Mitgefühl als Eingeständnis der Wahrheit: Der Elefantenmensch

ICH BIN KEIN TIER! ICH BIN EIN MENSCHLICHES WESEN! ICH BIN EIN MENSCH!

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Von Trevor Lynch, erschienen auf Counter Currents Publishing und The Unz Review, 20 Januar 2021, demütig übersetzt und mit einer Schlußbemerkung versehen von B-Mashina.

David Lynchs zweiter Spielfilm, Der Elefantenmensch/The Elephant Man (1980), ist eine seiner erstklassigsten Arbeiten. In vielerlei Hinsicht ist The Elephant Man Lynchs konventionellster „Hollywood“-Film. (Dune ist auch ein Hollywood-Film, aber ein mißglückter.) Die Besetzung von The Elephant Man ist ziemlich erlesen, inbegriffen John Hurt, Anthony Hopkins, Sir John Gielgud, Dame Wendy Hiller und Anne Bancroft. Der Film wurde von Mel Brooks produziert, der seinen Namen außen vor ließ, damit die Leute keine Komödie erwarteten.

The Elephant Man war sowohl kommerziell als auch bei der Kritik erfolgreich. Er erhielt acht Academy-Award-Nominierungen, einschließlich „bester Film“ und „bester Regisseur“. Er spornte auch die Academy dazu an, im Jahr darauf eine neue Auszeichnung für Makeup zu schaffen. The Elephant Man gewann die Auszeichnungen der British Academy Film Awards für „bester Film“, „bester Schauspieler“ (Hurt) und „Produktionsdesign“, als auch den französischen César als bester ausländischer Film. Er wird routinemäßig in die Bestenlisten der Filmkritik aufgenommen.

Obwohl es in The Elephant Man um einen abscheulich deformierten Tingeltangel-Freak geht, ist Lynchs Herangehensweise empfindsam und teilnahmsvoll. Tatsächlich ist The Elephant Man erbaulich, herzerwärmend und ziemlich explizit christlich, was angesichts des Umstands überrascht, daß Lynch, über lange Zeit ein Anhänger der Transzendentalen Meditation, eher Hindu als Christ ist.

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Dennoch ist The Elephant Man unverkennbar das Werk des Regisseurs von Eraserhead. Er ist von Kameramann Freddie Francis, der später an The Straight Story arbeitete, ausschließlich in schwarzweiß gedreht worden. The Elephant Man weist auch Lynchs Markenzeichen der surrealen Montagen, low-tech Spezialeffekte und minutiösen Klangdesigns auf, gemeinsam geschaffen mit seinem langzeitigen Kollaborator Alan Splet. Wie Eraserhead behandelt auch The Elephant Man Technik wie eine beinahe dämonische Kraft und stellt das urbane Leben als höllisch und entfremdend dar. Schlußendlich sind das groteske Thema und die empfindsame Art, es zu behandeln, ebenso ziemlich lynchianisch.

Die Geschichte des Elefantenmenschen kann ziemlich kurz zusammengefaßt werden. Joseph Merrick (im Film John Merrick genannt) wird 1862 in England geboren. Ab dem Alter von fünf Jahren begann er, sich abnormal zu entwickeln und wurde entsetzlich deformiert, wahrscheinlich in Folge eines Proteus Syndroms. Merricks Schädel wurde enorm vergrößert und entstellt. Sein rechter Arm vergrößerte sich und war nicht mehr zu gebrauchen, aber sein anderer Arm war normal. Seine Wirbelsäule war erschreckend verdreht, was ihn beim Gehen beeinträchtigte. Sein Körper war bedeckt mit warzenartigen Wucherungen. Zudem hatte er Probleme beim Atmen. Sein Kopf war so riesig, daß er dazu gezwungen war, aufrecht sitzend zu schlafen. Hätte er normal geschlafen, wäre er erstickt.

Unfähig zu arbeiten, begann Merrick, sich als Tingeltangel-Freak zur Schau zu stellen, was ihm eine aufgrund polizeilicher Auftrittsverbote und unredlicher Schausteller prekäre Existenz verschaffte. 1883 entdeckte ein Chirurg namens Frederick Treves Merrick und stellte ihn bei einem Treffen der Pathological Society of London aus. Zwischen Merrick und Treves entwickelte sich eine Freundschaft. Merricks Schicksal wurde zu einem großen Thema in der britischen High Society. Verfochten von Königin Victoria höchstselbst, gab man Merrick ein dauerhaftes Domizil im London Hospital, wo er im Alter von siebenundzwanzig Jahren starb. Lynchs Film nimmt sich einige Freiheiten bei der Geschichte heraus, vermittelt jedoch die Essenz.

Die Eröffnungsmontage von The Elephant Man ist reiner Eraserhead. Wie beim Beginn von Eraserhead ist es eine Allegorie einer monströsen Geburt. Wir beginnen bei den Augen einer Frau in einer viktorianischen Photographie. Später lernen wir, daß das John Merricks Mutter ist. Wir hören ein unheilvolles mechanisches Brummen. Dann sehen wir Elefanten, über das Gesicht der Mutter eingeblendet. Die Elefanten erstarren, treten dann hervor. Wir hören ihr Grollen und Trompeten. Wir sehen eine Frau die zu Boden geworfen wird und sich in Zeitlupen-Terror zu anschwellenden verzerrten Klängen windet. (In Lost Highway hat Lynch die Verwandlung von Fred Madison in Pete Dayton auf eine ähnliche Weise gefilmt.) Dann sehen wir weißen Rauch vor einem schwarzen Hintergrund aufsteigen. Ein Baby schreit. Diese Sequenz basiert auf dem Tingeltangel-Ursprungsmythos vom Elefantenmenschen, dem die Vorstellung zu Grunde liegt, daß die Entwicklung eines Kindes durch mütterliche Erfahrungen geformt werden kann.

Als nächstes sehen wir einen viktorianischen Zirkus. Die Kamera fokussiert auf einen gutgekleideten Gentleman mit einem Zylinderhut. Es ist Anthony Hopkins als Dr. Frederick Treves. Obwohl Treves wie die Verkörperung viktorianischer Korrektheit erscheint, betritt er das Tingeltangel durch eine Ausgangstür, beschildert mit „Zutritt verboten“. Diese grenzüberschreitende Geste wiederholt sich einige Sekunden später. Wir werfen flüchtige Blicke auf die üblichen Freaks, wie etwa eine Frau mit Bart. Dann treffen wir eine mit Entsetzen erfüllte Dame, die von einem Gentleman getröstet wird. Treves taucht in die Dunkelheit ein, aus der sie hervortraten.

Das Ziel von Treves ist die Ausstellung des Elefantenmenschen. Doch als er ankommt, ist der Vorhang zugezogen. Die Polizei schließt die Ausstellung, weil sie entwürdigend und „monströs“ sei. Der „Eigentümer“, Mr. Bytes, ist ein fiktionales Kompositum der Schausteller, mit denen der echte Merrick arbeitete. Hervorragend gespielt von Freddie Jones – welcher der Tufir Hawat in Dune war und einen Cameo-Auftritt in  Wild at Heart hatte – ist Bytes ein schmieriger Trinker und Sadist.

Treves ist dazu entschlossen, den Elefantenmenschen zu sehen und spürt schließlich Bytes für eine private Vorführung auf. In Blue Velvet ist sich Sandy nicht sicher, ob Jeffry ein Detektiv oder ein Perverser ist. Ebenso sind wir in The Elephant Man dazu verleitet, uns zu fragen, ob Treves ein Arzt oder ein Perverser ist. Bytes hat Treves als Perversen ausgemacht – einen Perversen, wie er selbst einer ist – und gibt schielend zu verstehen, daß sie ein gemeinsames Geheimnis teilen. Später spricht Bytes mit Treves praktisch wie ein Zuhälter: „Ich begebe mich in die entsprechenden Kreise für diese Dinge… tatsächlich jederzeit, wenn Sie verstehen, was ich meine.“

Als Treves jedoch schließlich den Elefantenmenschen sieht, betrachtet er ihn nicht mit der objektiven Wißbegierde des Arztes oder dem schlüpfrigen, anzüglichen Blick eines Perversen. Sein Gesicht bekundet tiefste Erschütterung. Dann erscheint eine einzelne Träne in seinem Auge.

Allerdings ist Treves immer noch ein Mann der Wissenschaft – und ein Mann mit einigem Ehrgeiz. Und so arrangiert er es, Merrick der Pathological Society of London zu zeigen.

Später, nachdem Merrick von Bytes schwer verprügelt wurde, nimmt ihn Treves im London Hospital auf. Zunächst wird er in einem Isolatinsraum unweit des Glockenturms untergebracht, eine dezente Hommage an Der Glöckner von Notre Dame.

An dieser Stelle sind wir nun dreißig Minuten im Film und haben doch noch nicht Merricks Gesicht gesehen. Lynch handhabt diese langsame Enthüllung meisterhaft, und als wir schließlich Merrick sehen, dauert es eine Weile, bis wir ihn in einer Nahaufnahme sehen. In dem er sich Zeit nimmt, baut Lynch nicht nur Spannung auf, sondern humanisiert den Charkter vollkommen, bevor er den vollen Horror seiner Erscheinung enthüllt. Auch sollte angemerkt werden, daß Hurts Verkleidung und Make-Up nicht so grotesk sind wie der wirkliche Joseph Merrick.

Bis zu diesem Punkt hat Merrick auch noch nicht gesprochen. Treves vermutete, daß er ein Schwachsinniger ist, aber das ist nicht der Fall. Schließlich bringt er Merrick zum Sprechen.

Merricks Anwesenheit wird von Francis Carr Gomm, dem Direktor des Hospitals, warmherzig porträtiert von Sir John Gielgud, mit der Begrünung abgelehnt, daß das Hospital keine Unheilbaren aufnimmt. Nichtsdestotrotz wünscht sich Carr Gomm ein Treffen mit Merrick und Treves glaubt, daß wenn das Gespräch gut verlaufe, es Merrick gestattet würde zu bleiben. Aber die Unterhaltung geht ziemlich unbeholfen von statten, und als Merrick die selben Phrasen in Zusammenhängen, in denen sie keinen Sinn ergeben, wiederholt, denkt Carr Gomm, daß es sich bei ihm um einen Schwachsinnigen handelt, den man entsprechend trainiert hat.

Doch als Merick den Psalm 23 rezitiert und sich dann zu öffnen beginnt, sind sowohl Treves als auch Carr Gomm wie vom Donner gerührt. Beide hatten gehofft, daß Merrick schwachsinnig ist, da Intelligenz nur sein Leid vergrößern könnte. Aber Merrick hat nicht nur in außerordentlichem Maße gelitten, er hat sich auch seine Menschlichkeit bewahrt. Es ist ihm gelungen, ein feinfühliges und anständiges menschliches Wesen zu bleiben, eine schöne Seele in einem abscheulichen materiellen Gefängnis, ein Motiv, das auch mit dem im wesentlichen gnostischen Weltbild von Eraserhead harmoniert. Carr Gomm ist überwältigt von Mitgefühl. Er schwört, einen Weg zu finden, Merrick eine sichere Bleibe zu geben. Die gesamte Sequenz ist ungemein bewegend.

Carr Gomm schreibt einen Brief an die Times, macht Merricks Los öffentlich und bittet um Unterstützung, was Merrick ins Blickfeld der hohen und der niederen Klassen rückt.

Königin Victoria entsendet ihre Schwiegertochter, Alexandra, Prinzessin von Wales, um ihr Schreiben, in welchem sie die Forderung unterstützt, Merrick eine ständige Unterkunft zu geben, dem Verwaltungsrat des London Hospital vorzulesen. Nachdem sie dies erledigt hat, blickt Alexandra die Verwaltungsratsmitglieder direkt an und sagt: „Ich bin sicher, man kann drauf zählen, daß ihr Ehrenmänner auf christliche Art und Weise handeln werdet.“ Was sie tun. Als Carr Gomm, Treves und die ernste Oberschwester, Mrs. Mothershead, Merrick die gute Nachricht überbringen, wird er von Emotionen ebenso überwältigt wie jeder Zuschauer, der kein ernsthaft deformiertes Herz hat.

Eine prominente Schauspielerin, Madge Kendal (Anne Bancroft), wünscht sich, Merrick zu treffen. So wie die Trinker und leichten Mädchen, die mit dem schmierigen Nachtportier des London Hospital verkehren. Sonny Jim (ein Name der von Lynch für Dougie’s kleinen Jungen in Twin Peaks: The Return wiederverwendet wurde).

Am Tag empfängt Merrick Schauspielerinnen und Gesellschaftsdamen überbringen üppige Geschenke. Es sind sentimentale, wohlmeinende Seelen, die einen Triumph des menschlichen Geistes bewundern wollen. Nachts wird er von lärmenden Trunkenbolden heimgesucht, die Sonny Jim mit ein paar Münzen bezahlen um über den Elefantenmenschen zu lachen.

Mrs. Mothershead, schön gespielt von Wendy Hiller, mißbilligt beide Kategorien von Besuchern. Sie wirft Sonny Jim raus, als sie das mit seinen Vorführungen herausfindet. Ebenso tadelt sie Treves dafür, daß er die manierlicheren Gaffer zuläßt, sagt daß Merrick aus Neue eine Tingeltangel-Kuriosität ist.

Dies führt zu einer der ergreifendsten Szenen des Films. Treves verbringt eine schlaflose Nacht über der Frage: „Bin ich ein guter Mensch oder bin ich ein schlechter Mensch?“ Treves ist ein guter Mensch, und ein Teil dessen, das ihn gut macht, ist seine Bereitschaft, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen. Niemand kann The Elephant Man sehen, ohne die vitktorianischen Mittel- und Oberklassen zu bewundern: ihre exquisite Manieren, ihre moralische Ernsthaftigkeit und ihre Leidenschaft eine Gesellschaft aufzubauen und zu verschönern, die von Blakes „dunklen satanischen Mühlen“ [„dark Satanic mills of progress“: Industrielle Revolution, DE] zertrümmert wurde.

Treves moralische Krise wird kombiniert mit einer lynchianischen Montage von Merricks nächtlichen Schrecken. So wie bei dem abgetrennten Ohr in Blue Velvet, nähert sich Lynchs Kamera einer Öffnung und taucht dann hinein, in diesem Fall in das Augenloch von Merricks Kopfverhüllung. Wir folgen Rohrleitungen zum Klang von mechanischem Schnaufen, Merricks schwerfälligem Atmen ähnlich. Wir sehen Männer in Fabriken mit Maschinen arbeiten, den „Man in the Planet“ aus Eraserhead ins Gedächtnis rufend, der ein gnostisches Symbol für die Fesselung des Geistes an die Materie ist. Eine anzüglich grinsende Menge tritt aus der Dunkelheit hervor, hält einen Spiegel vor Merricks entsetztes Gesicht, was mit Körperteilen von Elefanten verschnitten ist. Dann blickt er zurück zu den Schlägen, die er von Bytes empfangen hat. Lynch ist ein Meister darin, Träume auf Film zu bannen: prophetische Träume, Träume, in denen Wünsche in Erfüllung gehen, Alpträume.

Der Kontrast zwischen gut und böse wird unterstrichen, als sich eines nachts Bytes mit dem letzten Haufen von Sonny Jims Zechern einschleicht und Merrick entführt und zu einem Zirkus auf dem Kontinent bringt. Merricks Gesundheitszustand verschlechtert sich jedoch und er kann nicht auftreten. Ein betrunkener Bytes schlägt ihn und sperrt ihn zu einigen wütenden, bedrohlichen Pavianen in einen Käfig.

Es ist eine entsetzliche Szene, in der eine eigentümliche Technik angewandt wird, die auch bei The Straight Story und Twin Peaks: The Return auftaucht, wobei Lynch Kamera und Mikrofon entfernt vom Geschehen plaziert, es mit einem weiten Raum umrahmt und den Zuschauer dazu zwingt, sich anzustrengen um zu sehen und zu hören, was geschieht. Es ist eine Rückkehr zu den statischen Kameras der frühen Tonfilme, welche oft wie gefilmte Theaterstücke erscheinen.

Die Zirkussequenz ruft insbesondere Tod Brownings Klassiker Freaks in Erinnerung, in dem sich Tingeltangelfreaks verbünden um gemeinsam einen der ihren zu rächen. In The Elephant Man befreien sie jedoch einfach nur Merrick aus seinem Käfig und schaffen ihn auf ein Boot bei Ostende, um ihn zurück nach London zu bringen.

Als Merrick an der Liverpool Street Station ankommt, wird er von Rotzlöffeln bedrängt, die wissen wollen, warum sein Kopf so groß ist. Flüchtend stößt er unabsichtlich ein kleines Mädchen um. Dessen Mutter kreischt erschreckt. Eine große Menge verfolgt ihn. Das Monster ist demaskiert, dann in einer Toilette in die Enge getrieben, wo er die berühmten Zeilen verkündet: „Ich bin kein Tier. Ich bin ein menschliches Wesen! Ich bin ein Mensch! Ich bin ein Mensch!“ Schließlich kommt die Polizei und bringt Merrick zurück zu seinem Heim im London Hospital.

Merricks Leben nähert sich seinem Ende. Mrs. Kendal und Prinzessin Alexandra nehmen ihn mit ins Theater, wo er durch etwas bezaubert wird, was wie die Pantomime eines Kindermärchens aussieht. Die Bildmontage des Stücks ist Lynch pur, aber auf seine naivste und gewinnendste Art, Spezialeffekte aus der Stummfilmära weniger dazu nutzend, die Geschichte darzustellen als vielmehr Merricks kindliche Verzückung.

Als Merrick in sein Zimmer zurückkehrt, schließt er die Arbeit an seinem Modell der St. Phillips Kathedrale ab, signiert sie sodann mit „John Merrick“. Zu Samuel Barbers ergreifend melancholischem Adiago für Streicher sagt Merrick „Es ist vollbracht“, die Worte Christi am Kreuz in Erinnerung rufend. Dann betrachtet Merrick das Bild eines schlafenden Kindes und beschließt, sich wie eine normale Person zum Schlafen niederzulegen, wobei er weiß, daß dies ihn töten wird. Zu seinen letzten Atemzügen führt die Kamera unser Auge zum Bild von Mrs. Kendal, dann zum Bild seiner Mutter, dann zum Modell der Kathedrale, sich mit der Musik erhebend um sich auf das Kreuz auf der höchsten Turmspitze zu fokussieren. Dann sehen wir die Sterne, und beginnen uns schnell mitten unter ihnen zu bewegen, Schatten von Dune.

Merricks Mutter beginnt Zeilen von Alfred Lord Tennysons „Nichts wird sterben“ zu rezitieren:

Niemals, oh! Niemals, nichts wird sterben.

Der Strom fließt.

Der Wind weht.

Die Wolke treibt dahin.

Das Herz schlägt.

Nichts wird sterben.

Im Original ist die erste Zeile eine Frage, aber im Film ist es eine deklarative Aussage. Das Gedicht fährt fort: “ Nichts wird sterben; alle Dinge werden sich wandeln.“ Dies widerspricht kategorisch dem christlichen Konzept der Unsterblichkeit der menschlichen Seele, bekräftigt statt dessen die im wesentlichen heidnische und naturalistische Vorstellung, daß sich alle Dinge lediglich wandeln, eines geht in das andere über, was auch mit hinduistischen und buddhistischen Konzepten übereinstimmt, daß Reinkarnation nicht die Auswanderung von Bewußtsein von einem Körper in einen anderen bedeutet, sondern mehr einer Flamme ähnelt, die eine andere entzündet, bevor sie erlischt.

Als sie rezitiert, erscheint das Gesicht der Mutter jenseits der Sterne in einem Kranz aus Licht, der den weißen Rauch einsaugt, der mit der Geburt von Merrick am Anfang assoziiert ist, und füllt schließlich die Leinwand aus. Das Ende.

Es gibt keinen Beleg dafür, daß sich der echte Elefantenmensch auf diese Art selbst tötete. Lynch behandelt es nicht als einen Tod aus Verzweiflung. Tatsächlich sagt Merrick zu Treves, daß er jeden Tag seines Lebens glücklich ist. Gegen Ende des Films steht fest, das Merrick stirbt, wahrscheinlich wegen Lungenproblemen. Wenn abnorme Dinge auf der Außenseite wachsen, wachsen sie gewiß ebenso im Inneren. Vielleicht hat Merrick seinen Tod als unmittelbar bevorstehend akzeptiert und sich dazu entschieden, in einem Moment des Glücks zu sterben und sich weiteres Leid zu ersparen.

Lynch behandelt den Tod von Merrick wie eine Vergöttlichung, macht ihn zu einem Schutzheiligen der Unglücksseligen.

Lynch ist meisterhaft in seinem Umgang mit dem Grotesken, was mit dem Erhabenen anverwandt ist, weil es uns zugleich anzieht und abstößt. Aber da ist ein falscher Ton, als Merrick die Reaktion der Leute auf ihn erklärt, indem er sagt: „Wir fürchten Dinge, die wir nicht verstehen.“ Inwiefern fürchten Leute den Elefantenmenschen? Ist ihre Furcht rational oder irrational? Leiden sie an einer „Phobie“ wie „Homophobie“ oder „Islamophobie“? Sollen wir sie für ihre Feigheit beschämen, und uns selbst zu unserer Tapferkeit beglückwünschen?

In Wahrheit haben die meisten Leute keine Angst vor Merrick. Sie sind einfach angeekelt und grausen sich vor ihm. Deshalb ist es falsch, sie der „Furcht „zu bezichtigen. Darüber hinaus sind Abscheu und Grauen einfache biologische Reaktionen auf alles Ungesunde. Solche Reaktionen schützen uns vor Gefahren: Krankheit, verunreinigtes Essen und Wasser etc. Deshalb ist es doppelt falsch, dies als irrationale Angst, eine Phobie, zu bezeichnen. Ist Abscheu nicht eine verkleidete Form von Angst? Vielleicht, aber sie fühlt sich anders an, ist sie also nicht ein andersartiges Gefühl? Wenn Abscheu jedoch eine Angst ist, dann ist sie keine irrationale.

Wir sind alle interessiert an schlimmen Dingen, die anderen Mesnchen zustoßen: Unfälle, Krankheiten, Deformationen. Wenn wir unsere Neugier befriedigen ist Grauen das Resultat. Allerdings gibt es an diesem Punkt zwei grundsätzliche Wege, mit dem Grauen umzugehen: Spott oder Mitgefühl.

Wie Anthony M. Ludovici in The Secret of Laughter erörtert, liegt im Lachen der Triumph der eigenen überlegenen Fitneß. Erzwungenes oder nervöses Lachen stellt jedoch einen Versuch dar, sich selbst zu versichern, daß man wirklich fitter ist.

Aber das Grauen das wir fühlen ist letztendlich auf der Erkenntnis begründet, daß das Unglück uns alle ereilen kann. Nein, die Krankheit des Elefantenmenschen ist nicht ansteckend, Gott sei’s gedankt. Aber niemand von uns ist gefeit gegen Unglück der einen oder anderen Art. Mitgefühl ist das Gewahrwerden dieses Sachverhaltes: man sieht sich selbst im anderen, fühlt für ihn so wie man für sich selbst fühlt. Spott ist eine Lüge und eine Ausflucht, Mitgefühl ein Eingeständnis der Wahrheit.

Als sich Lynchs Karriere entfaltete, mochte er uns an dunklere und dunklere Orte führen. Er mochte Gelächter über schreckliche Dinge aus uns herauspressen. Aber er stellte sich am Ende immer auf die Seite der besseren Engel unserer Natur.

The Unz Review, 20 Januar, 2021

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Anmerkungen des demütigen Erzählers:

Dies ist einer jener Texte, die dem Erzähler wieder ins Gedächtnis riefen, warum er über längere Zeit gerne bei Counter-Currents mitgelesen hatte. Immer wieder wurde dort mit Themen und Fragestellungen aufgewartet, die man so nicht von „Rechten“ oder „Weißen Nationalisten“ (wobei ja Greg Johnson in einem Interview bei Red Ice verlautbarte, die von ihm angestrebte Gesellschaftsordnung decke sich mit der „nordeuropäischen Sozialdemokratie minus Multikulturalismus“) erwartet hätte und das in einer Weise, daß sich aus der Sichtweise eines Hardliners durchaus die Frage aufzudrängen vermochte, ob man es hier nicht mit einer maskierten Abteilung der Gegenseite zu tun hat. So wird in besagten Zirkeln ja gerne hervorgehoben, daß es eine der Taktiken des ewigen Weltfeindes sei, das Bewußtsein des Nordmenschen zu vergiften und zu verweichlichen, indem nicht mehr gesunde und heldische Typen ins Zentrum der kollektiven Mythen gestellt würden, sondern Außenseiter, Freaks und Kranke. So sei etwa Salingers „Holden Caulfield“ aus „Der Fänger im Roggen“, der, als Heranwachsender zutiefst mißtrauisch und mit massiven Anpassungsstörungen, unsicheren Schrittes in die Welt tritt, eine Art von Psy-Op, um die ursprünglichen, rassetypisch-arischen Helden mit ihrem kühnen und zupackenden Naturell durch eine unsichere und gestörte Gestalt als Identifikationsfigur zu ersetzen.

Oder man vergleiche nur einmal die Visionen eines Varg Vikernes, der es als Ausdruck gesunden arisch-heidnischen Lebens verherrlicht, daß dereinst lebensuntüchtige Kinder angeblich im Wald den Wölfen zum Fraß vorgeworfen wurden, da auf diese Weise nichts verloren ginge und alles wieder in den ewigen Kreislauf zurückfinde, mit dem obigen Text, von der Euthanasiepolitik und der Betonung von Eugenik und Rassegesundheit im Dritten Reich gar nicht erst zu reden. In Anbetracht dieser Gesichtspunkte ist so eine Würdigung von Lynchs The Elephant Man einfach nicht so ganz das, was man auf einem Portal Weißer Nationalisten erwarten würde, aber andererseits auch etwas, das nicht ganz untypisch für Counter-Currents ist, so wie etwa auch hier oder hier, wo man sich gezwungen sieht, differenziert mit dem Loser-Stereotyp auseinanderzusetzen, was wiederum dem Umstand geschuldet ist, daß ebenjenes von den Gewinnern von Globalisierung und Multikulturalismus nur allzu gerne der dissidenten Rechten aufgerückt wird. Es scheint da also durchaus ein nicht unerheblicher Rechtfertigungsdruck zu bestehen, der sich daraus speist, daß die „Bewegung“ und ihre Protagonisten über weite Strecken einfach nicht bestimmten elitistischen Visionen und Rasseidealen entsprechen, die in solchen Kreisen eben auch gerne gepflegt werden, was ja schon im Dritten Reich nicht zu übersehen war.

Der Widerspruch erscheint als um so krasser, je mehr von ebenjenen Gestalten Personenkreise als „minderwertig“ oder „degeneriert“ und „unerwünscht“ erklärt werden, während man gleichzeitig etwa einen Varg Vikernes mit seinen exterminatorischen Phantasien hofiert, der zwar als Genremusiker sicher nicht nur nach Auffassung des Erzählers begabt und innovativ war, aber eben auch ein vermutlich autistischer, krimineller Psycho und Mörder, dazu nicht besonders ansehnlich ist. Oder nehmen wir den Hardliner William L. Pierce, der Rassereinheit und Rassekrieg predigte und dem Mörder Hendrik Möbus bei sich Zuflucht gewährte, der mit seinen Kumpels einen behinderten Jungen totgequält hatte, weil es sich bei ihm um „lebensunwertes Leben“ gehandelt habe. Pierce, der sich als Führer seiner rassebewußten Community Frauen aus Osteuropa zukommen ließ, ohne mit ihnen weißen Nachwuchs zustande zu bringen, und dessen Erbe nun vor sich hin rottet, hatte warme Worte für Möbus, den er bei sich aufnahm, übrig, wäre der doch „just a boy“ – „nur ein Bub“, an was erinnert uns das?

Zum Vergleich zu obigem Text von Trevor Lynch zu The Elephant Man sei Jef Costellos The Importance Of James Bond empfohlen, in dem der Autor die Bond-Filme und vor allem die Romanvorlagen, dabei keinesfalls unfundiert und mit einiger Berechtigung, als moderne Auflage klassischer Sagen und nordischer Epen interpretiert, wobei er Freaks und Deformierten den Platz zuweist, den sie üblicherweise in der Wertigkeit der etremen Rechten einnehmen:

In Kürze: Die Bond-Schurken sind „speziell“. In der Welt von heute würden diese Leute auf für sie reservierten Plätzen vorne im Bus sitzen (sogar Scaramanga mit seinem Nippel [Er hat drei davon. DE]: Denke dran: Nicht alle Behinderungen sind sichtbar). Aber in Flemings Welt wird ihnen keine Sympathie zuteil. In Flemings Welt besteht eine gesunde Abscheu vor physischen Abnormitäten und eine klassisch griechische Intuition, wonach das, was an der Außenseite verzerrt ist, das auch im Inneren ist. Die Kehrseite davon ist der vielgeschmähte bondsche Focus auf die Schönheit. (Obgleich die meisten feministischen Kritiker es nicht zu kapieren scheinen, daß uns Bond ebenfalls als Sexobjekt angeboten wird.)

Jef Costello, „The Importance of James Bond“ | Counter-Currents (counter-currents.com)

Bezieht man auch noch diese Aspekte mit ein, so ist es nicht verwunderlich, daß der aufs äußerste vom Schicksal gezeichnete Joseph Merrick, obgleich er bei seinen alltäglichen Gängen, die zufälligerweise in der Nähe der Tatorte lagen, mühselig schlurfend kaum vom Fleck kam, auf die Liste der Verdächtigen im Fall „Jack the Ripper“ geriet, ein Umstand, der zeigt, daß das Element der Furcht im Hinblick auf die Reaktionen auf den Elefantenmenschen vielleicht doch eine größere Rolle gespielt hat, als es für Trevor Lynch den Anschein hat:

Zwei chinesische Forscher, Wu und Zhang, daß bestimmte physische Merkmale dazu tendieren, Kriminelle zu charakterisieren. Der Winkel „von der Nasenspitze zu zwei Mundwinkeln ist bei Kriminellen im Durchschnitt um 19,6 % kleiner als bei Nicht-Kriminellen und hat eine größere Varianz.“ Zusätzlich „ist die Krümmung der Oberlippe… bei Kriminellen im Durchschnitt um 23,4 % größer“, und die Distanz „zwischen zwei inneren Augenwinkeln“ ist bei Kriminellen ein wenig schmaler (5,6 %) als bei Nicht-Kriminellen. Kriminelle haben auch weniger symmetrische Gesichter und allgemein eine größere Variation der Gesichtszüge, möglicherweise wegen eines Zusammenhangs zwischen kriminellen Neigungen und höherer Mutationsbelastung.

Beurteilung nach dem Erscheinungsbild | MORGENWACHT (wordpress.com)

Sicher sind derlei Schlußfolgerungen an sich nicht falsch:

Studien wie die beiden erwähnten zeigen aber, wie groß die Korrelation zwischen bestimmten Gesichtsmerkmalen und Verbrechensneigung ist, und daß es offenbar einen bedeutenden evolutionären Vorteil gehabt haben muß, solche Unterschiede zwischen Personen, mit denen man zu tun hat, mit einiger Sicherheit erkennen zu können, andernfalls sich diese hohe Treffsicherheit bei Menschen nicht entwickelt hätte. Man muß deswegen einen Menschen, der einem aufgrund solcher Merkmale instinktiv verdächtig vorkommt, ja nicht von vornherein erschießen, abstechen oder totschlagen, aber man kann sich vor ihm in Acht nehmen, ihn „ausgrenzen“, solange man nichts Entlastendes über ihn weiß, und zum Geier mit der „Einzelfallgerechtigkeit.“ Und wenn sogar neuronale Netzwerke „Vorurteile“ entwickeln, dann haben sie offenbar einen gewissen heuristischen Nutzen.

Gibt es Verbrechergesichter? | MORGENWACHT (wordpress.com)

Andererseits sollte man sich der demütigen Ansicht des Erzählers nach im Umgang mit dem Abnormen davor hüten, hier immer nur in eine Richtung zu denken, schließlich gehört auch das Mitgefühl zu den Eigenschaften, die uns die Natur ebenso verliehen hat wie das Vermögen, zu erkennen, daß niemand sicher vor Deformation und Entstellung ist und der wohlfeile Spott darüber letztlich der Verunsicherung aufgrund einer zumindest dumpfen Ahnung davon geschuldet ist, wie von Trevor Lynch treffend auf den Punkt gebracht.

Keinesfalls soll hier Eugenik in jeder Form als verwerflich geprangert, wohl aber daran erinnert werden, daß selbst Charles Darwin als Hardcore-Eugeniker davor gewarnt haben soll, seine Lehren zur Gänze praktisch umzusetzen, da dies zu einem völligen Verlust der Menschlichkeit und damit unerträglichen Verhältnissen führen würde.

In diesem Kontext erschien dem Erzähler diese Würdigung von Lynchs The Elephant Man als durchaus beachtlich, zumal der Autor sich nicht in bloßen Sentimentalitäten ergeht sondern letztlich auf eine Art und Weise analytisch ist, wie sie dem Denken des Erzählers entspricht, und es dadurch geschafft hat, sowohl die übliche „Loser-Verteidigung“ innerhalb der „rechten“ Abtrünnigen, die eigentlich nur dazu dient, sich die eigene Bewegung schön zu saufen, hinter sich zu lassen, als auch den hypermoralischen Dünkel der üblichen politkorrekten Tugendbolde als die oberflächliche Heuchelei bloßzustellen, die er nun mal darstellt. Dies insbesondere am Ende, mit der einfachen bio-logischen Erklärung für Abscheu und Ekel und der Konsequenz daraus:

Aber das Grauen, das wir fühlen ist letztendlich auf der Erkenntnis begründet, daß das Unglück uns alle ereilen kann. Nein, die Krankheit des Elefantenmenschen ist nicht ansteckend, Gott sei’s gedankt. Aber niemand von uns ist gefeit gegen Unglück der einen oder anderen Art. Mitgefühl ist das Gewahrwerden dieses Sachverhaltes: man sieht sich selbst im anderen, fühlt für ihn so wie man für sich selbst fühlt. Spott ist eine Lüge und eine Ausflucht, Mitgefühl ein Eingeständnis der Wahrheit.

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11 Gedanken zu “Mitgefühl als Eingeständnis der Wahrheit: Der Elefantenmensch

  1. B-Mashina

    „Der Film wurde von Mel Brooks produziert“

    (((Mel Brooks))) – aha, alles klar, jetzt müssen nur noch die „Edellinken“ und der Danisch „aufwachen“… 😎

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  2. Monk

    „Aber das Grauen, das wir fühlen ist letztendlich auf der Erkenntnis begründet, daß das Unglück uns alle ereilen kann. Nein, die Krankheit des Elefantenmenschen ist nicht ansteckend, Gott sei’s gedankt. Aber niemand von uns ist gefeit gegen Unglück der einen oder anderen Art. Mitgefühl ist das Gewahrwerden dieses Sachverhaltes: man sieht sich selbst im anderen, fühlt für ihn so wie man für sich selbst fühlt. Spott ist eine Lüge und eine Ausflucht, Mitgefühl ein Eingeständnis der Wahrheit.“

    Sehr schöner Beitrag von dir. Das hab ich vermisst.

    Ich sags mal so:

    Wer aus seinem Mitgefühl eine Grube fürs Gröbste macht hat dabei nicht bedacht, daß es nunmal unendlich viele Gruben gibt, die es zu bedauern gilt. Genausowenig wie jenes Eingeständnis deshalb zu DER Wahrheit führen wird.

    Die eigentliche Frage ist doch für wie lange man sich als empathisch gepolter Mensch noch seiner angeborenen Ekpathie widersetzen kann- und will.

    Will man überleben, im Meer jener Krokodilstränen ertränkt, oder womöglich als Opfer seines gelebten Selbstmitleides erbärmlich zugrundegehen?

    Versteh mich jetzt bitte nicht falsch, aber mit deinem besseren Dreiviertel habe ich absolut kein Mitleid!

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    1. B-Mashina

      “ Genausowenig wie jenes Eingeständnis deshalb zu DER Wahrheit führen wird.“

      DIE Wahrheit ist im obigen Kontext schlicht und einfach daß niemand vor Unglück und Verunstaltung gefeit ist und Spott über Unglückselige ein Zeichen er eigenen Schwäche und Unsicherheit ob dieses Umstands, Mitgefühl eben dessen Eingeständnis ist.

      Im allgemeinen ist Mitleid etwas, das einen überkommt, ähnlich wie Ekel und Grauen, und nicht unbedingt Ergebnis eines Kognitionsprozesses. Daher wirkt es ausgesprochen dämlich, wenn etwa PIPIs ihr „Mitleid“ nur für AfD-Wähler*innen aufsparen usw.

      Besserem 3/4 geht es soweit gut, hatte nur Tag und Nacht durchgepennt und ist nicht auf Mr. Mounks Mitleid angewiesen… 🙂

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      1. Monk

        „DIE Wahrheit ist im obigen Kontext schlicht und einfach daß niemand vor Unglück und Verunstaltung gefeit ist und Spott über Unglückselige ein Zeichen er eigenen Schwäche und Unsicherheit ob dieses Umstands, Mitgefühl eben dessen Eingeständnis ist.

        *

        Eingedenk dessen, würde diese These ja zu der Überlegung führen, daß sich diese Schwäche zu jenem Umstandseingeständnis verhielte, wie es einjede mitfühlende Verantstaltung zum Spott gereichen würde, sich gar zum Unsicherheitsfaktor aufmantelnd, über Glück und Unglück entscheiden wollend, ihre eigene Wahrheit rechtzufertigen?

        „Im allgemeinen ist Mitleid etwas, das einen überkommt, ähnlich wie Ekel und Grauen, und nicht unbedingt Ergebnis eines Kognitionsprozesses. Daher wirkt es ausgesprochen dämlich, wenn etwa PIPIs ihr „Mitleid“ nur für AfD-Wähler*innen aufsparen usw.“

        **

        Jene sich erhaben fühlende Menschheit hat ohnehin kein Mitleid verdient. Schon wie sich diese sogenannte Gattung mit Verbreitungshintergrund -gottesgleich- immerfort in den Vordergrund zu stellen gewillt ist, sich mit nichtigen Neiddebatten um Kopf und Kragen verwählen tut, sich ihres eigenen Grauens nicht bewusst sein möchte, hat diese Geißel auf diesem Planeten ihr Bleiberecht verwirkt.

        Mitleid?

        Mit dauergeimpften Nicht-Tieren?

        Geht garnicht!

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      2. B-Mashina

        Jene sich erhaben fühlende Menschheit hat ohnehin kein Mitleid verdient. Schon wie sich diese sogenannte Gattung mit Verbreitungshintergrund -gottesgleich- immerfort in den Vordergrund zu stellen gewillt ist, sich mit nichtigen Neiddebatten um Kopf und Kragen verwählen tut, sich ihres eigenen Grauens nicht bewusst sein möchte, hat diese Geißel auf diesem Planeten ihr Bleiberecht verwirkt.

        Wobei natürlich das geliebte deutsche Volk und Vaterland mit den geliebten Ahnen dann doch wieder auf wundersame Weise irgendwie von dieser Globalschelte ausgenommen bleibt nicht wahr?

        Oder warum sollte angesichts solch schröcklich tiefer, allumfassender Menschenverachtung einen das teutsche Vaterland noch großartig jucken oder einen gar Stolz empfinden lassen, wenn sich der Möhnntsch in seiner Gesamtheit doch verpissen soll?

        Also mit Verlaub, aber da bin ich doch schon einige Schritte weiter, aber Du hast es halt nicht besser gelernt und kannst deshalb auch nichts für…^^

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  3. Monk

    Toji erläuterte:

    „Wenn das Leben einem Übel mitspielt dann aber so richtig“

    Um welches *Leben* geht es hier eigentlich und warum soll das denn übel sein?

    Kanns mir aber schon denken:

    Die Evolution, nebst jener sogenannten Intelligenz, beweist das Tag für Tag. Und selbst die Neger dort begreifen nicht was ihnen auch schon in die Hirne verpflanzt worden ist:

    Sich zum Affen machen ist menschengemacht.

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  4. SchneeHase

    Möchte mich beim DE auch ganz herzallerliebst, wie oben Mr. Mounk, für diesen rührigen Beitrag des DE bedanken.
    Ähnlichen Lob auch für den schmackigen KurzBeitrag zum neu gewählten PappPräsidenten. Selbst der ehrwürdige KNR lieferte dazu einen längeren Nachtrag.
    Dafür lohnt sich stets das vorbeikommen, hier ins gefährliche Revier der Jäger und Sammler.

    Das Grauen hat viele Gesichter….
    Die Masken haben also doch mitunter was Gutes an sich, einen gewissen Schutz.

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  5. B-Mashina

    Also das Interessante ist hier neben dem in sich stimmigen Fazit des Autors, Trevor Lynch, doch der Umstand, einen solchen Text „rechtsaußen“ zu finden. Hierzu sei noch angemerkt, daß David Lynchs Gesamtwerk unter Hitler mit Sicherheit den Stempel „entartet“ aufgedrückt bekommen hätte, wobei „Counter Currents“ eben keine geschlossene Front ist, bei der Hitler über allen Zweifeln steht, so wie es etwa bei den selbst höchst dubiosen „Renegades“ der Fall ist, sondern eben „Altright“, der nicht von ungefähr diverse Verflechtungen mit dem Weltfeind nachgesagt werden. Aber abgesehen davon, daß nach Charlottesville und Trump die Altright ziemlich obsolet geworden ist, ist mir so ein Text allemal lieber, entspricht mehr meiner Wellenlänge, als das meiste, was die Hitler-Groupies an entsprechender Nostalgie erbrechen.

    Ein Paradebeispiel dafür, wie auf „Counter Currents“ mit den üblichen „rechten“ Stereotypien gebrochen wurde ist jener Artikel über Alain Danielou:

    https://chaosfragment.wordpress.com/2019/07/10/der-barbar-und-der-globalist-alain-danielou-uber-harmonische-aggression/

    Wirklich MINDBLOWING! Während ansonsten in „rechten“ und insbesondere weiß-nationalistischen Zirkeln die europäische Klassik stets zum Inbegriff der Höhe des kulturellen, musischen Schaffens der Weißen Rasse erklärt wurde, ist hier alles anders: Klassische Musik ist mit ihrer Harmonielehre nicht nur unnatürlich (derartige Harmonien kommen in der Natur nicht vor) sondern starr, verarmt, primitiv und barbarisch, dazu aggressiv, da sie die angestammte musikalische Tradition Europas zerstört habe und durch weltweiten Export mit der traditionellen Musik im Rest der Welt ebenso verfahre. Dabei sei die traditionelle Musik Indiens oder Afrikas viel reicher und komplexer als die europäische Klassik und dazu tatsächlich „psychoaktiv“, also in der Lage, beim Hörer Trancezustände, Entrückung und Kontakt mit dem „Göttlichen“ zu schaffen, wohingegen die europäische Klassik letztlich tot und rein dekorativ sei. Wenn sich etwa die indische Musik für europäische Ohren abstoßend anhöre, dann sei das dem Umstand geschuldet, daß Musik gemeinhin wie Sprache funktioniere und Europäer eben hier die Sprache nicht verstünden!

    So geht man hier mit einem der Helden der Beat-Generation, Alain Danileou, dann weiter darin d‘ accord, daß Beat, Rock, Jazz und andere Formen moderner Musik per se keine Degenerationserscheinungen darstellten, sondern grundsätzlich als Umkehr und Rückkehr zu den Wurzeln zu verstehen seien, also auch zu den von der klassischen Harmonielehre zerstörten musikalischen Traditionen Europas, Klassik dagegen ein Ausdruck traditionsfeindlicher, kulturzerstörerischer Globalisierung sei. Nun ist seit Danielou einige Zeit verstrichen und man könnte auch der Rockmusik den Vorwurf machen, ein globalistischer Kulturvernichter zu sein. Allerdings ist die Essenz von Danielou, daß die Klassik als vermeintliche Blüte weißer/europäischer Hochkultur letztlich verarmt und vergleichsweise primitiv ist, dabei unter sich die ursprünglichen Traditionen begraben hat und dies weltweit immer noch tut, indem z.B. die traditionelle indische Musik den unnatürlichen und starren westlichen Harmonielehren unterworfen wird, nach wie vor eine kleine Erleuchtung. So wie auch das Fazit, daß Musik ursprünglich nicht „abbildend“ ist, also nicht „mit Tönen malt“, sondern vielmehr darauf abzielte, das Bewußtsein durch entsprechende Schwingungen auf eine andere Ebene zu versetzen, also so, wie es etwa auch im Schamanismus zu beobachten ist!

    Dazu auch dies:

    https://counter-currents.com/2016/07/britons-break-bad/

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  6. Ach, NV, du Herzchen:^^

    Post Collapse17. März 2021 um 11:33

    By the way den letzten den ich mit Thorshammer gesehen habe war ein fetter Diabetiker im selbstfahrenden Elektrorollstuhl, ganz in schwarz und bereits fertig für die eigene Beerdigung, der versucht hat seinen Schal als Maske sich um den Kopf zu wickeln und da der immer wieder herunterfiel es ihm noch einen zusätzlichen, elefantesken, groteskeren Look gegeben hat als er eh schon hatte.

    Ich weiß was ihr jetzt sagen werdet und ich weiß auch was getan werden sollte, doch ich werde abgeschreckt von der Polizei.

    http://post-collapse.blogspot.com/2021/03/marchenstunde.html

    Ich sage nur, daß es einen jeden ganz schnell ganz blöd erwischen kann und ich hoffe, daß du für dich in einem solchen Fall auch weißt, was getan werden sollte oder das andere das wissen und für dich erledigen. So wie in der Tierherde halt, wo alles Kranke und Schwache weggebissen oder totgetreten wird.

    Könnt dich manchmal, aber nur manchmal, trotzdem echt drücken….^^

    Btw.: Der letzte den ich mit so einer klobigen, hässlichen Ausführung davon gesehen habe, war der VL. Und da wüßte ich auch was zu tun wäre….^^

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