Soziale Zyklen und spenglersche Jahreszeiten, Teil 1.

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Oswald Spengler. Bildquelle: Wikimedia/Deutsches Bundesarchiv

Wie angekündigt hier nun ein Folgeartikel zu der Betrachtung von „At Our Wits‘ End – Why We Become Less Intelligent And What It Means For The Future“ von Edward Dutton und Michael Woodley of Menie. Der Erzähler, von diesem Werk durchaus angetan, da es ihm unter anderem einen neuen Blick auf Oswald Spengler und die Theorien der „Sozialen Zyklen“ eröffnete, fühlte sich bemüßigt, zur Bildung und Erbauung der Mitlechzer, aus seiner Sicht essentielle Passagen hierzu ins Deutsche zu übertragen, da der ob des gewaltigen Stoffes durchaus umfangreiche Artikel hierzu nicht mehr genug Platz zu bieten schien.

Wie bereits erwähnt ist die Vorstellung eines zyklischen Auf und Ab der Kulturen, ihres Aufstiegs aus dem Staub der Geschichte, ihres Erblühens und ihres Welkens und Verfalls uralt und als Teil des kollektiven Mythos anzusehen. Theorien hierzu gibt es seit der Antike, etwa bei Plato, Hesiod und Aristoteles, die alle Ideen von einem Goldenen Zeitalter, dessen Verfall und Übergang in ein Eisernes Zeitalter vertreten haben. Systematischer dann bei Polybius (200-118 v.Chr.) oder, schon im Mittelalter, bei dem islamischen Gelehrten Ibn Khaldun (1332-1406), was Dutton/Woodley of Menie auch ausführlich erörtern.

Aus Gründen der Ökonomie beschränkt sich der Erzähler hier jedoch in Folge auf die „Moderne Theorien der sozialen Zyklen“ behandelnden Abschnitte, insbesondere Oswald Spengler und sein Werk betreffend. Ist dieses aktueller denn je? Der Erzähler selbst hat sich mit Spengler, seinem „Untergang des Abendlandes“ und „Jahre der Entscheidung“ während seines Flüchtlinskrise(tm)ntraumas befasst, als er, gesättigt von rassefokussiertem Old- wie Altright-Stuff aus der anglosäxischen Welt, im Erbe der „Konservativen Revolution“ etwas Trost, Erbauung und eventuell neue Sichtweisen suchte. Wie im Vorgängerartikel bereits erwähnt, erschien ihm der Spengler-Stoff zunächst über weitere Strecken als bedeutungsschwanger geplusterter Schwulst, der nicht nur die wirklich wesentlichen Dinge nicht erfaßt, sondern auch dazu angetan ist, sie zu verhüllen. Nach der Lektüre von Dutton/Woodley of Menie fragt er sich nun, ob er sich dahingehend, zumindest „ein Stück weit“, korrigieren muß. Aber sehet und leset selbst!

Im Folgenden nun essentielle Passagen hierzu aus genanntem Werk „At Our Wits‘ End – Why We Become Less Intelligent And What It Means For The Future“, Kindle Edition, in des Erzählers demütiger Übersetzung. In diesem ersten Teil geht es nun im allgemeinen um die modernen Theorien der Sozialen Zyklen, hierbei insbesondere um die Grundzüge von Oswald Spenglers Modell. Im zweiten Teil dann um Spenglers Modell der „Jahreszeiten“ im Hinblick auf die Westliche Zivilisation aus heutiger Sicht. Es handelt sich hierbei jeweils im Text um die entsprechenden Kapitel im Buch, lediglich durch den Erzähler ins Deutsche übertragen. Bilder und Bildtexte wurden durch den Erzähler hinzugefügt.

Moderne Theorien der Sozialen Zyklen

Der Schwarze Tod – doch nicht der große Gleichmacher vor dem Herrn, dafür aber Freund und Baumeister der Zivilisation? Ist das noch Zynismus oder sind wir bereits „Jenseits von Gut und Böse“? Bildquelle: Screenshot „Politico“

Der erste „moderne“ Vertreter einer solchen Theorie war der italienische Historiker Giambattista Vico (1668-1744). Der Sohn eines Buchhändlers arbeitete ursprünglich als Privatlehrer, stieg aber zum Professor für Rhetorik an der Universität von Neapel auf und war der offizielle Historiograph des Königs. Vico argumentierte dahingehend, daß Staaten drei Stufen durchlaufen: Das Zeitalter der Götter, das Zeitalter der Heroen und das Zeitalter der Menschen. Nach dem Zeitalter der Menschen fällt die Gesellschaft zurück in das Zeitalter der Götter und der Zyklus beginnt wieder ganz von vorne in einer Art von periodischer Wiederkehr, welche ähnlich, wenn auch nicht identisch mit dem vorhergehenden Zyklus ist. Aus seiner historischen Analyse heraus ergibt sich eine Art von Aufwärtsspirale, indem der Nachfolgezyklus eine höhere Komplexitätsebene erreicht als der vorhergehende, aber dies begründet sich lediglich auf seiner Observanz von zwei Zyklen.

Für Vico liefen die drei Zeitalter des Zyklus deutlich im alten Griechenland und Rom ab. Diese begannen als einfache, unzivilisierte Gesellschaften, deren Ängste von den Göttern gemildert wurden, die man ebenso fürchtete. Eine einfache Aristokratie herrschte über diese Gesellschaften und kontrollierte sie durch Religion, oder, wie Vico es bezeichnet, „Poetische Weisheit“. Allerdings waren diese Aristokraten von nicht viel anderer Art, als diejenigen, die sie regierten. Hiervon ausgehend entwickelten sie sich weiter zu komplexeren Gesellschaften, in denen eine wesentlich deutlichere Trennung zwischen der „Nobilität“ (den Heroen) und den „Plebejern“ herrschte, welche darum kämpften, etwas von den von der Nobilität gehaltenen Privilegien zu erlangen, jedoch von dieser regiert wurden. Dadurch war die Gesellschaft weniger geeint. Im Zeitalter der Heroen besteht eine unübersehbare und ausgeprägte herrschende Klasse, deren Angehörige untereinander kämpfen, um die Herrschaft und um ihre Stärke zu demonstrieren. Im Zeitalter der Menschen treten die Heroen etwas von ihrer Macht an die Plebejer ab. In den vorhergehenden Zeitaltern wurde die Menschheit durch Religion und Ritual beherrscht und dies hielt die Macht der Nobilität aufrecht. Die Plebejer setzen ihre eigenen Interessen durch und unterminieren die Macht der Nobilität, indem sie rationalere Denkweisen verfechten. Dies gibt den Plebejern Macht aber untergräbt die Religion und zerschmettert dadurch die kulturelle Einheit. Religiosität inspiriert Menschen dazu, für das Gemeinwohl zu arbeiten, aber nun konzentrieren sie sich nur auf das Persönliche. Die Gesellschaft splittert sich auf in „der Barbarei der Reflektion“, wo Bürgerkriege allein wegen des persönlichen Gewinns geführt werden. Ordnungsgemäß kollabiert sie zurück in in das Zeitalter der Götter. Vico argumentierte, daß man das im Niedergang von Rom erkennen kann, wie wir in Kapitel elf noch sehen werden. Im Dunklen Zeitalter haben wir dann ein neues „Zeitalter der Götter“. Das Europa des Mittelalters ist das Zeitalter der Helden und die Renaissance kann als der Beginn des Zeitalters der Menschen verstanden werden, in welchem die Gesellschaft einen intellektuellen, kulturellen und technologischen Gipfel erreicht, der auch ihre eigene Annullierung darstellt.

Seit Vico haben einige Gelehrte die Gesellschaft explizit in Begriffen von Zyklen analysiert. Oswald Spengler (1880-1936), ein deutscher Philosoph, veröffentlichte 1918 das zweibändige Werk „Untergang des Abendlandes“. Spengler war ein mißmutiger und depressiver Charakter. Als Sohn eines Postbeamten besuchte er mehrere Universitäten und konzentrierte sich schließlich auf Philosophie, scheiterte jedoch bei seiner Doktorarbeit – über den griechischen Philosophen Heraklit – im Jahr 1903. Diese Erniedrigung beendete im wesentlichen seine Aussichten auf eine akademische Karriere. Spengler bestand seine Promotionsprüfung im Jahr 1904, verfaßte eine andere Arbeit, so daß er sich als Schullehrer qualifizieren konnte, und erlitt dann im Jahr 1905 einen Nervenzusammenbruch. Er arbeitete bis 1911 als Lehrer, als seine Mutter starb und ihn unabhängig und wohlhabend zurückließ. Den Militärdienst wegen eines Herzfehlers umgehend, verbrachte er den Rest seines Lebens als Schriftsteller. Er traf Hitler und war so unbeeindruckt, daß er 1934 seinen Bestseller „Jahre der Entscheidung“ [Englischer Titel: „Hour Of Decision“] veröffentlichte. Wegen Kritik am Nationalsozialismus wurde dieser ordnungsgemäß zensiert. Spengler starb kurz vor seinem sechsundfünfzigsten Geburtstag an einen Herzinfarkt.

Gesellschaften mit Organismen vergleichend, argumentierte Spengler, daß alle Gesellschaften die je existiert haben – obwohl sie sich markant in spezifischen Dingen unterscheiden mögen – durch die gleichen ziemlich deutlichen Stadien gehen, wie es auch Organismen tun: Geburt, Jugend, Reife, Verfall und Tod. In ihrem Frühling ist die Gesellschaft durch eine „Kultur“ charakterisiert, die sich auf ein starkes Gefühl der Religiosität begründet. Dies trägt Früchte in ihrem Sommer, in welchem wir dann den Gipfel ihrer kreativen Errungenschaften sehen: ihre Epen, ihre Gedichte, ihre Theaterstücke; alle in gewissem Maße religiös inspiriert. Diese Kultur ist vital, optimistisch und zweifelt nicht an ihrer Bestimmung. Als sie jedoch über die Jahre in ihren Herbst hineinreift, wird sie verstädtert und wohlhabend. Da erscheint ein Sokrates oder ein Rousseau, der alles in Frage stellt und wir treten ein in ein Zeitalter des Rationalismus, in welchem technischer Fortschritt Hand in Hand mit Skeptizismus gegenüber Religion, Adelsherrschaft, Tradition und allem, was die Gesellschaft zusammenhält, einhergeht. Dies generiert zunächst Optimismus hinsichtlich einer besseren Zukunft, in der der Lebensstandard um ein vielfaches höher ist. Tatsächlich ist sich die Gesellschaft so sicher was den Nutzen ihrer rationalen Denkweise betrifft, daß dies das Schaffen von Imperien und die Verbreitung dieses Denkens motiviert, oft via politischer Gestalten: Cäsar, Napoleon oder Cecil Rhodes. Allerdings besteht andererseits ein Schwund an religiöser Bestimmtheit, damit einhergehend, daß sich alles auf materiellen Reichtum konzentriert.

Dieser Prozeß der Rationalisierung dauert an und jede Ansicht wird hinterfragt, sodann alles auf seinen Geldwert herunterrationalisiert (selbst Kinder zu haben), sämtliche alten Sitten werden verachtet und es gibt keinen Optimismus und kein Gefühl mehr, das die Gesellschaft zusammenhält. Die Gesellschaft ist stark individualistisch und wir treten in den Winter der Zivilisation ein. Die anhaltende Kritik und der künstliche Versuch, Bedeutung zu schaffen, führen zu einer nihilistischen, pessimistischen Welt und einer Kluft zwischen der geldfixierten Elite und den Massen, weil es keine religiöse Überzeugung mehr gibt, daß die Stellung der Elite irgendwie verdient ist. Die Gesellschaft wird fragmentiert, Demokratie und öffentliche Ordnung brechen zusammen und Demagogen übernehmen das Ruder, führen die zunehmend entfremdete Masse. Dies ist das Zeitalter der Imperatoren. Diesen Herrschern sind außerordentliche Machtbefugnisse gegeben, um das Chaos an Konflikten, zu dem die Gesellschaft degeneriert ist, in den Griff zu bekommen, das Problem der Invasoren von außerhalb eingeschlossen. Die Verzweiflung, die die Menschen fühlen, wird gefördert durch vage religiöse Sehnsüchte. Sie üben religiöse Praktiken von verschiedener Art aus, aber glauben nicht wirklich daran. Aber während die Gesellschaft noch chaotischer wird, sehen wir das Entstehen einer neuen Religiosität, die die eine anti-intellektuelle und wiederaufbereitete Version der Religion darstellt, auf welcher die Gesellschaft begründet worden ist. Demnach, so argumentiert Spengler, sehen wir in Rom den Aufstieg des Kultes um den Imperator und vornehmlich die Mysterienkulte, in welchen die Zugehörigen in geheime Praktiken eingeweiht wurden und spezifische Götter verehrten. Der Imperator Julian der Abtrünnige (r. 361-363), welcher versuchte, das christliche Rom wieder zum Paganismus hin zurückzuverwandeln, war beispielsweise ein Eigeweihter des Mithras- Kultes. Spengler insistiert, daß, während er schreibe, die Zweite Religiosität um einige Generationen weiter in der Zukunft zu verorten sei. Während dieser Periode wird die Gesellschaft so heillos geschwächt, daß sie vielfach von anderen, jugendlicheren Gesellschaften eingenommen wird und in ein Dunkles Zeitalter hinabsinkt, um aufs Neue wiedergeboren zu werden.

Viele andere Geschichtstheoretiker haben Modelle zum Verständnis des Aufstiegs und Falls von Zivilisationen präsentiert. Ein ganzer voluminöser Band könnte alleine über diesen Gegenstand geschrieben werden. Zum Beispiel beobachtet der britische Historiker Arnold Toynbee (1889-1975) daß eine Zivilisation auf die anwachsende Fähigkeit begründet ist, Probleme zu lösen, und daß es die hierzu Fähigsten sind, die zur „Elite“ der Gesellschaft werden, oder, wie er es nennt, zur „kreativen Minderheit“ der Gesellschaft. Letztendlich stagniert ihre Fähigkeit, Probleme zu lösen und sie bleiben nicht an der Macht, weil sie es verdienen, sondern durch Zwang in einer verfallenden Gesellschaft. Dies führt zu einem aufgebrachten Proletariat im Inneren, und einem nicht weniger aufgebrachten außerhalb, in weniger wohlhabenden angrenzenden Gesellschaften, beide sind jeweils ausgeschlossen und arm. Schließlich erheben sie sich, übernehmen die Macht, und die Gesellschaft bricht zusammen.

Eine Variante dieser Modelle kann im Werk des englischen Vikars Thomas Malthus (1766-1834) gesehen werden. In seinem Buch An Essay on the Principle of Population [deutsch: „Das Bevölkerungsgesetz“], kredenzt Malthus eine auf wunderschöne Weise einfache zyklische Theorie darüber, wie es sich mit Wachstum und Dichte einer Population verhält. Solange wir einen Überfluß an Ressourcen und eine kleine Population haben, ist der Lebensstandard relativ hoch, denn es gibt mehr als genug Land und Nahrung, um die Population aufrechtzuerhalten. Gerade weil die Bedingungen verheißungsvoll sind, wird die Population wachsen und schließlich wird sie die maximal mögliche Populationsdichte erreichen, die von der Umwelt realistischerweise aufrecht erhalten werden kann. Dies bedeutet jedoch auch, daß sich der Lebensstandard für den Großteil der Population verringert hat und dazu noch die Situation hochgradig instabil geworden ist. Es wird wenig mehr brauchen als ein paar schlechte Ernten oder eine Seuchen-Phase, um die Population zum Zusammenbruch zu bringen. Ist das einmal passiert, beginnt der Zyklus einfach wieder von vorn.

Die Anwendung der malthusianischen Theorie bei allgemeineren Theorien der Sozialen Zyklen ist eine bedeutende Nuance. Genau wie die Theorie der Sozialen Zyklen argumentiert, daß Geschichte nicht nur ein einfaches Voranschreiten hin zur Perfektion ist, charakterisiert durch anhaltende Verbesserung, kann dasselbe über die Zyklen der Zivilisation selbst gesagt werden. Wenn wir uns den Lebenszyklus irgendeiner Zivilisation betrachten, so läuft dieser, obwohl wir eine generelle Weiterentwicklung dem Sommer der Zivilisation entgegen, gefolgt von einem Verfall, zu beobachten vermögen, nicht völlig glatt ab. Es werden sich sogar innerhalb dieses Prozesses wieder Zyklen finden; Perioden, denen sich die Zivilisation innerhalb einer breiteren Weiterentwicklung wieder rückwärts bewegt. Oder vorwärts innerhalb eines breiteren Abstiegs. Wenn wir Spenglers jahreszeitlicher Metapher folgen, könnten wir dies als als Regentage im Sommer oder warme Tage im Winter verstehen. Der Zeitabschnitt um die Weltkriege herum könnte als ein paar winterliche Tage im Herbst verstanden werden. Diese entsprechen vollkommen unserem Schaubild der Erfindungsraten, das wir schon untersucht haben, wonach die Zahl der herausragenden Einzelstücke pro Kopf zwischen 1600 und 1825 anstieg, und dann zurückging. Dies ist das allgemeine Muster, aber es sind viele „Kanten und Kurven“ darin; erklärbar in Form der Kriege und Hungersnöte, welche mit dem malthusianischen Modell übereinstimmen dürften.

Der Fortschritt hin zu und der Rückschritt weg von den Höhen der Zivilisation ist nicht linear, sondern oszilliert unter anderem infolge ökonomischer Faktoren. Zu manchen Zeitpunkten fällt die Gesellschaft jedoch so weit, daß man sagen kann, sie ist kollabiert. Auch ist es wert, festgehalten zu werden, daß die Geschichte eines jeden Zivilisationszyklus eine Anzahl von intensiven Perioden intellektueller Neugier beinhaltet, und es könnte plausibel argumentiert werden, daß diese genau genommen von dem Chaos ausgelöst wurden, das ihnen vorherging. Sergey Nefedov hat acht malthusianische Zyklen in der Geschichte Europas identifiziert. (1) Die Römische Republik; (2) Das frühe Römische Imperium; (3) Das christliche Imperium, das durch die barbarischen Invasionen beendet wurde; (4) Das Dunkle Zeitalter und das Mittelalter, beendet durch den Schwarzen Tod; (5) Der erste Zyklus der Neuzeit, beendet durch den Englischen Bürgerkrieg; (6) Der zweite Zyklus der Neuzeit, beendet von der Französischen Revolution und den Napoleonischen Kriegen; (7) Das Industrielle Zeitalter, welches die malthusianischen Zyklen gebrochen zu haben scheint.

Als Beispiel dafür kann man den Schwarzen Tod in Europa betrachten. Während der späten 1340er Jahre war die Bevölkerung Europas auf eine untragbare Höhe angewachsen, was zu Hungersnot und so zu einer geschwächten Population geführt hatte. Beim Ausbruch der Pest wurde diese auf Menschen losgelassen, die schon unter einer geschwächten Immunabwehr litten. Dies machte es weitaus katastrophaler als andere Pestausbrüche und tötete rund ein Drittel der europäischen Population. Jedoch dürfte dies kein zufälliges Drittel gewesen sein. Es betraf unverhältnismäßig die Armen. In einigen Gegenden Englands wurden bis zu 80% der arbeitenden Klasse getötet. Es bestand für sie eine höhere Wahrscheinlichkeit getötet zu werden, weil ihre schlechten Lebensbedingungen und ihr schlechter Gesundheitszustand es wahrscheinlicher machten, daß sie sich mit der Seuche anstecken und daran sterben würden. Sie dürften auch, im Durchschnitt, über eine geringere Allgemeine Intelligenz [„General Intelligence“; „g„] verfügt haben als die höheren Klassen, was bedeutet, daß sie weniger zukunftsorientiert gedacht haben dürften und so mit geringerer Wahrscheinlichkeit Strategien gefolgt sind, die ihnen geholfen hätten, eine Ansteckung mit der Pest zu vermeiden, wie etwa Personen zu meiden, die den Eindruck erwecken, die Krankheit zu haben. Von daher dürften wir erwarten, daß der Schwarze Tod den Durchschnitts-IQ des mittelalterlichen Europa ziemlich dramatisch angehoben hat. Dem Schwarzen Tod folgte eine Periode von wirtschaftlicher Depression und Krieg, die gleichermaßen die Armen schwer getroffen haben dürfte, welche zum Ende des 15. Jahrhunderts hin endete. Es ist deshalb wahrscheinlich kein Zufall, daß die Renaissance, eine ausgeprägte Periode intellektueller Wißbegierde, so richtig ernsthaft rund einhundert Jahre nach dem Schwarzen Tod begann. Zudem wuchs mit einer stark reduzierten Bevölkerung der Lebensstandard signifikant stark an; was die intellektuelle Entwicklung begünstigte. Das Ende dieser Zeitspanne, um das mittlere bis späte 17. Jahrhundert herum, war ebenfalls durch Pest und Hungersnot gekennzeichnet und es könnte sein, daß dies die Entwicklung der Aufklärung und der Industriellen Revolution, wieder einmal mehr, durch das Hochtreiben von g in Europa auf eine ziemlich abrupte Weise unterstützt hat.

24 Gedanken zu “Soziale Zyklen und spenglersche Jahreszeiten, Teil 1.

  1. Monk

    „Der Fortschritt hin zu und der Rückschritt weg von den Höhen der Zivilisation ist nicht linear, sondern oszilliert unter anderem infolge ökonomischer Faktoren. Zu manchen Zeitpunkten fällt die Gesellschaft jedoch so weit, daß man sagen kann, sie ist kollabiert. Auch ist es wert, festgehalten zu werden, daß die Geschichte eines jeden Zivilisationszyklus eine Anzahl von intensiven Perioden intellektueller Neugier beinhaltet, und es könnte plausibel argumentiert werden, daß diese genau genommen von dem Chaos ausgelöst wurden, das ihnen vorherging.“

    Scheint so.

    „…und es könnte sein, daß dies die Entwicklung der Aufklärung und der Industriellen Revolution, wieder einmal mehr, durch das Hochtreiben von g in Europa auf eine ziemlich abrupte Weise unterstützt hat.“

    Könnte es dann nicht sein, daß dieses ominöse *g* Bestandteil jener Talsohle, innnerhalb jenes oszillierenden Zyklus, ist; wissentlich diese sogenannte Gesellschaft zu seiner Blütezeit eine Aufklärung in Form einer Ersatzreligion angedeihen zu lassen?

    Übrigens:

    Covitz-19, nebst seinen vielfältigen ökonomischen Begleiterscheinungen, klärt (((uns))), wer auch immer das sein mag, doch soeben auf was es bedeutet *g* walten zu lassen.

    Es wintert…

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  2. knr

    So reizvoll der Gedanke zyklischer Entwicklung sein mag, geben sie doch einem „Denker“ die Autorität, die seinerzeitige Kulturstufe in höhere Zusammenhänge zu setzen, und damit den Anspruch, interpolierte Gesetze entdeckt zu haben, so meint er, und eben diese Unwägbarkeiten, die sich aus linearen Modellen für die Zukunft ergeben, müssen peinlich genau bei diesen zyklischen Modellen benannt und wissenschaftlich nachgezeichnet werden, schließlich gibt es da ETWAS GRÖSZERES, muss es geben, so dass sich etwas von Blüte zu Dekadenz und retour manifestiere. Mann darf niemals vergessen, dass diese „Denker“ zuallererst in Ihren Ergebnissen abhängig waren von der Gunst Ihrer Gönner, und wer da den Bogen falsch spannte, konnte halt schnell in Ungnade fallen.
    Das soll nicht heißen, dass der Autor Vorbehalte hiergegen hegt, allerdings müssen diese Zyklen erkannt und stringent benannt werden, sonst wird es „Herr der Ringe“ like…

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    1. Monk

      Die proklamierte Quadrofonie jener Denker sind in ihrer eigenen Wissenschaft, Echokammer, verhaftet, welche es ihnen auch nicht -bis dato- ermöglichte über den eigenen Horizont hinaus zu erkennen, daß in ferner Zukunft jene Trilogie eines Tolkien in laufenden Bildern und in bunt davon zu sehen werden würden:

      “ Gunst Ihrer Gönner“

      Kann man das innerhalb einer eingeforderten Logik überhaupt verlangen sollen, oder wiegt etwa das Bedenken um einen eventuell überschätzten Intelligenzquotienten schwerer, so viel mehr schwerer, um nicht erkennen zu wollen, daß der Möntsch sich selbst zum Sklaven gemacht hat?

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      1. „das Bedenken um einen eventuell überschätzten Intelligenzquotienten“

        Im Allgemeinen hat man da eher weniger Bedenken, schließlich wird überall die heilige Gleichheit proklamiert und Gymnasien wie Universitäten für das Bildungsprekariat geöffnet, das Niveau entsprechend gesenkt, folglich fällt das Niveau von der Spitze bis zur Basis. Das ganze von wegen „Verrohung der Gesellschaft “ ist auch ein Zeichen von sinkenden „g“-Leveln, ob hausgemacht oder importiert. Und Mathematik ist rassistisch! 😛

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    2. „Mann darf niemals vergessen, dass diese „Denker“ zuallererst in Ihren Ergebnissen abhängig waren von der Gunst Ihrer Gönner, und wer da den Bogen falsch spannte, konnte halt schnell in Ungnade fallen.“

      Wer aufmerksam gelesen hat, dürfte mitgekriegt haben, daß Spengler aufgrund seiner Erbschaft wolhabend und unabhängig war, außerdem haben sich Ruhm und Nachruhm bei ihm doch sehr in Grenzen gehalten. Wenn Dutton/Woodley proklamieren, daß die Wohlhabenden und Reichen im Schnitt auch stets die Intelligenteren und Sozialeren waren und sind, dann könnte das schon zu Schlüssen führen wer so etwas „gönnt“. Andererseits wurde erschöpfend ausgebreitet, daß es sehr gute Gründe für diese Annahme gibt, und zwar kultur- wie rasseübergreifend, ob das einem nun paßt oder nicht. Wissenschaft ist schließlich nicht dazu da, für Happy-People-Feelgood-Stimmung zu sorgen.

      „allerdings müssen diese Zyklen erkannt und stringent benannt werden, sonst wird es „Herr der Ringe“ like…“

      Dutton/Woodley stellen durchaus demütig zur Disposition, daß es Grund zur Annahme gibt. Der Intelligenzschwund ist ein mittlerweile bestätigter Fakt, sowohl was die Allgemeine Intelligenz wie auch den Flynn-Effekt betrifft. Die Kernthese, daß sich in der Entwicklung der Zivilisationen ab einem bestimmten Punkt die Intelligenzselektion umkehrt, so daß die Intelligenten weniger Kinder bekommen, als die Dummen, was letztlich dazu führt, daß die Zivilisation nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, während die vorhergehende Positivselektion von „g“ den zivilisatorischen Aufstieg erst ermöglichte und bewirkte würde ich schon einigermaßen stringent und folgerichtig nennen. Dies ist letztlich nämlich eine eher prosaische Erklärung für die Phänomene, angesichts derer Spengler bedeutungsschwanger raunte. Damit hätte man nämlich nun DIE treibende Kraft hinter diesen, und das bei einiger Stringenz und ohne irgendwas übersinnliches.

      „schließlich gibt es da ETWAS GRÖSZERES, muss es geben, so dass sich etwas von Blüte zu Dekadenz und retour manifestiere.“

      Das trifft wohl eher auf die Befindlichkeiten im Lager der namenstanzenden Steiner-Groupies, „Freien Scientologen“ und LICHTFRESSER zu! Wenn ich mich recht entsinne, hast du dich vor ziemlich genau einem Jahr hier, aus irgendeinem Grund geradezu hyperventilierend, als PRANIER, geoutet und behauptet, der Mensch könne NAHRUNGSLOS(!!!) LEBEN(!!!), du hättest es ja auch jahrelang geschafft. Wenn nun von so jemand Einwürfe von wegen „Herr der Ringe like“ kommen, ist das schon ziemlich frivol, da im Vergleich dazu HdR wie seriöse Geschichtsschreibung anmutet, lol!

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  3. knr

    Das mathematische Modell der FRAKTALE könnte eine diffuse Annäherung ermöglichen, so dass sich aus einem scheinbar chaotischen oder gar beliebigen Modell der Wirklichkeit, tatsächliche, mathematisch ANSCHAUUNGSFREIE Gesetze eindeutig bestimmen lassen. Ich vermute, dass in der SPÄRENHARMONIE als übergeordnetem Modell sich solche Abhängigkeiten nachprüfbar herleiten lassen.
    Einfach heruntergebrochen lassen sich durch die strenge Analyse übergeordneter Organismen scheinbar plausibel die Gesetze untergeordneter Systeme nachzeichnen, und umgekehrt. Allerdings ergeben die zunehmende Komplexität und die weiteren Freiheitsgrade übergeordneter Systeme eine WAHRHEITSFERNE, wenn MANN sich rein auf ein INDUKTIVE Methode verlässt. Ich kann halt nicht durch die Beobachtung des Sozialverhaltens der Säugetiere sicher auf das Sozialverhalten der Menschen schließen. In die andere Richtung funktioniert es genauso und das gleiche gilt für die Zeitachse, da die Anschauung und der KOSMOS der Menschen in jeder Epoche ein anderer war. War es für Menschen, die reine Himmelsbeobachtung betrieben, ein GESETZ, dass sich die Sonne um die Erde drehte, so war es für Epochen, die einen außerplanetaren Standpunkt einnahmen eben NICHT Gesetz, und dennoch sind beide Anschauungen wahr.

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    1. knr

      Gerade bei den zyklischen Modellen scheitern die Autoren IMMER an der OPERATIONALISIERUNG, was genau einen Verfall und was eine Erhöhung darstellen soll.
      Allein die ÄSTHETIK kann hier ein Maßstab sein, sie ist innerster Kern einer Zivilisation. ÄSTHETIK veranschaulicht HARMONIE und damit das UNBEWUSSTE, das in jedem von uns herrscht, was schön und was nicht schön ist. Jeder Mensch hat ein ursächliches Gefühl für den GOLDENEN SCHNITT etwa, (etwas, das auch gerne von der Werbeindustrie aufgegriffen wird). Das ist manifestierte ÄSTHETIK)
      Zivilisatorisch habe ich nun als „Denker“ die Aufgabe, eine Ästhetik dort zu manifestieren und sie als Grad meiner Zivilisationsstufeneinordnung ^^ zu bennenn. Niemand konnte das bisher.

      Ein moralisch verlotterter Papsthof kann sich in Widerspruch dazu zu künstlerisch ästhetischen Höhen emporschwingen. in dem er Künstler fördert, Kunst sammelt, Ist es nun Dekadenz oder Verfall?

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      1. Monk

        „Zivilisatorisch habe ich nun als „Denker“ die Aufgabe, eine Ästhetik dort zu manifestieren und sie als Grad meiner Zivilisationsstufeneinordnung ^^ zu bennenn. Niemand konnte das bisher.“

        Niemand außer der manifestierten Dekadenz, jener ohnehin schon Gefallenen, könnte dieses Dilemma besser leben als es jene zivilisierten Ästheten zu tun pflegen.

        Klasse Kommentar übrigens!

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      2. Jetzt bleiben wir Ästhetiker mal ganz BASED:

        Welche IQ sind notwendig um bestimmte Berufe ausführen zu können?

        98-85% Perzentil, IQ 130-116

        Rechtsanwalt, Forscher, Editor, Ingenieur, Chemiker, Biologe, Manager mit technischer u/o finanzieller Verantwortung, Auditor, Analyst, Student.

        85-73% Perzentil, IQ 115-110

        Journalist, Leiter der Buchhaltung, Steuerberater, Gruppenleiter/Manager, Vertriebsleiter, Programmierer, Lehrer, Sachverständiger, Einkäufer, Großkundenvertrieb, Krankenschwester, Student (eher nicht MINT).

        72-60% Perzentil, IQ 109-103

        Sekretärin, (Super)Marktleiter, Buchhalter, kaufmännischer Angestellter, Designer, Labor-Techniker, Vertrieb/Verkäufer, Kundendienst, Computer-Wartung, Elektriker, Heizungs-Techniker, Meister.

        55-50% Perzentil, IQ 102-100

        Disponent, Fahrdienstleiter, Bürokraft, Polizist, Rezeptionist, Kassiererin, Datenerfasser, Geselle.

        45-42% Perzentil, IQ 98-95

        Maschinist, Abteilungsleiter im Supermarkt, Qualitätsprüfung, LKW/Taxi-Fahrer, Wachmann, Wartungspersonal, Schweißer, Sprechstundenhilfe, Zahnarzthelferin.

        37-21% Perzentil, IQ 93-87

        Kurier, Monteur, Kantinenpersonal, Kindermädchen, Pflegerin, Lagerist, Hausmeister, Verpacker.

        Für Leute mit einem IQ unter 85 gibt es praktisch keine wirtschaftlich verwertbare Arbeit. Das sind (derzeit noch) immerhin ca. 15% der Menschen in den westlichen und nordasiatischen Gesellschaften.

        https://luismanblog.wordpress.com/2017/04/21/welche-iq-sind-notwendig-um-bestimmte-berufe-ausfuhren-zu-konnen/?wref=tp

        Na, da guckt ihr blöd, für was man alles schon nen überdurchschnittlichen IQ braucht. Und wenn der g-Level sinkt, geht’s eben Downhill und das zivilisatorische Niveau läßt sich nicht aufrechterhalten. Kann man schön überall besichtigen. Wenn nun „g“ erblich ist und sich nicht
        nur fast ausschließlich die Dummen vermehren, sondern man solche auch noch massenhaft aus inkompatiblen Kulturen reinschaufelt, dann führt das eben zu den dem entsprechenden Implikationen. Eigentlich brauche ich da nicht mit irgendwelcher Chaosmathematik rumklingeln, der „gesunde Menschenverstand“ sollte ausreichen.

        Ein moralisch verlotterter Papsthof kann sich in Widerspruch dazu zu künstlerisch ästhetischen Höhen emporschwingen. in dem er Künstler fördert, Kunst sammelt, Ist es nun Dekadenz oder Verfall?

        Der „moralisch verlotterte Papsthof“ wäre ein Detail der entsprechenden Zivilisation in der entsprechenden Zeit. So wie auch das Bild des dekadenten Römers mit seinen Völlereien und Orgien nur für einen bestimmten Teil der städtischen und höfischen Elite zutraf. „Künstlerisch ästhetische Höhen“ wären eben ein Zeichen für einen hohen Level von g in der Bevölkerung, genauso wie komplexe Architektur und sonstige Kulturtechniken. Oder auch, daß sich rationalisierende Gegenbewegungen zum Papsttum etablierten und dieses teilweise verdrängten und entmachteten. Der g-Level von Rom war höher als während des Dunklen Zeitalters. Da sich aber dort aufgrund der zivilisatorischen Errungenschaften letztlich eine Umkehr bei der Intelligenzselektion einstellte und sich die Dummen über Gebühr vermehrten, konnte die Zivilisation nicht aufrechterhalten werden und kollabierte ins Dunkle Zeitalter. Auf dieser niedrigen zivilisatorischen Stufe fand aufgrund der prekären Verhältnisse wieder eine Positivselektion von „g“-statt, da eher die Intelligenteren und ihr Nachwuchs überlebten und sich fortpflanzen, womit der Zyklus wieder beginnt. Also für mich ist das ziemlich folgerichtig, sehe da kein Logik-Defizit.

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      3. „ÄSTHETIK veranschaulicht HARMONIE und damit das UNBEWUSSTE, das in jedem von uns herrscht, was schön und was nicht schön ist. Jeder Mensch hat ein ursächliches Gefühl für den GOLDENEN SCHNITT etwa, (etwas, das auch gerne von der Werbeindustrie aufgegriffen wird). Das ist manifestierte ÄSTHETIK)“

        Uiuiui, was für Sphärengetöne. So wie das Thema im zweiten von mir übersetzten Kapitel von Dutton/Woodley angerissen wird (von den kindlichen Werken des Dunklen Zeitalters hin zu realistischen Darstellungen und komplexer Architektur) reicht es mir prosaischer Natur eigentlich schon. Und mit sowas wie „Goldener Schnitt“ klingeln überwiegend im Schritt schon golden tropfende Katzenladies wichtighuberisch herum, die einem auf Nachfrage noch nicht mal erklären können, was sie damit meinen bzw. was es damit auf sich hat. Das meiste, was einem so als Versinnbildlichung vom „Goldenen Schnitt“ verkauft wird, hat nämlich nix damit zu tun, z.B. Leonardos Männchen im Kreis usw. Ist nämlich jetzt auch nicht sooo einfach und überhaupt, aber man kann sich auf jeden Fall doll wichtig machen mit. Die mit dem Goldschritt, das sind auch oft die, die meinen, Goethe habe mit seiner Farbenleere wichtige Sachen entdeckt, lol. Individuen, die sich mit irgendwelchen bei Dreisattarte aufgeschnappten Brocken für gebildet halten. „g“ iss anders. Golden Ratio? MY ASS!

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    2. Monk

      „War es für Menschen, die reine Himmelsbeobachtung betrieben, ein GESETZ, dass sich die Sonne um die Erde drehte, so war es für Epochen, die einen außerplanetaren Standpunkt einnahmen eben NICHT Gesetz, und dennoch sind beide Anschauungen wahr.“

      Völlig klar.

      Es gibt eben nicht die eine Wahrheit. Vielmehr sind die Standpunkte auf ihre Beobachtungsfähigkeit zu überprüfen, um sich hernach eine Anschauung zu überlegen.

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      1. „Es gibt eben nicht die eine Wahrheit. Vielmehr sind die Standpunkte auf ihre Beobachtungsfähigkeit zu überprüfen, um sich hernach eine Anschauung zu überlegen.“

        2+2=4. Sag ich mal so, als Mathe-Genius. Und jetzt überleg dir mal ne Anschauung dazu! 😉

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  4. Monk

    „2+2=4. Sag ich mal so, als Mathe-Genius. Und jetzt überleg dir mal ne Anschauung dazu!“

    ****

    zweimalzwei
    zweihochzwei
    diewurzelaussechzehn
    achtdurchzwei

    ****

    sonst noch Wünsche?

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  5. knr

    Der erste „moderne“ Vertreter einer solchen Theorie war der italienische Historiker Giambattista Vico (1668-1744). 

    Naja, mikrotemporale Systeme der Zeitdeutung hat es ja, ohne Zweifel, immer gegeben. Ich meine also das ständige Auf und Ab von Aufstehen, Arbeiten, Essen, Ausscheiden, Kopulieren, niemand käme und wäre auf die Idee gekommen, dass hier lineare Gesetze wirkten. Makrotemporale Systeme hat es allerdings ebenso immer gegeben, der Lauf der Sonne, das Wandern der Sternzeichen, die, interessanterweise durch Preszession eben NICHT immer wieder an der gleichen Stelle erschienen, siehe meine Gedanken zu den FRAKTALEN, wie sie es vor Jahrtausenden taten, und doppelt interessant, dass die bärenfellumhangenen Wilden zu solcher Anschauung fähig waren, wo Mann Ihnen doch nur das Saufen von Met aus Kuhörnern zutraute…Frag heute mal einen „Mittelschüler“ nach astrronomischen Sternzeichen….
    Was ich damit sagen will: Der Gedanke der Zyklen, auch wenn er nur ein approximativer Versuch der Wirklichtsabbildung darstellt, den hat es immer gegeben…

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    1. „Was ich damit sagen will: Der Gedanke der Zyklen, auch wenn er nur ein approximativer Versuch der Wirklichtsabbildung darstellt, den hat es immer gegeben…“

      Wo wird das hier bestritten?

      Der erste „moderne“ Vertreter „

      Klar ist das URALT. Siehe auch die Spiralensymbolik und so. Wobei der moderne „Westen“ imho schon zu linearen Sichtweisen neigt.

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