kommt viel Unverständnis.

Sie hatten deshalb in Schleswig-Holstein Probleme, überhaupt Jäger für die Wolfsjagd zu finden.

Die Belastungen für die Jäger sind hoch. Die Befürchtung, dass man an den Pranger gestellt wird, von der einen wie der anderen Seite, sind bei allen, die mit dem Thema befasst sind, groß. Wir haben Anonymität zugesichert, es ist ein professionelles Verfahren, wir machen daraus keine Live-Hetzjagd. Wir erlegen im Jahr etwa 25 000 Wildschweine, das interessiert keinen Menschen. Wenn ein Wolf entnommen wird, sollten wir nicht über reagieren. Als Politik müssen wir die Emotionen zwar ernst nehmen, aber können uns nicht von ihnen leiten lassen. Es ist nicht nötig in Panik auszubrechen.

(…)

Das bezieht sich auf Ihre Partei – werden es die Grünen verkraften, wenn es bald ein Bild eines erschossenen Wolfes gibt?

Das müssen wir dann. Und alle anderen müssen ertragen, dass der Wolf jetzt zu unserer Kulturlandschaft dazugehört.

Jägerportal „jagderleben“, 03.05.2017:

Wolfs-Veranstaltung eskaliert

Sobald es um Isegrim geht, kochen die Emotionen hoch. Das Brandenburger Wolfsplenum wäre daher fast vorzeitig beendet worden.

Wie die „Lausitzer Rundschau“ berichtet, endete die Veranstaltung in Vorwürfen und Chaos. Mehrfach stand der Abbruch kurz bevor. Und das, obwohl Umweltsekretärin Carolin Schilde offenbar um Schadensbegrenzung bemüht war. Sie verkündete nämlich, dass Problemwölfe nach Einzelfallentscheidungen geschossen werden sollen. Doch eine Obergrenze für die Wolfspopulation könne man nach wie vor nicht festlegen.

Insgesamt wurde dem Ministerium eine schlechte Vorbereitung für das Treffen attestiert. Zum einen wurde den Teilnehmern erst zwei Tage zuvor die Tagesordnung zugesandt. Des Weiteren sei die Ministeriums-Präsentation nicht wertfrei gewesen. Argumente, wie der erteilte Förderbescheid in Höhe von knapp einer Million Euro für das Wolfs- und Herdenschutzzentrum oder Ausgaben für Präventionsmaßnahmen von mehr als 800.000 Euro, brachten auch keine Ruhe mehr in die Runde. Befürworter wie Kritiker waren längst bei gegenseitigen Beleidigungen angelangt.

„Das ist, als ob sie uns für doof verkaufen“, wird der Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg, Dirk-Henner Wellersdorf, von der Zeitung zitiert. Der Landesbauernverband legte nach. „Wenn eine Fachveranstaltung quasi abgebrochen werden muss, weil sie dank mangelnder Vorbereitung nicht durchführbar war, spricht das schon eine deutliche Sprache“, so Präsident Henrik Wendorff. Das Ministerium habe sich ein Armutszeugnis geleistet.

Jägerportal „jagderleben“, 08.03.2019:

Niedersachsen: Lies beklagt Störungen bei Suche nach Problemwolf

Immer wieder rufen Wolfsbefürworter zu Nachtwanderungen im Gebiet des Rodewalder Rudels auf. Der Minister Olaf Lies beklagt dies.

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat Störungen bei der Suche nach dem Problemwolf im Landkreis Nienburg beklagt. «Es gibt Leute, die laufen mit Kameras durch den Wald, fotografieren und stellen das gnadenlos ins Internet», sagte der SPD-Politiker der «Nordwest-Zeitung» (Freitag). Es sei ein Unding, wenn Institutionen in der Ausübung ihres rechtsstaatlichen Handelns und die Ausführenden vor Ort so angegangen würden, sagte Lies.

Wolfsschützer hatten vergeblich versucht, die Genehmigung zum Abschuss des Rodewalder Leitwolfes gerichtlich zu stoppen. Das Rudel nördlich von Hannover soll mehr als 40 Nutztiere gerissen haben, darunter auch Rinder und Ponys. Allerdings waren die meisten Weiden nicht mit wolfssicheren Zäunen gesichert. Die behördliche Genehmigung zum Abschuss des Rüden ist bis zum 31. März verlängert worden. «Ich bin zuversichtlich, dass wir ihn bis zum Ende der Frist haben», sagte Lies.

In der Nacht zum Donnerstag wurden nach Angaben des Umweltministeriums auf einer Weide bei Burgwedel in der Region Hannover 15 Schafe gerissen und weitere verletzt. Zwei Mitarbeiter des Wolfsbüros hätten DNA-Proben genommen, sagte eine Sprecherin, nachdem die «Hannoversche Allgemeine Zeitung» über den Fall berichtet hatte. Dass das Rodewalder Rudel die Schafe gerissen habe, sei eher unwahrscheinlich, weil dessen Territorium nicht so weit reiche. dpa

Aus dem „Bericht zu wolfsverursachte Schäden, Präventions- und Ausgleichszahlungen in Deutschland 2017″ der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW):

FAZ vom Samstag, 13. April 2019, Seite 19, Rubrik „Die Lounge“:

Wolfsblut

Die Zahl der Wölfe im Deutschland steigt. Was Naturschützer freut, ärgert die Landwirte, deren Kälber sich der Wolf holt. Besonders in Ostdeutschland wird das streng geschützte Tier zunehmend zu einem Politikum.

Von Julia Löhr

„Die Angst fährt immer mit.“ Ralf Högemann schwingt sich in seinen Geländewagen, Zeit für die morgendliche Kontrollrunde. Der Wagen ruckelt über die Felder, gelegentlich drehen die Reifen im Matsch durch, es hat die vergangen Tage viel geregnet in Treuenbrietzen, einem kleinen Ort im Süden Brandenburgs. Seit rund dreißig Jahren ist Högemann hier Landwirt. 500 Rinder auf 600 Hektar Land, die männlichen Kälber verkauft er an Mäster, die weiblichen behält er für die Zucht. Doch immer häufiger fragt sich Högemann, wie lange er sich das noch antun soll: Tiere aufziehen, die sich dann der Wolf holt. Er stoppt den Wagen, setzt das Fernglas an, der sonst so redselige Mann wird plötzlich ganz still. Högemann zählt seine Kälber. Dann atmet er auf. Glück gehabt, alle sind noch da.

Das war nicht immer so. 35 tote Tiere durch Wolfsrisse hat Högemann in den vergangenen zwölf Monaten gezählt. Zuletzt hat es ihn Anfang April erwischt, das Kalb war erst einen Tag alt. Die Mutter hat noch versucht, es zu verteidigen, Bissspuren an ihren Ohren künden vom nächtlichen Kampf. Högemann hat eine Excel-Datei angelegt., sie ist ausgedruckt zwei Seiten lang. „Kalb, Kalb, Kuh, Kalb, Kalb, Fohlen“ so geht das immer weiter , mit Datum und den Nummern der Tiere. Mal war der Rissgutachter des Landesumweltamtes da, mal hat Högemann ihm Fotos geschickt. Die Bildergalerie auf seinem Handy gleicht einem Schlachtfeld: lauter tote Tiere. Von einem Kalb, das ein geschientes Bein hatte, hat Högemann nur noch den Verband in einem nahegelegenen Waldstück gefunden. Auf rund 1000 Euro beziffert er den Schaden je Kalb. Der Bauer ist es leid: „meine Tiere waren vor den Wölfen hier. Der Wolf gehört gejagt.“

(…)

Lange Zeit waren solche Fragen kein Thema, seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt der Wolf hierzulande als ausgerottet. Das änderte sich erst im Jahr 2000, als in Sachsen wieder ein Wolfspaar gesichtet wurde, Zuwanderer aus Polen. Naturschützer waren entzückt, vor allem als weitere Wölfe folgten. In Deutschland gibt es mittlerweile73 Wolfsrudel, 30 Wolfspaare und etliche Einzelwölfe, zeigen Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf. Der deutsche Jagdverband schätzt, dass insgesamt wieder mehr als 1000 Wölfe in Deutschland leben. Die große Frage ist: Reicht das?

Geht es nach den Naturschützern, lautet die Antwort: auf gar keinen Fall. Eine sichere Bestandsgröße sei noch nicht erreicht, argumentieren sie. Nach Meinung der Landwirte gibt es dagegen schon jetzt mehr als genug Wölfe. Der Deutsche Bauernverband fordert ein „aktives Wofsmanagement“, um die Landwirte vor noch größeren Schäden zu schützen. Nach den Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums gab es in Deutschland im Jahr 2006 erst 40 durch den Wolf verwundete oder getötete Weidetiere. 2014 seien es schon 377 gewesen, 2017 sogar 1667 Tiere. Wir verzeichnen also mehr als eine Vervierfachung in drei Jahren“, sagt eine Sprecherin.

Für das vergangene Jahr verzeichnet allein das Landesumweltamt in Brandenburg mehr als 400 durch Wölfe getötete Nutztiere. Der Bauernbund Brandenburg organisiert regelmäßig Mahnwachen mit großen Feuern, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Neben Ralf Högemann trifft es auch seinen Kollegen Andreas Eckert einen Ort weiter. 14 tote Kälber hat er in diesem Jahr schon auf seiner Weide gefunden. Und er ist überzeugt, dass sich der Wolf noch mehr Tiere geholt hat, weil einige der Kühe zwar gekalbt haben, aber am nächsten Morgen weit und breit kein Kalb zu sehen war. Auch Eckart hat es sich angewöhnt, alle paar Stunden Patrouille zu fahren, in der Hoffnung, dass der Lärm des Autos die Wölfe vertreibt. Kein Tag vergeht, ohne dass er mit einem mulmigen Gefühl auf die Weide fährt. „Sehen sie das Kalb dort drüben? Was hinten so schwarz ist? Dem hat der Wolf den halben Arsch weggefressen.“

(…)

Das Landwirtschaftsministerium (…) will einzelne Wölfe eines Rudels auch dann „entnehmen“ , wie das Töten in der Fachsprache heißt, wenn von ihnen keine konkrete Gefahr ausgeht. Ähnliches fordern auch die Umweltpolitiker von CDU und CSU. Sie wollen wie in Frankreich eine Wolfsobergrenze von 500 Wölfen festlegen, steht in einem kürzlich veröffentlichten Positionspapier. Doch ob der im vergangenen Jahr von Frankreich verabschiedete „Managementplan Wolf“ mit dem EU-Recht vereinbar ist, muss erst noch geklärt werden. Auch die Schweden und die Finnen, die in besonders betroffenen Gebieten immer wieder einzelne Wölfe jagen, liegen im Clinch mit den Artenschützern in Brüssel. Dass es dort ein Umdenken gibt, ist unwahrscheinlich. Die zuständigen Kommissare Phil Hogan und Karmenu Vella haben Mitte Februar in einem Schreiben an die Mitgliedsstaaten deutlich gemacht, dass der Schutzstatus des Wolfs bleiben soll, wie er ist.

(…)

Wer in Deutschland Nutztiere durch einen Wolfsriss verliert, dem steht eine Entschädigung zu. Vorrausetzung ist, dass ein staatlicher Rissgutachter bestätigt, dass der Angriff tatsächlich von einem Wolf ausging und nicht etwa von einem Fuchs oder einem Hund. Doch auf diesen Rissgutachter sind die Landwirte ähnlich schlecht zu sprechen wie auf die Politik. Immerzu suche er nach Gründen, warum es doch kein Wolf gewesen sein könnte, heißt es. Auch von einer Verschwörung zwischen Politik und Naturschützern ist die Rede. Tatsächlich ist es so, dass sich der vom Land Brandenburg bestellte Rissgutachter zuvor als Wolfsbotschafter des Naturschutzbundes Nabu einen Namen gemacht hat. Das Landesumweltamt argumentiert, es gebe nun mal wenige Fachleute auf diesem Gebiet. Ein Interessenskonflikt sei nicht zu erkennen.

Umweltpolitiker drängen die Landwirte dazu, ihre Weiden wolfssicher zu machen, mit Elektrozäunen die mehr als einen Meter hoch sind und sich auch so tief in die Erde bohren, dass der Wolf sich nicht darunter hindurch graben kann. Ralf Högemann kann über solche Vorschläge nur müde lächeln. Wie viele Kilometer Zaun sich um seine Weiden spannen, wie hoch die Kosten wären, diesen technisch aufzurüsten, vermag er nicht zu schätzen. Klar ist für ihn nur: Mit den staatlichen Fördermitteln käme er nicht weit. Mit dem Auto dauert es gut eine halben Stunde, um das weitläufige Gelände abzufahren, auf dem seine Kühe stehen. Alle seien doch immer gegen Massentierhaltung in Ställen und für möglichst viel Auslauf, brummelt der Landwirt. „Bitte schön“, sagt er und macht eine ausladende Handbewegung.

Aus „TUMULT-Vierteljahresschrift für Konsensstörung“, Winter 2018/19:

JOHANN FELIX BALDIG

Harz Wolfserwartungsland

Wer wo überleben wird

(…)

Im Gefilde

Wölfe gehen übers Land. Die Vorahnung ihres Siedlungsdranges widmet unsere Gründe, sind sie noch wolfsfrei, zum Wolfserwartungsland. Schwanger geht das Land mit dunkler Wolfserwartung. Zugleich erzählt sich die verschwiegene Geschichte eines Stammes, sagen wir: der Weinbergschnecke. Im Gesträuch am Fuße einer Kopfweide, irgendwo nah beim Acker. Über das Menschenland geht Krieg um Krieg, eine Währung folgt auf die andere, Gebietsreform überholt Gebietsreform. Die Verwaltung treibt Raumordnung, nach Recht und Gesetz – gleichmäßige Lebensverhältnisse im Bundesgebiet. Derweil sich die Räume auseinanderordnen zum Verschiedenen hin, wo Wolfserwartung dräut. Bald ruft in größter Not das Jagdrecht nach der Inkorporierung des Wolfes. Ungehört! Derweil jene Sippe der Weinbergschnecke siedelte, von Geschlecht zu Geschlechte, in beschirmendem Bezirk der Kopfweide, irgendwo nah bei einem Acker. Ihr genügte die Wegmarke zur Befestigung eines ganzen Königreiches. Wo die Zeit im Flüstern der Grashalme rastet. Wir wollen leben wie die Weinbergschnecken! Im Gefilde wollen wir uns halten, wollen dort residieren! Ist das Gefilde doch unauflösbar, unentwirrbar, hält sich verklärt, beharrt romantisch.

Von Hochzeits-Exzessen und giftigen Hetz-Reflexen

Bei der Lektüre der FAZ vom Gründonnerstag stachen eurem demütigen Propagandajournalismus-Junkie wieder mal zwei Artikelchen ins Auge, die probate Wegmarken der laufenden Transformation abgeben, weshalb sie dem hiesigen kritischen Elitepublikum nicht vorenthalten werden sollen. Wobei der erste als Zustandsbeschreibung durchaus Klartext spricht, sich allerdings jeder sich aufdrängenden Schlussfolgerung und Verknüpfung enthält, während der zweite ein Musterbeispiel für einäugiges, doppelmoralisches Fingerzeigen und scheinheiligstes Gepluster darstellt.

Zunächst also zu Reiner Burger, der sich auf Seite 8 in der Rubrik „Deutschland und die Welt“ (Merke: Im Gegensatz zum Mannheimer Morgen gibt es immerhin noch ein „Deutschland“ das quasi neben „der Welt“ steht und nicht in „aus aller Welt“ aufgelöst ist) der überhandnehmenden „Hochzeits-Exzesse“ annimmt. Unter der Überschrift

NRW geht gegen Exzesse bei Hochzeiten vor

widmet er sich dieses um sich greifenden kulturellen Phänomens:

Bei Hochzeiten scheinen Konvois immer beliebter zu werden, bei denen andere Verkehrsteilnehmer nicht nur auf Autobahnen gezielt ausgebremst werden – mit dem Ziel, möglichst spektakuläre Foto- und Filmaufnahmen zu machen. Regelmäßig schießen Teilnehmer auch in die Luft – so wie am Samstag beim Autokorso einer kurdischen Festgesellschaft im niedersächsischen Burgdorf.

Ja, wie man sieht nehmen es bestimmte Teile der Bevölkerung weder mit der Straßenverkehrsordnung noch dem Waffengesetz sonderlich genau bzw. dies überhaupt ernst. Aber puuuh, wo Gefahr ist, da wächst eben auch das Rettende:

Gegen solche Auswüchse macht der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) nun mobil. „Autobahnen und Innenstädte sind keine Privaten Festsäle“, sagt Reul am Mittwoch in Düsseldorf. „Jeder hat sich an die Regeln zu halten, sonst setzt die Polizei der Feier sehr schnell ein ernüchterndes Ende. Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft schnell überschritten.“

Uiuiui. Leider sieht es mal wieder so aus, als ginge mangelnder Respekt vor dem Gesetz Hand in Hand mit totalem Disrespekt vor dessen Vertretern, mit denen der multikulturelle Mob „Hugoles“ treibt und dabei, oh weh, keine Spur von Einsicht zeigt:

Allein in Nordrhein-Westfalen mussten am vergangenen Wochendende Streifenbeamte 32 Mal gegen Hochzeitskonvois einschreiten. Sie schrieben Dutzende Anzeigen, stellten Schreckschusspistolen sicher, erteilten Verwarnungen sowie Platzverweise, zogen Führerscheine ein und legten Fahrzeuge still. In Rheine blockierte eine Hochzeitsgesellschaft eine Kreuzung; Männer und Frauen stiegen aus ihren Fahrzeugen und tanzten auf der Straße. In Duisburg fuhr eine syrische Gesellschaft mit einem Dutzend Autos hupend durch die Innenstadt. Fahrzeuginsassen lehnten sich aus den Seitenfenstern und Schiebedächern. Als Zivilbeamte den Konvoi anhielten, stellte sich heraus, dass mehrere junge Männer keine Fahrerlaubnisse hatten. Eines der Autos war zudem weder zugelassen noch versichert. „Von Einsicht keine Spur: Die Beteiligten beschwerten sich vor Ort über den Einsatz,“ berichtete ein Sprecher der Polizei. Nur wenige Stunden zuvor hatten Anlieger einer anderen Duisburger Straße beobachtet, wie ein Gast einer türkischen Hochzeitsgesellschaft mit einer Pistole Schüsse in die Luft abgegeben hatte. Obwohl die herbeigeeilten Streifenbeamten gut ein Dutzend Patronenhülsen auf dem Asphalt fanden, wollte niemand aus der Hochzeitsgesellschaft Schüsse wahrgenommen haben. Regelmäßig begingen Feiernde mit Migrationshintergrund „unter dem Deckmantel vermeintlicher Brauchtumspflege Straftaten und Ordnungswidrigkeiten“, man gehe „konsequent gegen Straftäter und Verkehrssünder vor“ hieß es von der Duisburger Polizei.


Wie allein das Verhalten der bunten Hochzeiter zeigt, zeitigt die Art der praktizierten „Konsequenz“ eher wenig abschreckende Wirkung, weshalb jetzt Innenmister Reul es für notwendig hält, den Alphagorilla zu geben:

Innenminister Reul sprach am Mittwoch von „Exzessen“, denen es einen Riegel vorzuschieben gelte. „Das ist rücksichtsloses Verhalten, für das mir jedes Verständnis fehlt und das wir nicht hinnehmen.“

Ja, da zittert der Mob zusammen mit der Macht des Faktischen. Und immerhin ist das Phänomen mittlerweile auch auf der parlamentarischen Agenda angekommen:

Auch auf der parlamentarischen Agenda ist das Phänomen mittlerweile angekommen: Erst vor wenigen Tagen beschäftigte sich der Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags mit einem besonders spektakulären Beispiel. Ende März hatten mehrere Luxus-Sportwagen durch Hinundherpendeln über alle Fahrstreifen den Verkehr der stark befahrenen Autobahn 3 bei Ratingen ausgebremst. Dann ließ einer der Fahrer die Reifen seines Wagens qualmen, um über die Fahrbahn zu „driften“. Bei einem ebensolchen Manöver verlor am Freitag vergangener Woche mitten in Berlin ein Hochzeitskorso-Teilnehmer die Kontrolle über sein Fahrzeug und stieß mit dem Wagen einer Frau zusammen, die dabei leichte Verletzungen erlitt.

Ja, der Erzähler kann sich, was die türkisch-orientalischen Hochzeitskonvois betrifft, lange zurückerinnern, das gibt es nicht erst seit gestern. Aber offensichtlich greift das mit der wachsenden Orientalisierung weiter um sich und erreicht dabei neue Dimensionen an dreister Unverfrorenheit. Es wird immer weniger Rücksicht auf andere gekommen, Solidarität herrscht innerhalb der Familienklane und allenfalls noch der eigenen Ethnie in Gestalt des „Türkentums“ oder „der Kurden“ oder den islamischen Glaubensbrüdern gegenüber, wobei auch diesbezüglich oftmals eine Situation vorliegt, in der diese Buntheitsfragmente von ihren eignen Landsleuten brutal ausgebeutet werden: Türken zocken ihre Landsleute bei Geschäften oder mit Wuchermieten ab, reiche Roma-Klanführer prostituieren arme Stammesangehörige, Arbeiterstrich und Menschenhandel befinden sich Großteils in migrantischer Hand. Wie im Orient eben nicht unüblich, wo das Bewusstsein des „Staatsbürgers“, der sich in ein großes Ganzes einordnet, sich nicht entwickelt hat, man gemeinhin nie wirklich über das tribalistische Denken in Klanstrukturen hinausgekommen ist und allenfalls der harten Faust eines echten Autokraten Respekt zollt. Der Erzähler erinnert sich, wie in einer TV-Reportage über die „Araberclans“ und ihre „Friedensrichter“ ein Ebensolcher meinte, dass niemand hier die Polizei respektiere, weil die zu weich sei, man sollte, so der Patriarch wörtlich, „mit der Eisenfaust draufschlagen!“ Da sind dann aber die Möhnntschenrechte in der „Vielheitsgesellschaft“ vor, womit schon alles dazu gesagt wäre. Außer vielleicht die verbleibende Frage, ob man in einer mehr oder weniger monoethnischen Gesellschaft mittlerweile überhaupt über „Eisenfäuste“ nachdenken müsste und sich nicht „Dududu“ und „Kuscheljustiz“ locker leisten könnte.

Ach, apropos Klans. Da häufen sich ja auch die Artikelchen darüber, dass man deren Treiben nicht länger dulden werde, die Polizei würde genau sondieren, hätte Spezialermittlerteams gegründet, fahre Null-Toleranz usw. usf. Dabei werden immer wieder die tolldreisten Streiche der Klans erwähnt, wie der Raub der Riesenmünze usw., davon, inwiefern diese Ethno-Clans, zu nicht unerheblichen Teilen faktischen Analphabeten, in der Lage sind, sich mit ihrem Vermögen nicht nur die besten Anwälte zu leisten, sondern sich überhaupt Politik, Justiz und Polizei zu kaufen, ist im Allgemeinen nicht die Rede – Lügen durch Weglassen.

Und von wegen „parlamentarischer Agenda“:

BERLIN. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Deutschen zu mehr Offenheit gegenüber Einwanderern aufgefordert. „Wir müssen auch als diejenigen, deren Familien schon seit Jahrhunderten in Deutschland leben, lernen, daß Offenheit und Neugierde auf andere Kulturen uns doch nichts wegnehmen, sondern bereichern“, sagte Merkel anläßlich der Veranstaltung „60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland“ am Montag in Berlin.

Es sei kein Fehler, wenn man einmal wieder in die Bibel schauen müsse, weil man mit jemanden über den Koran sprechen wolle, ergänzte die Kanzlerin. So bibelfest, wie die Deutschen manchmal täten, seien sie nämlich nicht. „Das heißt also, wir müssen Integration als Bereicherung sehen, die aber die Offenheit unserer Gesellschaft, in die man kommt, ebenso erfordert wie die Offenheit derer, die zu uns kommen. Aufeinander zugehen – das wünsche ich mir noch mehr in den nächsten 60 Jahren.“

„Nicht mehr alles so sehr genormt“

Sie sei davon überzeugt, daß die Deutschen durch die Gastarbeiter auch etwas lockerer geworden seien.

Ich glaube, wir haben von Gastarbeitern ein wenig übernommen, daß man in Restaurants auch draußen sitzt, daß man ein bißchen lockerer an die Dinge herangeht, daß man offener sein kann und daß nicht mehr alles so sehr genormt ist. Das hat den Deutschen auch ganz gutgetan und sie haben mitgemacht.

Ganz so emotional – insbesondere im Norden der Republik – seien die Deutschen zwar noch immer nicht, es werde aber besser. „Wir haben also doch gewisse Inspirationen angenommen“, lobte Merkel. (krk) .

https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/merkel-deutsche-dank-gastarbeiter-lockerer/

Eben. Es wird im Verlauf des Downgradings immer lockerer und genug „Deutsche“ werden dabei weiter mitmachen, dafür sorgen schon Bildungsverfall und Asozialisierung mit der Glorifizierung von Kriminalität, Asozialität und kriminellem Kanacken-Räpp, während man weiter oben versucht, sich als funktionales Rädchen im System einzuordnen und seine Möglichkeiten zu nutzen. Nicht mehr so genormt, alles. Zudem war neulich ebenfalls der FAZ zu entnehmen, dass angesichts der „Vielheitsgesellschaft“ die Vorstellung von „Integration“ überholt sei, es gehe vielmehr angesichts der neuen Wirklichkeit einer „Hyperkulturalität“ um die Begegnung auf, äh, latürnich, der unvermeidlichen „Augenhöhe“, die sich allerdings auch schon mehr als „überholt“ anhört, aber sei’s drum; hier wurde darüber debattiert, natürlich auf für Ottonormahl eher abgehobener Ebene von Kunst-Kultur-Gedöns. Man kann aber nicht sagen, dass dies nicht die Realität ziemlich genau widergibt: „Integration“ ist von gestern, jetzt ist „Vielheit“ und „Hyperkulturalismus“, komm klar damit, Kartoffel. Vor diesem Hintergrund faktischer Mächte ist das Gepolter von Figuren wie Reul und Konsorten nur hohle Pose und zeigt, an was für Zustände man sich mittlerweile schon gewöhnt hat und wohin die weitere Reise geht.