FRANKSTEINs Fachliteraturkanon

In jüngerer Vergangenheit vollzog sich, unbeachtet vom lärmenden Treiben der Welt, in Vitzis Aquarium ein formidabler Elektronenhüpfer, öh, latürnich „Quantensprung“! Doch der Reihe nach. Zunächst hatte der freischwimmende Blindfisch Nemo, eine parasitäre Lebensform, die sich daran angepasst hat, in den Körperöffnungen des gewaltigen ranzigen Moderkarpfens FRANKSTEIN zu vegetieren und von dessen Ausscheidungen zu zehren, mal wieder einen saftigen „Netzfund“ an geheimem Wissen für wenig Shekels ausgegraben – meinte er zumindest:


Freischwimmer sagt:
11. April 2019 um 12:04
Oje… zu schnell abgesendet!
Blick in die Zukunft!


„Verschwundene Kulturen. Dieser Begriff löst unweigerlich Neugier und die Ahnung uralter Geheimnisse in Menschen aus, haben wir doch alle schon von Atlantis oder den rätselhaften Maya gehört, deren berühmter Kalender noch in der Gegenwart so manche den Weltuntergang erwarten ließ. Ein Glücksgriff war da dieses preiswerte e-Book, welches ich zufällig über Amazon fand.“


Von dem Klassiker „Verlorene Zivilisationen: 10 Kulturen, die spurlos verschwanden“ wird schon bald eine neue Auflage erscheinen.
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„Verlorene Zivilisationen: 11 Kulturen, die spurlos verschwanden“
„Wer waren die Germanen? Nichts ist mehr übrig geblieben von den einst so großen germanischen Völkern. Auf Spurensuche nach dem Geist der Freiherren und Erbauer nun nicht mehr existenter Werke von monumentaler Größe. Einst wandelten sie gottgleich auf dem wunderbaren Antlitz dieser Welt bis ein über einhundert Jahre andauerndes Unglück über sie hereinbrach und sie für immer verschwanden….“


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#http://leif-inselmann.de/?p=608

Natürlich war das NIX, wie sich jeder schon denken konnte. Aber dann KOMMTS:


Frankstein sagt:
11. April 2019 um 19:46
Frei, das war nix! Die Reszenssion verreißt das Werk ins Lächerliche. Ich liste mal ein paar Werke auf, die Anspruch auf Seriosität besitzen=


-Die EDDA von Dr. Manfred Stange, marixverlag 2004

-Vom Ursprung der Deutschen, Hans Jürgen Marquard, Grabbert, 1995

-Unsere Lehrmeister aus dem Kosmos, S-E. Waxmann, Hans Landes KG, 1987

-Sternenmenschen sind unter uns, Joachim Pahl, Kurt Desch Verlag, 1971


-7 vorbei und 8 verweht, Paul Hermann, Hoffmann und Campe, 1978/ Erstausgabe 1952


Zur Ergänzung=


– Vergessene Welten von Charroux
-Atlantis von Murry Hope
-Drachenwege von Buttlar
-Die Spur der Götter von Hancock
-Giza-Vermächtnis von Paganini
-Runenzeichen in aller Welt von Landmann


Zuallererst aber


-Schriftzeichen und Alphabete aller Zeiten und Völker von Carl Faulmann, Marixverlag, 2004
Unveränderter Nachdruck der Erstausgabe der K-K-Hof- und Staatsdruckerei Wien von 1880!


Nach dem vollumfänglichen Studium und der Ergänzung durch neuzeitliche Ausgrabungs-Erkenntnisse ergibt sich ( hier) über eine Studienzeit von etwa 10-20 Jahren die Ahnung eines Bildes. Die gestraffte, verdichtete Visualisierung in Matrixform -ähnlich Mind-Mapping- erforderte 10 qm Wandfläche in kleinster Druckschrift. In Reklameschrift würde die Fläche der chinesischen Mauer nicht ausreichen, um die Geschichte der Alten Deutschen zu erzählen. Ich nenne jeden Schreiberling einen Lügner, der die Geschichte in einem Band abhandelt. Und ich nenne jeden einen Hundsfott, der sie negiert oder abstreitet.

Ja, da staunt der Laie und der Kenner wundert sich – FRANKSTEIN enthüllt seine verschleierten Quellen, verweist auf Literatur, die seinen hohen Ansprüchen an Seriosität genügt und somit eine Wegmarke für alle darstellt, die in FRANKSTEINs Fußstapfen von den Ausmaßen des Bodensees treten, seinen Gigantenmarsch zur wahren Erkenntnis, zumindest „ein Stück weit“, nachvollziehen, die hirnerweichende Copy-Paste-Sucht hinter sich lassen und von nun an endgültig selbst die letzten Geheimnisse aller möglichen Welten erforschen wollen! Man muss sich nur die Spitzenrezension eines willkürlich aus der Liste gepickten Werkes anschauen und merkt, dass man dies unmöglich „in die Lächerlichkeit verreißen“ kann:

ghostdog
2,0 von 5 SternenKein roter Faden!
5. Februar 2016Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Einen roten Faden habe ich bei „Drachenwege“ auf den ersten 170 Seiten leider vergeblich gesucht. Von Buttlar schreibt über asiatische Sagen und Mythen, berichtet von historischen Personen aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts, fabuliert von Reinkarnation und von der Verlängerung der durchschnittlichen menschlichen Lebenserwartung auf mind. 200 Jahre (durch Herabkühlen der Körpertemperatur auf ca. 32 Grad Celsius), von Affen und Menschen usw. usf.!

Erst ab Seite 170 (von 265) kommt v. Buttlar zu einem durchgehenden Thema, nämlich zu UFO-Sichtungen, Viehverstümmelungen und Begegnungen der 3. Art sowie Kornkreisen, die auf den sog. Ley-Linien liegen.

Dabei greift er auf umstrittenes „Beweismaterial“ wie Fotos zurück, die z. B. einen toten Roswell-EBE (Extraterrestrial Biologic Entity) zeigen sollen, eine evtl. „außerirdische“ Landefähre, unscharfe Aufnahmen von UFOs und u. a. den Berichten einer Frau Oberst Popovich, die aus erster Hand von befreundeten Kosmonauten wissen will, daß es im All jede Menge extraterrestrischen Flugverkehr gibt und daß die E.T.s auf dem (evtl. hohlen) Marsmond Phobos eine Raumstation haben.

Was mich immer wieder wundert ist, daß früher, als es nur altmodische Kameras gab, jede Menge Fotos (natürlich unscharf) von UFOs im Umlauf waren, Jetzt im Zeitalter der Foto-Handys müßte es doch folglich mindestens genau so viele gestochen scharfe Fotos geben.
So gut wie jeder hat ein i-phone, smart phone oder zumindest ein normales Handy mit Fotofunktion, aber die digitalen Beweisfotos bleiben aus!

Solange es keine definitven Beweise für außerirdisches, intelligentes Leben gibt, kann auch von Buttlar nur hypothetische Ansichten aufstellen, wobei es gerade zur UFO-Thematik weitaus bessere Literatur gibt (z. B. „Jenseits von Top Secret“, Timothy Good)ewelche ohne einen 170 Seiten langen Vorlauf auskommt, den ich bei „Drachenwege“ als uninteressant bis langweilig empfand.

Auch von v. Buttlar selbst gibt es bessere Bücher zum UFO – Thema (z. B. „Sie kommen von fremden Sternen“).

„Drachenwege“ muß leider zu seinen schwächeren literarischen Werken gezählt werden!

Selber „schwächere Werke“! Um es mit FRANKSTEIN zu sagen:

Jegliche Kritik daran, die nicht auf eigener Wahrnehmung beruht, ist sinnlos, weil sie nicht akzeptiert wird.

FRANKSTEIN, a.a.O.

Tja da hast du´s oder „der fik du den!“ wie der Däne zu sagen pflegt!

Ja, wir haben ja schon immer gemutmaßt, dass Sternenkind FRANKSTEIN näher bei Raumpatrouille, Captain Kike, Captain Future und Pherry Rhodan angesiedelt ist als in den wabernden Nebeln des Teutoburger Waldes, da ändern auch die Edda und die Runenbücher nichts dran. Und schließlich wären wir alle schon lange zurück bei den Sternen, wenn nicht der ewige Unsichtbare ständig schändlich dazwischenfunken würde! Ist schon lange im SCHWERTAAHH, äh, ne, lassen wir das, wenn die da doch sooo „sensibel“ sind, und bei MORGENWACHT wissenschaftlich nachgewiesen worden! Und so sind wir FRANKSTEIN dankbar, dass er zumindest in Vitzis-Eliteblog den Schleier vor der Schattenquelle seiner Inspirationen „ein Stück weit“ gelüftet und uns so eindeutig den Weg gewiesen hat!

Denn wer den „roten Faden“ bei Ufo-Buttlar verliert, wird ihn bei FRANKSTEIN wieder finden, darauf könnt ihr einen lassen! Der hat Buttlar und noch viel mehr über Dekaden studiert und mehr als nur „die Ahnung eines Bildes!“ FRANKSTEINs extrem verdichtete MINDMAPP-MATRIX lässt Fachmann wie Kenner in „Shock and Awe“ demütigst das Knie beugen! Kein Wunder, dass FRANKSTEIN da ab und an „verhüllen“ muss, sonst würde wohl so mancher in dieses schwarze Loch des Geistes gesaugt und entweder „sphagettifiziert“, „verstrahlt“ oder „hologramm-transformiert“, wobei man sich fragen muss, ob gerade letzteres nicht ohnehin schon längst mit dem gesamten Planeten passiert ist.

21 Gedanken zu “FRANKSTEINs Fachliteraturkanon

  1. altrghtcrsdr

    Ach du Kacke! Was für eine Freakshow.

    Ich hoffe, von denen liest hier keiner mit, nicht dass sie sich eines Besseren belehrt fühlen und von nun an in „Kognitiver Dissonanz“ verharren.

    Nur zu, her mit dem fantastischen Bücherkanon! Bei Zeiten werde ich mal einen Blick in dieser ausgesuchte Literatur werfen.

    Das Leben schreibt die besten Geschichten

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  2. „Ich hoffe, von denen liest hier keiner mit, nicht dass sie sich eines Besseren belehrt fühlen und von nun an in „Kognitiver Dissonanz“ verharren.“

    Sicher tun sie das. Allerdings sind sie völlig immun gegenüber „kognitiver Dissonanz“ da „kognitives“ bei ihnen nur noch eine sehr rudimentäre Rolle spielt, wenn überhaupt. Meine Güte, ich war wirklich traumatisiert durch die „Flüchtlingskrise“, ohne Scheiß, dass erklärt, dass ich da länger mitgeschrieben habe. Und die Austrocknung unseres geliebten Sumpfes latürnich noch dazu.

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  3. altrghtcrsdr

    Hier ein Auszug.

    Zur Erinnerung:1937

    „The J__ has already “standardized” just about everything in the domain of the major
    arts. Some very great efforts are going on behind the scenes at this very moment towards the
    standardization of the world’s literature, translations, literary agencies, literary circles, and
    academies, from the undertaking of a work, clear to the end. One little fact among thousands:
    Do you think, dear cuckolds (!), that it is only innocently, through the effect of pure chance, that
    the Académie Goncourt is becoming more J__ish with each passing year…in its choices, its
    laureates, its academicians?… The J__ish power needs numerous agents, some very zealous
    quartermasters, well-placed, docile, devoted, refined gangsters, they being indispensable to
    the J__ish army of standardization as it proceeds without a shot being fired, in the
    strangulation of indigenous art in every domain, down to the very last redoubt, whether
    spiritual or material.
    The translations, those great works in brutalization, will do the rest. But
    it is indispensably the case that one is already expected to trivialize, undermine, saw away at,
    and be disgusted by the entire Aryan elite, and by all of its creative people, And that the
    platform, the lectern, the tenured positions, the security and the throne, all filled with the
    refuse, the worst remakes, and other spongy J__ish offerings, be built rapidly over the ruins
    of indigenous art. Nothing must be allowed to stop the great invasion by the movies and
    translations. When being embuggered millimeter-by-millimeter, the first centimeter is the
    hardest, and the most costly…it blazed the trail for those that follow! All of the faggots attest
    to this for us. Well-embuggered by publicity, any sort of asshole can become an
    immense something-or-other, be it a religious article, a movie star of the first
    magnitude, a superlatively horrible criminal, a leviathan catastrophe, a Dantesque film, a
    transatlantic liner sufficient to make the sea overflow, an aperitif that makes the world go
    ’round, the very greatest Jewel in History, a President of Council who bites off living heads.
    The more asinine and vapid it is, the better it’ll go. The common taste exists at this level. The
    “good sense” of the crowd is: ever more stupid.
    The spirit of the ringmaster, it finishes with a
    trained flea, the achievement of realist and surrealist art. All of the political parties know this
    well. They are all the masters of trained fleas. Pimple-faced Melanie will take her dickin’ like
    a queen, provided that twenty-five thousand loudspeakers shout above all the rooftops, across
    all the echoes, that she is suddenly Melanie the incomparable…

    ohne Worte…

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    1. DAS ist in der Tat ein phantastisches Werk und heute noch aktueller als damals, könnte man meinen. Vom Thema abgesehen ist es, wie ich meine, von hohem literarischem Wert.

      Über den „schelmischen “ Natziehverlag habe ich ein Exemplar des unveränderten Nachdrucks der 1938 im Zwinger-Verlag Dresden erschienen ersten Auflage in deutscher Übersetzung erworben und wollte schon lange was darüber schreiben und Auszüge daraus bringen, aber man kommt ja zu nüscht.

      Verändert wurde allerdings der Titel: Aus „Bagatelles pour un massacre“ („Kleinigkeiten für ein Massaker“) wurde „Die Judenverschwörung in Frankreich“, naja, man muss den Dumpf-Natziehs ja irgendwie entgegenkommen. Dabei beschränkt sich der Autor keineswegs auf Frankreich sondern schreibt auch einiges über seine Eindrücke in Russland und seine schaurig schönen Beschreibungen von Leningrad, der „dunklen Stadt, offen zum Meer“ sind ganz, ganz großes Literatur-Tennis.

      Btw.: Nie sollte man vergessen, dass Celine nach dem Krieg in Abwesenheit wegen seiner Schriften zum Tode verurteilt worden war!

      https://the-night-picture-collector.tumblr.com/image/156980662866

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      1. altrghtcrsdr

        Die Schelmausgabe ist gekürzt (angebl. um ein Drittel). Wie die Übersetzung auch sagt:

        „botched“

        Die englische Originalversion ist wohl erste Auflage und orischinahl.

        Bin schon völlig ermattet^^

        Meine Fresse..

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        1. „Die Schelmausgabe ist gekürzt (angebl. um ein Drittel). Wie die Übersetzung auch sagt:
          „botched““

          Wirklich? In meiner steht:

          „Unveränderter Nachdruck der 1938 im Zwinger-Verlag, Dresden, erschienenen 1. Auflage“, das Werk ist immerhin 286 Seiten stark. Ein Drittel soll fehlen? Kann das nicht recht glauben. Vielleicht gab es andere, gekürzte Versionen. Wenn die Angabe vom Schelm korrekt ist, dann bliebe noch die Möglichkeit, dass es schon 1938, unter den Natziehs, gekürzt wurde, glaube ich aber auch nicht. Naja, werde es mal mit der englischen Version vergleichen. Excellenter Stoff auf jeden Fall!

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  4. Also die oben zitierten Passagen finden sich so auch in der schelmischen deutschen Ausgabe, habe das erst vor kürzerem gelesen und es ist mir noch sehr präsent.

    Yepp, auch das englischsprachige pdf umfasst 286 Seiten! Die schelmische Ausgabe dürfte also ungekürzt sein und sei jedem Mitlechzer hier ans Herz gelegt! Es handelt sich um eine gute, angenehm zu lesende Übersetzung ins Deutsche, ich befürchtete nämlich schon, die Schelme hätten es neu übersetzt. Wer die schelmischen Übersetzungen von Kevin MacDonald kennt, weiß was ich meine!^^

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        1. Korrektur: habe mich heute mittels des ziemlich umfangreichen Wikipedia-Eintrags zu Celine wieder etwas mehr betreffs Celine auf Stand gebracht. „Die Judenverschwörung in Frankreich“ ist tatsächlich der Originaltitel der deutschen Übersetzung von 1938 und dem Schelm nicht anzulasten. Laut Wiki hat man das Werk auch schon 1938 bei der deutschen Übersetzung stark gekürzt. Allerdings halte ich es für ziemlich unwahrscheinlich, dass das im Deutschland des Jahres 1938 wegen Celines Judenhass geschehen ist und man das Werk dahingehend entschärfen wollte (Wiki nennt nicht den Grund). Eher waren, oh la la, da andere „Deftischkeiten“ ausschlaggebend. Celine hatte ja viele Register drauf, mal hochpoetisch, dann wieder zutiefst vulgär, zotig, obszön (ähnliches wird dem demütigen Erzähler ja gerne von dessen Chaver, dem nordischen Recken hildesvin, zum Vorwurf gemacht!^^). Zieht man dies in Betracht, so muss man wohl annehmen, dass die braunen Saubermänner eher allerhand „Schmutz, Schund und Schweinkram“ rausgeschnitten haben, den glühenden Judenhass und die entsprechenden Passagen aber, so weit möglich, unangetastet ließen.

          Dieser Hang zum Vulgären, im Zusammenspiel mit anderen Facetten von Celines Persönlichkeit, lässt das Zusammenspiel von Celine mit den Nationalsozialisten, seine Kollaboration und die Celine-Verehrung unter „Rechten“, wo man ja gerne die guten, keuschen Sitten betont, unter einem sonderbaren, leicht skurrilen Licht erscheinen:

          Frauen
          Céline war zweimal verheiratet, zuerst mit Edith Follet (1919–1926) und ab 1940 mit Lucette Almanzor, einer Tänzerin der Opéra-Comique. In der Zwischenzeit führte er eine Beziehung mit der amerikanischen Tänzerin Elizabeth Craig, die ihn auf einigen Reisen begleitet hatte und der er die Reise ans Ende der Nacht widmete.
          Er war, wenn man seinen eigenen Berichten glauben darf, ein notorischer Schürzenjäger; darauf deuten auch die Berichte seiner beiden Lebensgefährtinnen, Elizabeth Craig und Lucette Almanzor, hin. Er bevorzugte den durchtrainierten Typ Frau, den man unter Balletttänzerinnen antrifft, und war auch fast ausschließlich mit solchen liiert. Céline war laut Almanzor Anhänger des Gruppensex und der freien körperlichen Liebe. Craig berichtet, dass Céline während seiner Beziehung zu ihr oft täglich intime Bekanntschaften zu anderen Frauen knüpfte.

          (Wiki)

          Hatte ja schon immer den Eindruck, dass vieles bei Celine autobiographisch daherkommt, so auch diese Neigungen, die z.B. in „Reise ans Ende der Nacht“ immer wieder ziemlich beiläufig zur Sprache kommen. Ich muss ja wohl nicht erwähnen, dass der demütige Erzähler mit sowas kein Problem hat, ganz im Gegenteil, aber ihr wisst sicher, was ich meine. Dies ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass das Gerede, von wegen man müsse immer zwischen der Person des Künstlers und seinem Werk unterscheiden, größtenteil MUMPITZ ist – Houellebecq hat das sehr schön im Fall Lovecraft („Gegen die Welt, gegen das Leben“) aufgezeigt.

          Ach ja, müßig zu erwähnen, aber wir sind uns hier latürnich mitnichten zu fein für Wikipedia. Allgemeines, pauschales Wiki-, Google- usw. -Bashing zeichnet eher den pseudoschlauen Ignoranten aus, so wie in einem gewissen Elite-Blog, wo ein FRANKSTEIN mit „verhüllten Quellen“ den großen Wissenden vorspiegelt, der natürlich weit über Gugel, Wiki und „Populärwissenschaft“ steht, um dann, wohl im Cola-Rausch, einen Literaturkanon zu enthüllen, bei dem „populärwissenschaftlich“ noch geschmeichelt wäre. Gut die Edda und das eine mit den Schriftzeichen möchte ich hier ausnehmen, trotzdem war das ein wirklich guter Witz. Natürlich könnte man sich auch locker über die Sternenkinder und UFO-Bücher unterhalten, bin ja durchaus offen für „grenzwissenschaftliches“, aber die Pose in der FRANKSTEIN seinen Schrott darbietet, während seine Lecker sich demütig vor ihm niederwerden, das ist auch schon wieder ganz großes, absurdes Theater. Wobei mir einfällt, ich war da schon lange nicht mehr, sollte vielleicht mal wieder ins Aquarium schauen.

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  5. altrghtcrsdr

    Erstes Empfinden: Stilistisch wegweisend. kunstvoll arrangierte Dialoge, Zeitsprünge, wortmalerische Passagen, Interjektionen als stilistischer Ausdruck, Verbalinjurien, etc..

    Kaum zu glauben, dass wenige Jahre vorher noch sowas wie Klopstock oder Eichendorff ganz hoch im Kurs stand..(Na gut, Hauptmann hat sich schon mal an die pneumatischen Themen gewagt, im Krieg soll es an der Heimatfront in Künstlerkreisen in Bärlin auch hoch her gegangen sein und was Lovis Corinth, mein Leib und Magen Pinsler jener Epoche, da wurde Vieles, ja Vieles vorweggenommen. (bei WII. stand er nicht hoch im Kurs, WII mochte lieber den Neorealismus, wer wollte es ihm verdenken, wobei der Leser daran erinnert werden muss, dass William-Adolphe Bouguereau nicht dieser Schule zugerechnet werden darf, soviel Zeit muss sein!)

    Nur eines vermisse ich noch: Spielerischer Umgang mit der Großschreibung.

    ICH HOFFE DAS GEHT IN EURE VERSCHISSENEN BRAUNEN NAHTSIEBIRNEN REIN, IHR DRECKIGEN BRAUNHEMDEN!

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  6. Aus dem Anhang des englischsprachigen pdfs:

    The author of the translation obviously wishes to remain anonymous. We respect that.
    We salute the man who took upon himself this daunting task. At the same time, the
    author —we believe — and and we (the first to publish the „pamphlets“ on Internet)
    agree that there could be room for improvement, that a translation is hardly definitive.
    Certainly, critics will examine this text and judge it wanting. This we accept readily.
    But one thing should be first established : someone, 69 years after its publication in
    French, dared to issue a full translation of Bagatelles in English. And due to the
    atmosphere of censorship, he (or she) decided no to disclose his (ou her) name. The
    shame is on the censors.
    This is basically the case for the only translation ever published, the one in Italian,
    soon on the net. (The German one is botched and worthless)
    .

    Also demnach (Stand 2006) wäre die einzige Übersetzung des Werkes, die jemals veröffentlicht wurde, eine auf italienisch gewesen. Die deutsche sei „verpfuscht und wertlos“.

    Hm, hatte da einen anderen Eindruck. Interessant dass diese englischsprachige Version die gleiche Seitenzahl wie die gekürzte Deutsche hat. Werde es doch noch eingehender studieren müssen. 20 FRANKSTEIN-JAHRE erscheinen mir angemessen.^^

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    1. altrghtcrsdr

      Vermisst hatte ich auch tatsächlich die angeblichen Auswürfe gegen die ‚Boches‘, die es ja im Original geben soll. Wobei ich von Anfang an dieser Fama nicht Recht Glauben schenken konnte, da Celine zu keinem Zeitpunkt in seinem Oevre solche Angriffe fuhr.
      Aus seiner Biographie (hierzu hast Du ja einen wichtigen Punkt aufgegriffen, den ich später kommentieren möchte) erschließt sich mir, dass er im Laufe des Krieges nie einen Hass gegen die Deutschen kultivierte und ihn daher auch erst gar nicht in die Friedenszeit hineintragen konnte.
      Nicht dass er die dreckigen Hunnen liebte, aber er schien zu erkennen, dass es ganz andere Figuren sind, die diesen Krieg auf Biegen und Brechen wollten, jaja, und der kleine Franzacke, Hans, Willi und Fritz, alle in den Schützengräben, schienen die Letzten gewesen zu sein, die Mann dafür verantwortlich zeichnen müsste. Soweit mein Eindruck.

      Weiterhin hat er ja auch in seiner Jugend ein Jahr in Deutschland verbracht. [Eine solche Konstellation ist mir auch bei KptLt Kretschmer (heil Dir mein Geliebter) in den Sinn gekommen, der nie eine Aversion gegen die Briten hegte, immer davon sprach, dass Mann Krieg gegen Tonnage und nicht gegen Matrosen führte. Ebenso konnte er vortrefflich die Lebensphilosophie der Briten begreifen, auch einem Auslandsaufenthalt in GBR geschuldet, was nicht nur seiner Karriere in der Bundesmarine dienlich war (internationale Stäbe der NATO, die ich pers. auch schätzte), sondern, viel wichtiger, ihm ein angemessenes und von Respekt geprägtes Leben als Kriegsgefangener ermöglichte.]
      Es gibt soviele Parallelen zwischen H.-becq und Celine, dass es mich heute nicht Wunder nimmt, dass ich von H. auf C. stieß, damals, Mitte der Neunziger. (Oder was es Bukowski > Celine? Fraglich, da ich Bukowski und Arthur Miller (im Wendekreis des Krebses) schon in der Schule las, was bin ich doch für ein missratener Schmutzfink. lol)
      Beide haben auch einen sehr wohlwollenden, mitfühlenden Blick auf unser „aus tausend Wunden blutenden Volk“ (um hier mal den letzten Wehrmachtsbericht zu zitieren) gehabt.

      Ich kann es mir nicht vorstellen, dass ein solch biografisch gefärbtes Werk eine entgegengestzte Richtung einnehmen sollte.

      Insofern stimme ich Deiner Vermutung zu:

      Zieht man dies in Betracht, so muss man wohl annehmen, dass die braunen Saubermänner eher allerhand „Schmutz, Schund und Schweinkram“ rausgeschnitten haben

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      1. altrghtcrsdr

        ERRATUM

        latürnich „Ende der Neunziger“

        Den Prosaband „Suche nach Glück“ und „Gegen die Welt, gegen das Leben“ kann ich auch empfehlen. (Kennst Du ja bereits)

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      2. „Vermisst hatte ich auch tatsächlich die angeblichen Auswürfe gegen die ‚Boches‘, die es ja im Original geben soll. Wobei ich von Anfang an dieser Fama nicht Recht Glauben schenken konnte, da Celine zu keinem Zeitpunkt in seinem Oevre solche Angriffe fuhr.“

        Auf die angesichts der schrillen Blüten, die der Deutschenhass in der ersten Hälfte des 20 Jahrhunderts in Frankreich getrieben hat, recht naheliegende Erklärung für die Kürzung bin ich aus ebenjenem Grund noch nicht mal gekommen! Mir wäre auch keine explizit deutschenfeindliche Äußerung von ihm bekannt und in der 38er-Übersetzung findet sich sogar eine Stelle, wo er, bezogen auf den Nationalsozialismus, das Geschehen in Deutschland als „verzweifelten, ängstlichen Versuch“ des Widerstandes oder so ähnlich beschreibt – müsste erst nochmal nachsuchen, habe aber grade keine Böcke. Das deckt sich nun nicht gerade mit der kraftstrotzenden Selbstdarstellung der Nationalsozialisten, trotzdem ließ man es stehen. Andererseits bekundete er immer offen seine Sympathie für Hitler, oder zumindest, kein Problem mit ihm zu haben, denn der habe nichts gegen die Wallonen oder die Bretagner gesagt sondern nur was gegen die Juden und die seien allein Schuld an allen Kriegen und sollten demzufolge im nächsten allesamt in die ersten Gefechtsreihen gestellt werden.

        Oder auch:

        In L’École des cadavres he contrasted Hitler with the French Communist party leader Maurice Thorez, writing:

        Who is the true friend of the people? Fascism is. Who has done the most for the working man? The USSR or Hitler? Hitler has… Who has done the most for the small businessman? Not Thorez but Hitler

        (Englischsprachiges Wiki, „L’École des cadavres“ als englische Übersetzung „Scool For Corpses“ in meiner Blogroll, eines seiner drei antisemitischen Pamphlete, dort nur etwas ungeschickt zu lesen, da alles an einem Stück)

        Der Eintrag im englischsprachigen Wiki ist natürlich wie fast immer auch sehr empfehlenswert, da da dort alles im allgemeinen noch mal ne Ecke ausführlicher ist als im deutschen. So erfährt man dort, dass Celine gegen Kriegsende die Überzeugung vertrat, Hitler wäre tot und durch einen jüdischen Doppelgänger ersetzt worden – Möhnntsch, der Mann hat einfach das Internet verpasst!

        Nein, es war wohl in der Tat der Anteil an Proletensprech, Obszönität und sonstigem Schweinkram, der da der Schere zum Opfer gefallen ist:

        „Even some Nazis thought Céline’s antisemitic pronouncements were so extreme as to be counter-productive. Bernhard Payr, the German superintendent of propaganda in France, considered that Céline „started from correct racial notions“ but his „savage, filthy slang“ and „brutal obscenities“ spoiled his „good intentions“ with „hysterical wailing“.“

        (Wiki.org)

        Interessant im Bezug auf Celine und die Rechten/Antisemiten ist auch, welchen Anklang Celines Werk in der Beat-Bewegung und überhaupt der „Rock-Sex-Drogen-Gegenkultur“ gefunden hat, von (((Allan Ginsberg))) bis Jim Morrison, obwohl es einen nicht wundern braucht: Celine könnte man mit einiger Berechtigung aus „rechter“ oder traditionalistischer Sicht als „entartet“, „amoralisch“, „zersetzend“ bezeichnen, müßig das unter uns subversiven Beatniks nochmal zu betonen.^^

        Ach, will ja noch mehr über Celine bringen, aber 1) kommt man einfach zu nüscht, 2) traue ich mich an dieses Kaliber nicht so recht ran, immerhin hat ER ja mein „About“ geschrieben!^^

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  7. altrghtcrsdr

    Was mich bei der Betrachtung seiner Zeit unter der „Besatzung“ verwunderte war, dass es angeblich so wenige Erkenntnisse hierüber gibt. So ist vor wenigen Jahren ein Bild aufgetaucht, dass ihn bei einem Empfang durch die Faschistenschweine in Frankreich zeigt. Ein Empfang den die Braunhemden für ihn extra organisierten. (Leider nicht mehr auffindbar)
    Tenor des Artikels war, dass so etwas bis dato unbekannt war.

    ???

    Wie kann das sein, dass solche Ereignisse nirgendwo dokumentiert waren, wo doch Fritz Braunhemd dafür berüchtigt ist, jeden Shzndrck zu dokumentieren und sauber abzuheften?

    Es gibt übrigens noch einen ganz wunderbaren Filmbeitrag über Celines Aufenthalt in Sigmaringen, zum Ende des Krieges, als die Regierung des „Freien Frankreichs“ (Pétain) dort in das Hohenzollernschloss(?) evakuiert wurde.

    Großes Kino sag ich da nur, klar, dass so etwas nur auf dem „vollbärtige-Latzhosen-urlauben-in-den-Schulferein-in-der-Toskana“ Tschännel arte lief.

    Die DVD hatte ich ausgeliehen und nie wiedergesehen…(will ich es ihm verdenken)

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