Tittenfisch

Wieder was aus den demütigen Empfehlungen des Erzählers:

Hört ihr es auch? Bei 13:40? Tittenfischtittenfischtittenfisch? Höhöhö!

Die Videokünstlerin sagt es ja nicht nur selbst, sie bestätigt zudem, dass das genauso „zufällig“ passiert ist wie die Wahl des Titten-, ääh, Titelbildes:

Samtstimme3 months ago Wer hat auch „Tittenfisch“ verstanden? 🤷‍♀️ 271

Soph Stardust ASMR3 months ago Habe ich irgendwann selber verstanden & deswegen ist das letzte Tintenfisch wieder etwas deutlicher😄 🐙

Tja, nicht immer einfach zu beurteilen, ob tatsächlich „nur“ Missverständnis, „Freudscher Versprecher“ oder bewusst gespielter Witz, aber es steht ja sonst nichts an, außer vielleicht, dass während Elite-Denktitan Vitzli Hartz4 und die damit verbundene Schikane lobpreist und, nachdem ihm der DANISCH erzählt hat, was Marx für ein Drecksack war, diesen Umstand ischändwie dazu heranzieht, das zu rechtfertigen, das „Feindorgan“ Süddeutsche Zeitung mal einen Artikel zu Hartz4 gebracht hat, den der Erzähler nicht nur so stehenlassen kann, sondern auch seiner erlauchten Leserschaft nicht vorenthalten möchte, da in dem Interview mit der Ex-Betroffenen gut auf den Punkt gebracht wird, mit was man es bei Hartz4 zu tun hat. Der Erzähler ist nicht betroffen, sieht sich aber, um bei Marx zu bleiben, durchaus als „Pauper auf Urlaub“ und die Stimmungsmache gegen „Sozialschmarotzer“, mit der er sich schon einige Zeit vor den Hartz-Reformen intensiv beschäftigt hat, als Spaltungshebel der ersten Stunde. Wer sowas gutheißt, der höhnt auch angesichts von Schlachtungen verstrahlter junger Frauen in Marokko über „blonde, dumme Weiber“, s’ghört halt so für einen „rechten“ deutschen Patrioten von ebenso tadellosem Charakter wie seine Lecker Pimmelchen, PACKi und FRANKSTEIN, latürnich!

„Man kriegt auch Sklaven in die Gänge“

Bettina Kenter-Götte arbeitet Jahrzehnte als Schauspielerin. Dann wird sie Hartz-IV-Empfängerin und erkennt: Die „Schreckenskammer der Gesellschaft“ ist „absurd, brutal, menschenverachtend“.

Nach Jahrzehnten als Schauspielerin und Medienschaffende wurde Bettina Kenter-Götte krankheitsbedingt Empfängerin von Hartz IV – danach war ihr Leben geprägt von Angst vor Sanktionen.

Wenn diese Kürzungen mehr als 30 Prozent betragen, sind sie dem Bundesverfassungsgericht zufolge nicht zumutbar. Das Arbeitsministerium und die Bundesagentur für Arbeit hatten trotzdem weiterhin höhere Kürzungen geplant. Nach einem Bericht der SZ darüber erklärte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, Kürzungen von mehr als 30 Prozent werde es nicht mehr geben.

Frau Kenter-Götte, was halten Sie als ehemalige Betroffene vom Urteil aus Karlsruhe – und vom Umgang des Arbeitsministeriums damit?

Bettina Kenter-Götte: Schon das Urteil des Bundesverfassungsgerichts erweist sich bei genauer Lektüre als „sozial schwach“. Erlaubt es doch „ausnahmsweise“ auch weiterhin 60-prozentige und 100-prozentige Kürzungen des Existenzminimums. Der Vorschlag des Arbeitsministeriums war entlarvend und zeigte die Unmenschlichkeit des Armuts- und Ausgrenzungsgesetzes Hartz IV.

Sie haben ein Buch geschrieben über Phasen in Ihrem Leben mit Hartz IV, am 12. Dezember lesen Sie daraus im Bundestag auf Einladung der Linken-Fraktion. „Heart’s Fear“ heißt Ihr Buch, Herzensangst. Bekommt man die als Hartz-IV-Bezieher?

Die Angst ist die größte Macht in dieser Schreckenskammer der Gesellschaft. Obwohl ich seit sechs Jahren nicht mehr im Hartz-IV-Bezug bin, war es erst nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, als sei ich aus dieser Schreckenskammer entlassen. Die Angst vor Sanktionen ist prägend für das Leben von Betroffenen. Das Jobcenter war der einzige Ort auf dieser Welt, wo ich mich nach den ersten Erfahrungen nicht alleine hingetraut habe – und ich war schon an sehr vielen Orten dieser Welt.

Wie sind Sie denn in Hartz IV geraten?

Ich war dreimal betroffen, einmal als junge alleinerziehende Mutter, das war noch im alten Sozialhilfesystem, nach zehn Berufsjahren als Schauspielerin. Nach weiteren 25 Berufsjahren war ich während einer Branchenflaute kurze Zeit sogenannte Aufstockerin. Und schließlich war ich fünf Jahre krank. Als freie Bühnen- und Medienschaffende hatte ich keinen Anspruch auf Krankengeld und landete, als nach zwei Jahren meine Ersparnisse aufgebraucht waren, nach 40 erfolgreichen Berufsjahren bei der Armentafel und bei Hartz IV.

Wer wird denn sanktioniert?

Nach offizieller Statistik werden acht Prozent der Hartz-IV-Beziehenden sanktioniert, oft mehrfach. Das sind übrigens nicht nur Arbeitslose. Es wurden und werden auch Menschen, die arbeiten, sanktioniert. Viele ALG-II-Beziehende sind aufstockende Niedrigentlohnte, Single-Mütter, die nicht arbeiten können wegen ihrer Kinder, pflegende Angehörige, Kranke, wie ich damals. Und sanktioniert wird nicht nur bei angeblichen Pflichtverletzungen, sondern auch nach Quote. Das weiß man seit dem Buch der Jobvermittlerin Inge Hannemann, „Die Hartz-IV-Diktatur“.

Wie war es bei Ihnen?

Ich bekam einmal, weil ich angeblich eine Frist nicht eingehalten hatte, eine 100-Prozent-Sanktion. Diese Sanktion war schon nach damaliger Rechtslage rechtswidrig und musste zurückgenommen werden. Und eine Sanktionsandrohung bekam ich, weil ich einen Antrag auf Bedürftigkeit „zu früh“ gestellt hatte. Danach wusste ich: Hartz IV ist absurd, brutal, menschenverachtend, kontraproduktiv und in weiten Teilen rechtswidrig. Es sind ja auch schon Menschen verhungert bei Vollsanktionen. Ich hatte in Stuttgart Theaterproben, da war ich noch nicht ganz gesund und im Bezug. Das Jobcenter hatte eine widerrechtliche Kürzung vorgenommen, Gage kam erst später, und da hab ich gehungert. Ein Freund ist nach Stuttgart gereist, um mit mir Lebensmittel einzukaufen. Geld hätte er mir nicht überweisen können, das wäre als Einkommen wieder abgezogen worden.

30-Prozent-Sanktionen zur Sanktionierung von Pflichtverletzungen hat das Bundesverfassungsgericht aber als verfassungsgemäß eingestuft. Halten Sie das auch für absurd?

Wenn man über Pflichtverletzungen spricht: Die größte Pflichtverletzung liegt auf Seiten des Staates. Die Jobcenter haben über fast 15 Jahre Millionen von unbescholtenen Bürgerinnen und Bürgern verfassungswidrig behandelt. Das ist der schlimmste Rechtsbruch. Was sonst im Rechtsstaat undenkbar ist, war bislang in der Martermühle Hartz IV Alltag: Ohne Vorliegen einer Straftat, ohne Gerichtsverhandlung, ohne Urteil verhängt der Fallmanager des Jobcenters – als Ankläger, Richter und Vollstrecker in Personalunion – existenzbedrohende Strafen.

Kann man nicht, zumindest durch leichte Sanktionen, auch in die Gänge kommen, auch einen neuen Arbeitsplatz finden?

Jobcenter haben überhaupt keine guten Arbeitsplätze zu vergeben, das sind Resterampen für Niedriglohnjobs. Und es wird ein wahnsinniger Zwang ausgeübt, die schlimmsten Jobs anzunehmen oder unsinnige Maßnahmen über sich ergehen zu lassen. Zum Beispiel musste ich einen Buchhaltungskurs machen – nach 40 Jahren als Schauspielerin. Und ich musste einen Bewerbungskurs machen – nach 40 Jahren als Schauspielerin -, und noch dazu bei einer Frau, die in einer Mail sieben Fehler gemacht hat. Es war hanebüchen! Aber wenn ich gesagt hätte, das mache ich nicht, das ist Steuergeldverschwendung, dann wäre ich vollsanktioniert worden. Oder zu 60 Prozent. Ja, natürlich, man kriegt auch Sklaven in die Gänge, wenn man auf sie eindrischt, man kriegt auch Kinder in die Gänge, indem man auf sie eindrischt. Lange Zeit dachte man auch, man könne auf Frauen eindreschen, wenn sie nicht gehorsam sind. Diese Rohrstockpädagogik gehört dem Mittelalter an.

Warum glauben Sie, dass unsere Gesellschaft das System Hartz IV trotzdem hinnimmt?

Weil kaum jemand weiß, was dort passiert. Und ich hoffe, jetzt wachen alle auf. Das Vertrackte ist, dass die einzelnen Geschichten oft so absurd und kompliziert sind, dass man sie nicht glaubt. Sogar ich habe die Erfahrung gemacht. Es waren die schlimmsten Momente überhaupt bei Hartz IV, wenn ich meine Geschichten meinen Freunden und Freundinnen erzählt habe, und sie haben mir nicht mehr geglaubt.

*****

Das BVG hat also letztlich nur bestätigt, dass Kürzungen am Existenzminimum in Ordnung gehen, man solle es bitte nur nicht so dolle treiben, wobei in „Ausnahmefällen“ auch weiter 60-100% erlaubt sind. Und ein proletenhafter Geldfetischist wie Vitzli (man lese About und stecke sich dazu eine Banane in den Hintern oder so) fängt an, Krokodilstränen zu heulen und zerrt die schwer schuftende und ganz grässlich unterbezahlte Bäckerin zu seiner Rechtfertigung hinterm Tresen vor als wären wir mittels einer Zeitschleife zwanzig Jahre in die Vergangenheit gerutscht und nicht mitten in einer monströsen Transformation, die ihresgleichen in der Geschichte sucht. Wobei diese Diskussion auch damals schon nichts als ein Werkzeug des Großkapitals und der „Eliten“ zur Einschüchterung und Disziplinierung der lohnabhängigen Bevölkerung war und der Sozialstaaat, samt unvermeidlichem „Mißbrauch“ unter bestimmten Vorraussetzungen locker zu schultern gewesen wäre. Wie einige kluge Köpfe, die mit About-Vitzli MINDESTENS mithalten können, schon lange festgestellt haben: Man kann entweder Masseneinwanderung haben oder Sozialstaat, beides zusammen geht nicht. Und vor diesem Hintergrund weint ein Vitzli darüber, dass das BVG letztlich Kürzungen beim Existenzminimum für rechtens befunden hat? Bizarr!

14 Gedanken zu “Tittenfisch

  1. landsberg

    Sardinien is such a fucking hot island. Die Frauen, einfach unbeschreiblich, die haben dieses Archaiche konserviert. Sie lieben dich oder hassen dich mit ganzer Seele, mit jeder Faser ihres Koerpers. Irre gastfreundlich, allerdings erwarten sie auch von dir das KleinKlein des hoeflichen Lebens. Mann koennte sagen, sehr konservativ, zurueckhaltend kontemplativ, also eben NICHT diese Vorurteile, die Mann mit Suedlaendern verbindet. Die Alten sitzen im Anzug in den Cafes und spielen Brettspiele.

    Gefällt mir

  2. Demütigerweise muss ich gestehen, dass ich und vitzli hier genau die selben Gedanken teilen:

    Eine Art Stalingrad ohne Beschuß

    6. Dezember 2019

    Wo bleibt der Strom?

    *
    Es wird kalt werden
    Sehr kalt. Kalt und bunt.
    Ich mache mir so meine Gedanken über den (wann genau?) zu erwartenden großen Blackout. Was braucht man? Was wird geschehen? Vorgesorgt habe ich, soweit mir das möglich ist. Ein paar wesentliche Fragen sind noch offen. Zum Beispiel diese:
    „Ohne Beschuß“? Tatsächlich?
    Aber die Menschen haben lieber große Angst wegen Klima.

    Man fasse zusammen: Ausstieg aus sicheren Energiequellen, Abschied von der Grundlastfähigkeit, gleichzeitig größtmöglicher Einstieg in die E-Mobilität und anderen E-Blödsinn bei bedingungslosem Massenimport des gewalttätigsten und kulturinkompatibelsten Auswurfs aller Herren Länder, insbesondere aber des Islamgürtels und Schwarzafrikas. Vor diesem Hintergrund kündigt die Regierung die großflächigen Stromausfälle, vor denen der BDI warnt, förmlich an, und bereitet das THW auf diese vor.

    Das ist nichts anderes als Sabotage von oben, und die Saboteure bzw. ihre Handlanger sitzen in der eigenen Regierung. Ein ganz reales Alptraumszenario.

    Gefällt 1 Person

    1. Schildbürger

      Ganz richtig.
      Dazu passt auch ganz gut dass sie grade kräftig an der heimischen Nahrungsproduktion sägen.
      Immer mehr Auflagen für Bauern, und dazu Importe von überallher. Worauf das hinauslaufen wird ist ganz gut auszumalen, da regt sich mittlerweile ja auch langsam größerer Protest.

      Mir sind in letzter Zeit auch vermehrt Stimmen untergekommen die eher davon ausgehen dass es klimamäßig eher in Richtung einer Kalt- oder sogar Eiszeit gehen wird.
      Ob da was dran kann ich schwierig sagen. Gibt ein paar Indizien, aber die sind mir ein wenig zu vage um mir da ein Urteil zu erlauben.

      Aber man nehme mal an es wäre wahr (und in dem Falle wüssten diejenigen die da sabotieren das sehr wohl selber), dann dürfte es die Misere noch um Einiges verschärfen.

      Gefällt mir

  3. landsberg

    Ach wie gut, dass ich schon durch jede Unbill des Lebens marschieren durfte. Stromausfaelle und Internetkapereien sind da noch die harmloseren Varianten einer Unwegsamkeit. Rausgeschmissen in die Welt bei minus 15 Grad und mit halb zerissenen Karten zurueck in die Heimat finden, rausgeworfen aus Flugzeugen mit einem Fallschirm und dem G3 an den Fueszen, vom 5 Tonner mit verbunden Augen im unsanften Fall in die Boeschung und dann go for it. Unter Kriegswaffengewalt gezwungen zu sieben Kilometerlaeufen auf der Panzerringstrasse, go for it…Mit einem Birkenstamm die Hindernisbahn ueberqueren, darauf muss Mann erst mal kommen..30 Kilometer mit 10 Kilo Gepaeck im Dauerlauf in 4 Stunden..Latuernich alles hochgradig verboten, aber wo kein Klaeger, da kein Richter…

    Gefällt mir

    1. Meine Hochachtung: Dreißig Kilometer Dauerlauf (hieß zwar >Eilmarsch< – aber für uns Zwerge am Ende der Kolonne war es ~) mit Sturmgepäck, Blechmütze auf, 30 Stahlkerne in der Krawallnikow, 120 an den Lenden hängend, zu zweit eine Munikiste mit gräßlich dünnem Handgriff huckend, sind mir ja bekannt. Allerdings im kalten Frieden. Nochmals, Reschpekt.

      König Pyrrhos von Epiros ("Noch so ein Sieg, und wir sind im Arsch") hatte ja damals der griechischen Jeunesse dorée in Süditalien eine solche Kur verordnet, der Erfolg hielt aber nur kurz an.

      Gefällt mir

    2. Ach, selbst ich Zivi habe einiges an Gebirgsläufen, Ultramarathons mit über 100 Kilometern und mehr gefressen, in anspruchsvollem Gelände mit Eigenverpflegung und weit auseinanderliegenden Kontrollstationen, mit Start vor Sonnenaufgang und Zielankunft tief in der Nacht. Dazu noch Kurzstrecken Bergläufe wo auf elf Kilometer Distanz schon mal 1300 Höhenmeter überwunden werden mussten und allerlei andere so Spielereien. Dennoch erhoffe ich mir davon beim goßen Blackout keinerlei Vorteil, wobei ich Breitensport nicht mit einer militärischen Einzelkämpferausbildung und dergleichen vergleichen möchte. Ich bezweifle allerdings auch hier, dass bei einem Blackout und „Systemzusammenbruch“ wirklich die Stunde der Einzelkämpfer und „großen Abenteuerer“ (E. Jünger) schlägt, der Loner, die Rambo-like Armeen vernichten, der Conans, die die Throne der Mächtigen unter ihren staubigen Sandalen zertreten. Wie heißt es so schön? Allein machen sie dich ein, das geht nur über eine begrenzte Zeit gut, würde ich mal sagen. Ohne einen Clan ist auch der größte Einzelkämpfer irgendwann aufgeschmissen, sei es durch eine simple Infektion, sei es durch die schlichte zahlenmäßige Überlegenheit seiner Widersacher. Und wir wissen ja alle, wer clanmäßig hier bestens aufgestellt ist und über Waffenarsenale verfügt? Da könnte auch ein PACKi, der mit seinem tollen russischen Dragunow-Scharfschützengewehr auf seinen Konservendosen hockt, schnell alt aussehen, und FRANKSTEIN kann im Heim eh träumen von was er will.

      Kurz, ich finde das Szenario überaus bedrohlich und es wird kommen. Die nächste Stufe.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.