Dawkins Overload?

Der Tagesspiegel vermeldet:

Gewalttat in Kirche in Berlin-Wedding: Pfarrer bei der Messe mit Faustschlag niedergestreckt

Während einer Messe ist am Sonntag in einer Weddinger Kirche ein Pfarrer niedergeschlagen worden. Der Angreifer hatte sich zuvor religionsfeindlich geäußert.

Während der Messe am Sonntagvormittag ist der Pfarrer der katholischen St. Joseph-Kirche in der Müllerstraße in Wedding niedergeschlagen worden.

Nach Angaben der Polizei soll gegen 10.30 Uhr während des Gottesdienstes ein Mann von seinem Sitzplatz aufgestanden sein und in die Kirche gespuckt haben. Anschließend soll er zielstrebig zum Altarraum gegangen und sich laut religionsfeindlich geäußert haben. Er schlug den 61-jährigen Pfarrer mit einem Faustschlag nieder. Gleich darauf nahm sich der Unbekannte die Bibel und riss mehrere Seiten aus ihr heraus.

Dem Niedergeschlagenen eilte dessen 56-jähriger Bruder zur Hilfe. Diesen schlug der Angreifer mit der Bibel und flüchtete unerkannt aus der Kirche. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen. (Tsp)

***

Die Schilderung des Tagesspiegel rahmt die Geschehnisse nun tatsächlich dahingehend, daß der unbefangene Leser meinen könnte, hier wäre ein militanter Atheist in Aktion getreten. Knackpunkt sind die „religionsfeindlichen“ Äußerungen. „Religionsfeindlich“, das läßt auch den Erzähler zunächst einmal an Richard Dawkins und seine oft antireligiös eifernden Anhänger denken, die vor allem in den Schlumpfereien Vadder Abrahams, also Islam, Christentum, Judentum, die Wurzel allen Übels ausgemacht haben wollen und dabei noch nicht einmal komplett falsch liegen.

Andererseits sind deren plakative religionskritische Aktionen zwar von einem gewissen selbst schon quasi-religiösen Eiferertum geprägt, dabei aber, zumindest so weit der Erzähler das verfolgen konnte, stets friedlich bzw. absolut gewaltfrei: Es werden Plakate geklebt von wegen „There’s NO God!!!“ oder der Papst tritt als seine Schäfchen verschlingender Tyrannosaurus auf.

Derartig dumpf-brachiale Aktionen wie einen Pfaffen beim Gottesdienst zu beschimpfen und umzuhauen, Seiten aus einer Bibel zu rupfen und die Heilige Schrift einem Gläubigen über den Schädel zu ziehen gehören eher weniger zum Repertoire der aktivistischen Atheisten, die, letztlich doch eher in die Schärfe ihrer Argumentation, Logik und Ratio vertrauen und dabei doch hoffnungslos übersehen, daß der Mensch per se kein rationales Wesen ist. Zudem gehören diese Leute mehrheitlich den eher gebildeten, gehobenen Schichten an, was sich damit deckt, daß Religiosität im Allgemeinen negativ mit der allgemeinen Intelligenz korreliert.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nun äußerst fraglich, ob die Tat wirklich von „Religionsfeindlichkeit“ und übermäßiger Dawkins-Lektüre motiviert worden ist, wie es das Framing des Tagesspiegel nahelegt. Im Gegenteil spricht alles dafür, daß hier ein überaus religiöser Hominide aus Feindseligkeit gegenüber einer ganz bestimmten Religion heraus, höchstwahrscheinlich befeuert durch aktuelle Ereignisse, gehandelt hat.

Kurz: Man kann mit einiger Berechtigung davon ausgehen, daß der Täter ein Moslem ist (allein die brutal-dumpfe, direkte Vorgehensweise spricht dafür) der, durch die aktuellen Geschehnisse in Schweden (wieder einmal Muselkrawalle infolge einer „Koranschändung“ durch irgendwelche „Rechten“ oder „Islamophoben“) aufgeputscht, sich zum Handeln gedrängt wähnte.

Das alles nur mal so als kleine Randnotiz zu Framing und dem alltäglichen interkulturellen Wahnsinn. Nicht mehr nicht weniger. Und daß die Hinterladersektierer*innen jetzt keine Prügel verdient haben, wollte der D.E. so pauschal auch nicht gesagt haben wollen. Zumindest trifft es hier nicht die Falschen.

10 Gedanken zu “Dawkins Overload?

  1. c+

    Na ja, habe ja mal am Westufer gewohnt, daher kenne ich die Gegend sehr genau. Auf einem Fiki-Artikel ist sogar das Haus abgebildet, in dem ich wohnte. „Pekingerplatz“, dort „Blockrandbebauung“. Habe den Mieter echt beneidet, der janz oben den Erker (?) für sich beanspruchen konnte ^^ Ansonsten Altlinke und gutes Weddinger Proletariat, schöne Zeien waren das, not kiddin‘
    Die Bude ging nach der Wende für’n Appel unnen Ei über den Notartresen, Goldgräberstimmung, als ich 2011 auszog hamm‘ se ma janz schnell die Miete um 30% erhöht°°

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    1. Mir ist schon klar, daß Wedding nicht Neukölln ist. Auch dünkt mir mein Artikel etwas arg PIPI-fantenhaft. Allerdings bin ich immer noch recht sicher mit meiner Vermutung. Sicher hätte es auch ein Altlinker sein können, eventuell ein Ketzerbrief-Ahrimane, der wegen der Coronadämo aus dem schönen Freiburg anreiste. War aber nicht der Nerling in Wedding als Leerer tätig?

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  2. c+

    Nee der „Rote Wedding“ ist längst in … Hand. Damals war das noch friedliches Beisammensein, da trafen sich Kurdische Arbeiterpartei, Nationaltürken, Skins und Rote Altlinke beim STERNBRÄU zum Parlieren, will nicht wissen, wie es heute da aussieht…

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  3. c+

    ROOSH Women are lost

    der MANN muss an mir vorübergegangen sein. Sogar VICE BRD hat ihm einen Schmähartikel gewidmet und wer es als us-native ohne credibility in die whore-fiki.de schafft, hat mal ein Stein im Brett bei mir…

    Phantastische 3 Sunden, meine GeliebtInnen

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