Zum Tod des „Schokoladenonkels“

Am Mittwoch, dem 15. Mai des laufenden Jahres, verschied der große „antideutsche“ Ätzkopf Wiglaf Droste – freier Journalist und Satiriker, Redakteur bei TAZ und Titanic. Droste begleitete den Erzähler als langzeitigen Stammleser der Titanic durch dessen Jugend und junge Mannesjahre, verschwand irgendwann von dessen Radar um in jüngerer Vergangenheit an der Seite des Kulinaristikers Vincent Klink wieder aufzutauchen, mit dem er auf innige Weise verbunden schien und dem er aufs demütigste huldigte, da in dessen Persönlichkeit, so Droste in irgendeiner Talgschau, „Bescheidenheit und Opulenz“ auf einzigartige Weise zusammenflössen. Diese Männerfreundschaft führte Droste vollends auf das gediegene Feld der Slowfood-Fresssack-Bewegung und endgültig aus dem Blickfeld des Erzählers, ehe ihn diese Tage die Todesnachricht in den Medien dann doch gelinde hochschrecken ließ, laut der Droste „nach kurzer schwerer Krankheit“ den Gourmetlöffel abgeben musste.

Droste war ein Deutschlandhasser der verschärften Gangart, wir zerinnern uns an seine Zeilen aus der Titanic von damals, als grausige Kunde aus Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen die frisch wiedervereinte Nation erschütterte:

Das deutsche Volk hat die moralische Verpflichtung auszusterben, und zwar subito.
Jeder Pole, Russe, Jude, Franzose, Schwarzafrikaner usw. hat genausoviel Rechte, auf “deutschem Boden”, von dem gesprochen wird, als sei er heilig und gebenedeit, zu leben wie irgendein Deutscher – wenn nicht sogar mehr. Ich habe kein persönliches Schuldgefühl, was die deutsche Vergangenheit angeht, und ich möchte niemandem eins einreden. Historisch aber muß eine Gerechtigkeit erzwungen werden, und wenn so ca. 100 Millionen Asylanten, egal wie arm, krank und kriminell sie sein mögen, aufgenommen und gleichwertig behandelt worden sind, dann darf an einem Kneipentisch ein Besoffener einmal leise seine Überfremdungsbeschwerde führen – aber keinen Tag eher.
Die Deutschland-den-Deutschen-Deutschen, egal ob sie radikal nazistisch wie in Hoyerswerda oder unterschwellig rassistisch auftreten wie z. B. in Saarlouis oder Bielefeld, haben den Rand zu halten und sich nicht zu mopsen.
Tun sie es doch, gehören sie – ja doch! – deportiert, an den dunkelsten, kältesten und elendsten Ort, der sich in diesem Universum finden läßt. Dort dürfen sie dann in der Scheiße, die sie im Kopf haben, ersaufen.

Die Antifa, von Droste ansonsten keineswegs geschätzt, wäre, ihm zu Folge, wenigstens dazu nütze, bei Gelegenheit

den einen oder anderen Nazi zu erschlagen,

womit wir wieder bei der Rhetorik der Entmenschlichung wären, die mittlerweile endgültig salonfähig geworden ist.

Der Erzähler erinnert sich, dass ihm das damals schon zu weit ging, es war ja überhaupt die Zeit, in der forcierte Weltbesoffenheit und Nazihysterie begann, sauer aufzustoßen. Dieser Spiegelartikel über das Bimbostreicheln vermittelt ein umfassendes Bild jener Zeit und zeigt, wie damals, vor 30 Jahren, alle Grundlagen für die heutige Entwicklung gelegt wurden. Die forcierte ethnomasochistische Hysterie war schon die selbe wie beim aktuellen Refugee-Willkommenswahn, man merkt allerdings, wie vergleichsweise frei die Sprache damals noch war – wer heute im öffentlichen Diskurs Worte wie „Bimbo“ gebraucht, der muss sich auf einen existenzgefährdenden Scheißesturm gefasst machen, egal aus welchem Lager er kommt und mit welcher Absicht er es tut. Damals übernahm Der Spiegel begeistert die drostesche Wortkreation und machte eine Schlagzeile draus. Auch scheinen die gewalttätigen rechten Jugendbewegungen von „Skins“ u.ä. sich Großteils vaporisiert zu haben – die deutsche Jugend der unteren Schichten mischt sich heutzutage eher mit den Mihigrus, übernimmt deren Attitüden mit Gangsta-Gebaren, „Kiezdeutsch“ und Kanackenräpp.

Was dem Erzähler stets an Droste imponierte, war dessen konsequent ätzend-aggressiver Konfrontationskurs gegen all die Tugendbolde, Volkserzieher und Moralheuchler, speziell aus der Unterhaltungsbranche, deren spermanentes und penetrantes Arschgeigen- und Kriegsgewinnlertum einen auch heute noch durch sämtliche Kanäle verfolgt, während andererseits die „Gerechtigkeit“ im Sinne von Droste gnadenlos „erzwungen“ wird.

So ging er beispielsweise in einer TV-Talgrunde (der Erzähler muss demütig gestehen, dass ihm entfallen ist, welche es war) den sich notorisch als eine Art kölscher Bono gerierenden, später auch staatstragend mit dem Bundespräser Afrika bereisenden und dabei den Auskenner gebenden Wolfgang Niedecken, der irgendwann mal sinngemäß erbrach, dass im Vergleich zu Afrika „Hartz 4, 5, 6“ nur laue Duschen seien, recht rüde an, als dieser dort seine „Arsch huh, Zängg ussenander!“- Hymne zur gleichnamigen Kampagne vorstellte. Als der Moderator fragte, was denn jeder gegen Rassismus tun könne, antwortete Droste mit Blick auf Niedecken mit einer kurzen, grimmigen Tirade gegen derartige Tugendheuchler, die er damit abschloss, dass man sich besser bei „SOS Racisme“ oder ähnlichen Aktivisten engagieren und Nachtwachen vor Asylheimen, etwa zur Abwehr mordbrennender Entenärsche , tätigen solle, anstatt sich hinzustellen und breitbeinig ein primitives Statement zu tätigen, das so von jedem KFZ-Mechaniker kommen könne. Ja, hier meinen wir wieder die Verachtung für das gemeine Volk, die arbeitende Klasse, das Proletariat, zumindest so lange es dem dummpfdeutschen Mörder- und Monstervolk angehört, zu vernehmen! Und so wundert es nicht, dass für Droste letztlich auch die in der Tat abscheulichen Toten Hosen, insbesondere Frontmann Campino („ein ungeheurer Dumm-Klumpen, der Schülersprecher, wie man ihn schon immer gehasst hat“) nichts anderes als bundeswehrspindgeeichte, nach Bierfurz- und Männergruppe muffelnde Verkörperungen des ewigen Deutschen darstellen. Der Titel des Betreffenden-Schmäh-Artikels in der „Titanic“, „Wenn Jusos lallen“, ist allerdings überaus treffend und nach wie vor aktuell, was Campino und sämtliche anderen toten Hoden dieses Schlages betrifft. Z.B. den großartigen Herbert Grönemeyer, der uns den Begriff und die Definition des Möhnntschen geschenkt hat („…weil er kackt und weil er klebt…“) und für dessen Wirken Droste ebenfalls treffende Worte gefunden hat:

Herbert lacht. Schwitzt. Winkt. Freut sich. Gibt was er hat. Hat den Jaul, nicht den Soul. Klingt leicht abgestochen. Aber voll da.

Diese Gepflogenheit von Droste, so scharf wie scharfsinnig gegen selbstgefälliges Sektierer- und Arschgeigentum in (fast) allen Lagern zu schießen, brachte in unvermeidlicher Regelmäßigkeit das „linke“ Moralestablishment der Werte-Signalisierer gegen ihn auf. So kam es 1988 zum Zerwürfnis mit der „taz“ wegen eines obszönen Beitrags zum Weltfrauentag.

Womit sich Droste aber, ungeachtet seiner antideutschen Genozidaltiraden, ewigen Nachruhm in des demütigen Erzählers WALHALLA verdient hat, ist, dass er sich von Anfang an, so wie er auch sonst nie die Konfrontation scheute, gegen die erste aus Uncle Sams Sexualhölle herüberschwappende Hysteriewelle gestellt hat und den nicht unerheblichen Scheißesturm, körperliche Bedrohungen inklusive, trotzig auf sich herniederprasseln ließ. Als der Text vom „Schokoladenonkel“ erschien, konnte sich der Erzähler damals kaum einkriegen vor Amüsemang und ungeteilter Zustimmung, auch wenn der Berufsquerulant den ganz großen Zusammenhang bestimmt nicht gerafft hat, was sich der demütig rückblickende Erzähler für diese Zeit allerdings auch nicht bescheinigen kann. Das waren halt durchgeknallte Feministinnen, so wie es auch Der Spiegel und Spiegel-TV süffisant darstellten, die als ziemlich alleinige deutsche Medien wenigstens an so Monstrositäten wie dem Münsteraner Montessori-Prozess dranblieben und regelmäßig davon Bericht erstatteten, wie aus dem Fall eines kleinen Jungen, der sich nicht Fieber im Po messen lassen wollte letztlich eine Phantasmagorie mit kopropohilen Orgien in der Kita, Busladungen voller Pädosextouristen und unterirdischen Gängen zu städtischem Friedhof und Leichenschauhaus, wo dann die schwarzen Messen stattfanden, erwuchs, nachdem die Missbrauchsexpertinnen von „Wildwasser“ und „Zartbitter“ mit ihren anatomischen Puppen und den inquisitorischen Fragebögen nach US-Vorbild (siehe z.B. Mac Martin Prescool Case) sich sich der lieben Kleinen angenommen und diese entsprechend kopfgewaschen hatten. Am Ende platzte angesichts der ganzen wild wuchernden Unglaublichkeiten der Prozess, war der betroffene Erzieher psychisch und sozial ruiniert, während die Hexenjägerinnen nie zur Verantwortung gezogen wurden und die sexualhöllischen Einpeitscher- und Denunziationsorganisationen „Zartbitter“, „Wildwasser“ etc. immer noch existieren und ihrer Profession nachgehen.

Genau diese abscheulichen, postfaktischen, von oben implementierten Hexenjagden verankerten den bis heute die tollsten Blüten treibenden Kinderschänderwahn in Deutschland und Europa und es waren nur wenige, wie etwa Katharina Rutschky, die sich gegen das sexualfeindliche Feminismusdiktat und den „Missbrauch mit dem Missbrauch“ stellten, sekundiert unter anderem von Wiglaf Droste, dessen Lesungen vom moralpanischen femanzipatorisch-hexenjägerischen Mob blockiert und gestürmt wurden, wobei Droste schon mal einer dummen Trillerpfeifentussi die Pfeife aus dem Maulwerk wischte um dann von schwäbelnden Begleitern angegangen zu werden – „Du Dräggsauu!“ – die ihm bis ins Auditorium hinein folgten um dort u.a. folgendende epische Breitseite abzubekommen:

Du läufst doch hier nur mit, weil du sonst keinen Stich machst! Sei doch mal charmant! Schenk doch mal Blumen, DU WICHSER!

Göttlich. Allerdings machte Droste keinesfalls den Eindruck, als perle das alles an einer kühlen Rüstung ab, im Gegenteil, es schien ihn durchaus mitzunehmen. Gleichzeitig forderte er dergleichen nur all zu gerne heraus, war so etwas wie der personifizierte Anti, dabei ruhelos, unstet und wohl schon lange dem Trunke zugeneigt. Schon seine Titanic-Kollegen konnten sich die eine oder andere Anspielung nicht verkneifen, und bis in die jüngere Vergangenheit trat er mitunter gut betankt bei seinen Lesungen an, die dadurch aber nicht unbedingt an Qualität verloren, wie dieser Bericht aus der Mitteldeutschen Zeitung zeigt: „Ein Abend wie ein Auffahrunfall“.

Insgesamt zog sich aber Droste in den letzten Jahren eher aus der Öffentlichkeit zurück, getreu seiner Antwort, die er einmal auf die Frage gegeben hatte, was er gerne über sich selbst in der Zeitung lesen möchte:

Das Allerschönste ist, wenn nichts in der Zeitung steht. Wenn ich irgendwann nicht mehr als öffentliche Figur auftauche, steht dem Glück nichts mehr im Wege.

Und während all seine „Feinde“ und Spottobjekte von fröher, all die unvermeidlichen Arschgeigen und Moralapostel, all die üblichen aufständischen Anständigen, nachdem sie all die Jahre ohnehin ihren immergleichen Sermon abgelaicht hatten, sich zur großen Flüchtlingskriseninszenierung, als Drostes delirant-feuchter 100-Millionen Traum über dem Horizont endgültig reale Gestalt annahm, besonders dick plusterten und sich schamlos im eigenen Saft wälzten, während selbst gedunsene, längst verrottet geglaubte Altpunker wie „Slime“ wieder aus ihren Löchern krochen um vor dem Hintergrund der falschen Flüchtlingsflut gegen Rechts zu rocken, war von Droste nichts zu hören, zumindest nichts, was an des Erzählers Ohr gedrungen wäre. Weder Euphorie über die sich abzeichnende „Gerechtigkeit“ angesichts „der deutschen Geschichte“, noch der vertraute Hohn über die ganzen Wertesignalisierer, die doch in der Welt von Droste und Titanic nichts anderes waren, als verkappte Nazis, „die ihren Bimbo streicheln“, so lange das angesagt ist, um ihn dann, wenn der neue Föhrer kommt, an der Autobahn(!) auszusetzen oder in Dachau in vernichtende Hände abzugeben.

Aber Droste hatte eh schon lange bewiesen, wer hier der wirkliche Anti und Punk ist! Während die Toten Hoden sich etwa schon lange öffentlich zu Mineralwasser, Seniorengymnastik, Stützstrümpfen, Vernunft, Mäßigung und schließlich auch Angela Merkel bekannten (man will ja Vorbild sein!) und sich so als die spießigen Langweiler präsentierten, die sie eh schon immer waren, lebte Droste ihre Träume und Posen tatsächlich, und zwar bis zur bitteren Neige:

Und die Jahre ziehen ins Land
und wir trinken immer noch ohne Verstand,
denn eins, das wissen wir ganz genau,
ohne Alk da wäre der Alltag so grau.

Korn, Bier, Schnaps und Wein
und wir hören unsere Leber schrein.
Und wenn einmal der Abschied naht,
sagen alle: „Das hab ich schon immer geahnt.“.

Und die Jahre ziehen ins Land
und wir trinken immer noch ohne Verstand,
denn eins, das wissen wir ganz genau,
ohne Alk da wäre der Alltag so grau.

Korn, Bier, Schnaps und Wein
und wir hören unsere Leber schrein.
Und wenn einmal der Abschied naht,
sagen alle: „Das hab ich schon immer geahnt.“.

Immer geahnt, immer geahnt, immer geahnt…

Die toten Hosen, „Bis zum bitteren Ende“

Denn während zu befürchten ist, dass uns „Campino“ noch bis zum bitteren Ende als unwürdiger Schülersprecher-Greis belallen wird, verabschiedete sich Wiglaf mit 57 zwar immer noch zu spät für den 27er-Club, dafür aber mit einer ausgewachsenen Leberzirrhose, während der Erzähler, Titanic-Leser seit dem zarten Alter von sechzehn Jahren, unter dem Eindruck der sogenannten „Flüchtlingskrise“ endgültig die Kündigung des Abos im Doppelverdienerhaushalt durchsetzte, da vom ursprünglichen anarchischen Rundumschlagcharakter des Blattes nichts mehr geblieben war. Verhurte Kriegsgewinnler, allesamt. Da sieht man mal, wie gespalten die Gesellschaft ist usw. usf. So, Schluss jetzt, ihr kleinen braunen Wechselbälger.

22 Gedanken zu “Zum Tod des „Schokoladenonkels“

  1. altrghtcrsdr

    Ganz ausgezeichneter Nachruf, mein Engelchen, im Netz findet sich nichts vergleichbares und es stimmt mich dann schon etwas nachdenklich, wenn den einstigen Weggefährten des Schokoonkelz, die längst ihre Schäfchen im Trockenen haben und nun dreimal darüber nachdenken, was sie so „in the meediah“ von sich geben, das Verscheiden des Bruder Kameradem keine Zeile wert ist.
    Aber so ist das halt mit den hoffnungslos Konventionellen, mit der linken Junta, mit den Bolschewiken, allet treuloses Jelumpe.

    Was mir aber sehr bitter ausftößt, ja mein Schatz, höre jetzt genau zu, ist der auffällig unauffäliig eingestreute Passus mit dem „Doppelverdienerhaushalt“.
    Ich dachte doch, mit uns wird noch was, aber da ist doch sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen^^

    Ich kann Dir in deiner Würdigung nur zustimmen, vielleicht an der einen oder anderen Stelle eine kleine Nuance abweichend, aber ich versuche mich mal in aller Bescheidenheit etwas zu ergänzen, ein kleines Stückchen oder auch Holzscheit auf den Crematoriumshügel heineinzuwerfen.

    Droste war für die späte Kohl-Ära der Mann am richtigen Ort. So einen brauchten Mann als Stein im Schuh. Er hat wirklich gegen alles und jeden geätzt und gegen wen da der Furor entzündet wurde, war erst mal unbedeutend, Hauptsache jemand schafft es den drögen, monotonen sound oder die klugscheißerischen, elitär-distinguierten Bildungsinformationskanäle Print und Funk mit Dissonanzen etwas entgegenzusetzen.

    Titanic-style eben.
    (Hier werde ich nie das „Interview“ mit Egon-Krenz vergessen, da ging es um Suff, geile FDJ-Mädels und Intershop und so. Ich hatte mich weggesprengt. Und den „Egon“ hatte die Redaktion ganz fesch drappiert und geschmickt: Grauenvolle Augenringe, blecke, riesige Zähne, diese doofe Grinsen und dann die wirre Frisur. Es ist nirgendwo mehr aufzufinden. Wenn du noch diese Ausgabe hättest (1989 o. 1990) wäre es ganz formidabel, könntest Du es irgendwie verfügbar machen. =)

    Mann ergötzte sich an seinem style, das, was mit dem transportiert wurde geriet in den Hintergrund, wurde aber sehr genau registriert.

    Und da komme ich zu dieser ungeherlichen Aussage zu Hoyerswerda.

    Was mich wirklich getroffen hat, ist nicht nur die Abscheulichkeit, vielmehr zeigt sich darin die Blaupause für das handling, mit dem dieses Land behandelt werden soll. Sicher, noch gibt es keine KTs oder sonstiges Ungemach, aber in der einen oder anderen Aussage, tweet, Kommentar wird ja genau das schon jetzt von influencern der besonderen Art gefordert. Nicht nur für die „Deutschen“ sondern für alle „white Nahtsies“

    Dass soetwas kein Einzelfall ist, muss ich niemandem erzählen und das soetwas natürlich unsanktioniert bleibt, auch nicht.

    Ich gehe auch gar nicht davon aus, dass der Schokoonkel eine solche Wut sein Leben in sich trug, ihm das von Jugend an beiwohnte, er hat es halt in seiner Rage „so gesagt“ und viele „reverse-engineered“ dachten es insgeheim auch aber niemand traute es sich auszusprechen.
    Der neo-marxistischen Kulturrevolution in der Alt-BRD dank. Aber es schwang und schwingt in Ihnen und wartet nur darauf, bis es rausgelassen werden kann. Wie sonst könne heute Leerer Schülern ungetraft reinhämmern, dass die AfDler ordinäre Nathsies seien, die, wenn nciht sogar schlimmer, eingeknastet gehören.

    Als dann später die die Dinge, wie gewünscht ihren Lauf nahm, verpasste halt der Droste den Anschluss. Die Balkankriege waren ihm kein Giftpfeil wert, so in etwa seine Aussage in Gießen, damals wirkte er schon reichlich intoxiniert, apathisch, „es gäbe Interessanteres“. Interessante Aussgae, was kann „interessanter“ sein als die Tatsache, dass vor unserer Haustür ein einst stabiler Staat vaporisiert wird, als ein Phänomen, dass aus angepassten, friedliebenden, sozialistisch erzogenen JUSOS im engen Kunstfaserhemd, denen zwei Jahre zuvor die Religion einen Shizendreck wert war, nun mit Küchenmessern aufeinander losgingen, sich von Balkon zu Balkon oder von Balkon zur Straße abknallten? Weiteres weiß jeder Mitleser. Welche Kräfte schafften es, dass solche Kräfte sich Bahn brachten?
    Egal, interessiert nicht, lieber im Suff auf den Lesungstisch gestützt, der fast unter seiner Last angesoffenen Fetts zusammenbrach, etwas Vorstadtlyrik zum Besten geben. Und genau dieser Biederlichkeit, diese Boheme, verströmte er, gegen die er wenige Jahre zuvor anstunk.

    Ein ewiger Revoluzzer halt…

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    1. Als dann später die die Dinge, wie gewünscht ihren Lauf nahm, verpasste halt der Droste den Anschluss. Die Balkankriege waren ihm kein Giftpfeil wert, so in etwa seine Aussage in Gießen, damals wirkte er schon reichlich intoxiniert, apathisch, „es gäbe Interessanteres“. Interessante Aussgae, was kann „interessanter“ sein als die Tatsache, dass vor unserer Haustür ein einst stabiler Staat vaporisiert wird, als ein Phänomen, dass aus angepassten, friedliebenden, sozialistisch erzogenen JUSOS im engen Kunstfaserhemd, denen zwei Jahre zuvor die Religion einen Shizendreck wert war, nun mit Küchenmessern aufeinander losgingen, sich von Balkon zu Balkon oder von Balkon zur Straße abknallten? Weiteres weiß jeder Mitleser. Welche Kräfte schafften es, dass solche Kräfte sich Bahn brachten?
      Egal, interessiert nicht, lieber im Suff auf den Lesungstisch gestützt, der fast unter seiner Last angesoffenen Fetts zusammenbrach, etwas Vorstadtlyrik zum Besten geben. Und genau dieser Biederlichkeit, diese Boheme, verströmte er, gegen die er wenige Jahre zuvor anstunk.

      Demütigsten Dank für diese ausgezeichnete Ergänzung!

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  2. SchneeHase

    Der intoxikierte Mensch kann halt nun mal nicht so alt werden wie z,B. der Grönlandhai, auch wenn sich die Leber u. U. bekanntlich gut erholen kann.
    Danke für die Sonntagslektüre!

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  3. Haie sind überhaupt phantastisch! Unbegrenztes Zahnreservoir und außerdem kriegen sie keinen Krebs! Letzteres gereicht allerdings zum Nachteil, wenn menschlicher Wunderglaube und Geschäftssinn zusammenkommen und man meint, mit angeblich anticarzinogenem „Haiknorpelpulver“ den schnellen Shekel machen zu können.

    Der Grönlandhai ist ein besonders faszinierender Geselle, er wird nicht nur einige Jahrhunderte alt, es ist auch üblich, dass sich irgendwelche parasitischen Krebstiere an seine Augen heften und diese anfressen, was zur Erblindung führt, was den Hai aber nicht besonders zu kratzen scheint, jedenfalls kommt er trotzdem klar. Naja, das Wasser in seinem Habitat ist eh eher trüb, zudem hält er sich gerne in dunklen Tiefen auf und steigt nur nachts höher, da kommt man auch ohne Augenlicht klar, wenn einem Seitenlinie, lorenzinische Ampullen etc. das Wesentliche vermitteln. Abwohl der Hai auf den ersten Blick vielleicht nicht besonders eindrucksvoll erscheint und sich zudem gemeinhin mit schneckenhafter Langsamkeit bewegt, ist er doch einer der größten rezenten fleischfressenden Haie überhaupt und anscheinend ein bislang unterschätzter „Killer“ – in trüber Dunkelheit, wo man sich seinem Opfer unerkannt zentimeternah nähern kann, kommt es nicht mehr unebdingt auf Schnelligkeit an. Irgendwie ein bisserl gruselig.

    Für meine naturinteresierten Leser:

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  4. SchneeHase

    …“bisserl gruselig“ ist für mich eher sowas wie der Schleimaal; bzw. ein Haufen Schleimaale am fressen. Dagegen ist der dusselige Greisenhai eine Augenweide.

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    1. Naja, ein blinder 5-6 Meter langer Hai, der dir im eisig-trüben Wasser schleichend und unbemerkt auf die Pelle rückt, um dir dann selbige korkenzieherlike vom Leib zu schälen, ist für mich nicht ganz ohne. Gut, in seinem arktischen Lebensraum dürfte kaum jemand baden aber sein Verbreitungsgebiet umfasst auch die gesamte Nordsee, einschließlich der deutschen Küste, Ärmelkanal, Golf von Biskaya und einen großen Teil der portugiesischen Atlantikküste. Wüßte jetzt nichts über Angriffe auf Möhnntschen, aber wie das Filmchen zeigt, wurde nachgewiesen, dass dieser Hai ein aktiver Jäger ist, der großen Meeressäugern auf besagte Art nachstellt und damit auch ein potentieller Menschenfresser. Man wußte das lange nicht genau und ging eher davon aus, dass das Tier wegen seiner Langsamkeit ein Aasfresser sei. Und „Greisenhai“? Vielleicht ist er ja auch nur „forever young“? Beim GrönlandWAL (also einem Säuger), bei dem man vergleichbare Lebensalter nachgewiesen hat, kommt noch hinzu, dass man noch nie ein altes Exemplar gefunden hat, also eines mit irgendwelchen Spuren von Alterung, obwohl man mittels von Jahresringen in den Gehörknöchelchen ein Alter von Jahrhunderten feststellen konnte! Ist wahrscheinlich beim Grönlandhai genau so.

      Und der Schleimaal oder „Hagfish“ ist auch schon wieder irgendwie faszinierend in seiner Urtümlichkeit, schon mit Schädel, aber ohne Wirbelsäule! CUTE, außerdem ist der wirklich nur ein Aasfresser am Meeresgrunde, da gibt es wirklich abscheulichere Kreaturen, wie sie noch nicht mal H.P. Lovecraft erahnen konnte:

      Buarrrrgh, würg, ekelhaft und widerlich….^^

      Hast du grad mit Grönlandhaien oder Schleimaalen zu tun, Häsle?

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      1. Schildbürger

        Ich hatte mal ein Buch in welchem der Inger/Schleimaal/Hagfish auch als Parasit an Fischen dargestellt wurde.
        Da findet man aber wenig darüber, die sind wirklich hauptsächlich als Aasfresser bekannt.
        Das Parasitentum dürfte eher auf die Neunaugen zutreffen.

        Was da interessant (und tatsächlich etwas Gänsehaut bei mir hervorruft ^^) ist die Verteidigungsstrategie der Inger eine große Menge zähen Schleim abzusondern wenn sie sich bedroht sehen.
        https://news.nationalgeographic.com/2017/07/hagfish-slime-oregon-highway/
        Warum da jetzt jemand eine Wagenladung Inger quer durch Oregon transportiert hat, ich hab nicht den blassesten Schimmer. Aber die Bilder sprechen denke ich tausend Worte.

        Falls noch nicht bekannt, man schaue mal danach was die Isländer machen wenn ihnen mal ein Grönlandhai ins Netz geht. Stichwort Hakarl oder „Gammelhai“. 🙂

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        1. Naja, laut dem Text im Video waren sie für den asiatischen Markt bestimmt, wo sie, wie man es sich schon denken konnte, als Delikatesse gelten. Wahrscheinlich sollten sie dann von der Küste Oregons aus über den Pazifik weiterverschifft werden.

          Schon Aufnahmen von ihrer Verteidigungsstrategie unter Wasser gesehen, finde das eher bizarr als „ecklig“, wobvei es schon unglaublich ist, welche Schleimmengen die Viecher in Sekundenschnelle „ejakulieren“ können – die ghöre ins Fääähnzee un in die Bollidick!^^

          Apropos Parasiten, ein fieser kleiner Verwandter des Grönlandhaies ist der „Cookiecutter-Shark“, grade mal einen halben Meter lang, der mit seinem speziellen Gebiss aus Großfischen und Meeressäugern mundgerechte Häppchen förmlich rausstanzt:

          https://en.wikipedia.org/wiki/Cookiecutter_shark

          Ja der „Gammelhai“ – da der Grönlandhai über keine Nieren verfügt, schmeckt sein Fleisch ziemlich urinös, der Isländer gibt ihm aber erst durch längeres Abhängen die richtige Würze…

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      2. Schildbürger

        So isses, ein Grönlandhai muss erst mal lange Zeit im Kies verbuddelt werden damit sich der im Körper angereicherte Harnstoff zersetzt damit das Fleisch für Menschen essbar wird.
        Wenn ich mich recht entsinne ist das nicht nur der Uringeschmack, das ist je nach Alter so hoch konzentriert dass es sogar giftig ist.

        Ähnlich wie Eisbär, deren Leber enthält so viel Vitamin A dass es ein Zweibeiner ohne Federkleid nicht verkraftet.

        Auch eine interessante Frage, wie sind die Isländer überhaupt da drauf gekommen dass sich der Hai so essbar machen lässt, das Rezept ist ja schon recht alt…

        Der Zigarrenhai wie der „Cookiecutter shark“ im Deutschen genannt wird ist ebenfalls hochgradig interessant.
        Hab ich vor einiger Zeit mal was drüber gesehen wo sich Naturforscher drüber gewundert haben warum viele Robben diese runden Wunden/Narben aufweisen und da sowohl diesen Hai entdeckt haben als auch dass speziell Hundsrobben tiefer und länger tauchen können als es bis dahin angenommen wurde.

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  5. SchneeHase

    Ja, allerdings sehe ich sie zum Glück nur auf Riesenleinwänden und Fotoplakate der Superlative. Dazwischen befinden sich dann Wahlplakate und Windräder. Grüner wirds nimmer!
    Ach ja: der Fetzenfisch ist auch ganz niedlich! Aber: Hauptsache sie kommen mir ALLE nicht zu nahe!
    Was mich nur wundert: habe hier keinen einzigen Wolf auf einem Bild gesichtet, wahrscheinlich zu langweilig inzwischen…

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    1. Ja, auf den Wolf darf ja jetzt etwas verschärfter geschossen werden, dem unter Federführung des Kanzleramtes zustandegekommenen „Wolfskompromiss“ nach, dürfen nun, wenn Risse von Weidetieren zu verzeichnen sind, einfach Einezltiere des ansässigen Rudels abgeschossen werden, und zwar so lange, bis keine Risse mehr auftreten – also die überlebenden Wölfe die Lektion verstanden haben oder halt letztlich auch über die Regenbogenbrücke befördert wurden. Bis jetzt musste nämlich erst nachgewiesen werden, welches Tier des Rudels da zugelangt hat, und dies durfte dann nur bei existenzbedrohenden Schäden der Natur „entnommen“ werden. Da hat dann in der FAZ neulich auch eine Wolfsfreundin in einem Leserbrief ein großes Geheul angestimmt, von wegen dass das jetzt ein Freibrief zur Ausrottung der Wölfe sei, da man mit solch „Willkür“ auch unweigerlich die erfahrenen Leitwölfe erwischen würde, die den jungen und unerfahrenen erst beibringen müssten, wie man flüchtiges Wild erjage um nicht auf die griffigeren Schafe angewiesen zu sein. Würden solche Lehrwölfe weggeballert, müsste sich der tapsige Nachwuchs zwangsläufig an das Weidevieh halten und so ginge der Abschuss halt weiter, bis alle Wölfe in der jeweiligen Gegend ausgerottet seien und Deutschschland wieder wolfsfrei wäre. Ich weiß allerdings nicht, woher solche Leutchen ihre Gewissheiten über die wölfische Sozialisierung hernehmen – warum sollte ein Wolfspärchen seinen Jungen unter einem totalen Schutzstatus nur beibringen, wie man schnelles und wachsames Wild jagt, und nicht auch, wie man „wolfssichere“ Zäunchen und Flatterbänder überwindet, um zu den wolligen Häppchen zu gelangen? Die Trulla sang weiter das hohe Lied von der Ein- und Umzäunung der Landschaft, und dass das bloße Vorhandensein von Herdenschutzhunden Wolfsattacken komplett verhindere, was erwiesenermaßen Blödsinn ist. Ein anderer Schreiber verglich den Einsatz des Bunzelkanzleramts in der Wolfssache mit Karl dem Großen, der sich angesichts der verzweifelten Klagen über die Wolfsplage im Reiche dazu herabließ, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, ohne sich dabei mit Ruhm zu bekleckern – wobei manche ja sagen, dass es nie einen Charlemagne gegeben habe, Rotkäppchen sowieso lüge und der Wolf schon immer lamfromm gewesen wäre.

      Naja, eine Koexistenz mit Wölfen ist nur möglich, wenn man ihnen nix durchgehen lässt und beim kleinsten Mucken scharf schießt. So wie in Schweden, wo man die Wölfe auch nicht ausgerottet hat, aber dafür nur ein Drittel der deutschen Population vorweisen kann. Allerdings ist Schweden wesentlich dünner besiedelt und es ist tatsächlich sehr fraglich, ob eine Koexistenz mit Wölfen im dicht besiedelten Schland überhaupt möglich ist, auch mit „Wolfskompromiss“. Und irgendwie hätte ich es schon ganz interessant gefunden, wie weit das noch gegangen wäre, unter dem Totalschutz, auch wenn mich die angefressenen Tiere dauern. Lustig kann es aber auch so noch werden, wenn sich die Meldungen über abgeschossene Wölfe häufen und die Betroffenheitsfraktion ihr Geheul anstimmt.

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  6. Schildbürger

    Ich hatte mal ein Buch in welchem der Inger/Schleimaal/Hagfish auch als Parasit an Fischen dargestellt wurde.
    Da findet man aber wenig darüber, die sind wirklich hauptsächlich als Aasfresser bekannt.
    Das Parasitentum dürfte eher auf die Neunaugen zutreffen.

    Ich glaube auch, derartiges zu erinnern und frage mich, ob man da nicht die Gattungen/Arten durcheinandergebracht hat.

    Überhaupt habe ich noch in meiner Jugend gelesen, dass die großen Wale schnellwüchsig und kurzlebig seien und dann sah ich vor ein paar Jahren eine umwerfende Doku darüber, dass Grönlandwale älter als viele Bäume werden können, man überhaupt noch nie einen Wal-Greis begegnet sei und überhaupt erst darauf aufmerksam geworden wäre, als man bei während der traditionellen Waljagd der Eskimos oder Polarindianer erlegten Exemplaren auf noch im Speck eingebettete Harpunenspitzen aus Stein stieß! Nicht aus der Steinzeit, aber offensichtlich aus der Zeit vor der Besiedelung Nordamerikas durch Weiße! Phantastisch!

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    1. Schildbürger

      Melville hat in Moby Dick einen sichtbar alten Pottwal beschrieben (nicht den weißen Wal selbst, sondern einen Anderen den die Besatzung der Pequod erlegt hat) bei dem sich auch eine steinerne Harpunenspitze fand.
      Ich kann es nicht beurteilen ob das nur Anglerlatein ist, aber da Melville selber auf Walfängern mitgefahren ist, mir jetzt spontan kein Grund einfällt warum der sich das aus den Fingern gesaugt haben soll und weil das was Du geschildert hast das auch deckt, es ist nicht unplausibel.
      Wale altern schon, aber halt sehr langsam.
      Grönlandwale sind da besonders faszinierend.
      Das älteste gefangene und untersuchte Exemplar war meines Wissens nach 250 Jahre alt, und es ist nicht unwahrscheinlich dass es noch weit ältere Tiere gab.
      Aber ( gerade bei den Glattwalen zu denen der Grönlandwal zählt, der englische Name für Glattwale, „right whale“, bezogen auf ihre Langsamkeit und damit ein einfaches Erbeuten sagt es ja), bei dem Blutrausch der da im kommerziellen Walfang an den Tag gelegt wurde und bei welchem auf naturkundliche Untersuchungen sehr wenig gegeben wurde wurden da sehr wahrscheinlich viele Spuren vernichtet.

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      1. Ja, ich erinnere mich an diese Passage in Moby Dick. Da war die Rede von einem alten und kranken Tier, das eine richtige Schlierenspur auf der Wasseroberfläche hinter sich her zog, in der auch brockenweise „Ambra“ rumschwamm, jene damals sehr wertvolle, in der Parfümherstellung verwendete Substanz aus dem Verdauungstrakt der Pottwale, von der sich dann auch später, in dem erlegten Wal, reichlich fand. Diese Schilderungen dürften schon realistisch sein.

        Ich wollte ja nicht behaupten, dass Wale überhaupt nicht altern oder gar unsterblich sind, sondern nur, dass mich, neben der für mich neuen Erkenntnis, dass ein Säugetier mehrere hundert Jahre alt werden kann, der Kommentar in der Grönlandwal-Doku staunen ließ, man habe bislang noch keinen Wal untersucht, an dem sich irgendwelche Spuren biologischer Alterung gefunden hätten. In der Doku ging es ausschließlich um Grönlandwale, wobei eine Recherche meinerseits ergab, dass auch die anderen großen Bartenwale ähnlich biblische Lebensalter erreichen dürften, wenn man sie denn lässt. Das wiederum stand im krassen Gegensatz zu meiner damals letzten angelesenen Erkenntnis, dass die Großwale schnellwüchsig und kurzlebig seien. Ich vermute, dass man da einfach von dem Fakt, dass junge Bartenwale sehr schnell wachsen und ihr Körpergewicht exponentiell anwächst (die Walmilch ist ja die gehaltvollste und fettreichste überhaupt, eine wahre Kaloriennuklearbombe) auf eine niedrige Lebenserwartung (ich glaube, es war von +-30 Jahren die Rede) geschlossen hat, da es sich allgemein und der Tendenz nach so verhält, dass langlebige Wesen sich durch ein langsames Wachstum auszeichnen.

        Neben dem verheerenden Kahlschlag, den der industrialisierte Walfang hinterlassen hat, kommt erschwerend hinzu, dass Wale für die Forschung eher unhandlich und dazu überaus mobil sind, schnell abtauchen und ihr Element nicht das unsere ist, das gilt insbesondere für Spezies wie den Grönlandwal, die sich noch dazu in den unwirtlichsten Regionen angesiedelt haben. Die Bezeichnung „right wale“ für den Grönlandwal und seine Verwandten, den Nord- und Südkaper, verdanken diese nicht nur ihrer relativen Langsamkeit, sondern auch dem Umstand, dass sie, wenn tot, an der Meeresoberfläche treiben und nicht zum Grund absinken. „Glattwal“ rührt daher, dass ihnen eine Rückenfinne fehlt. Diese Wale waren die ersten, denen man, nach dem sie schon seit der Steinzeit Gegenstand von Küstenwalfang durch diverse Stämme waren, in großem Umfang mit Walfangflotten zu Leibe rückte, neben dem Fett und Tran vor allem wegen der Barten, die das geschätzte „Fischbein“ für die Damenkorsetts abgaben. Danach die Pottwale, vor allem wegen des Trans zur Beleuchtung der Straßen- und Räumlichkeiten der wachsenden Städte, ausgesprochen nachhaltige Energieversorgung, lol, dazu „Walrat“ als Schmierstoff in der Industrie usw. Zur Erlegung der größten Bartenwale, Finn- und Blauwal, brauchte es dann, allein schon wegen der Geschwindigkeit der Beute, motorisierte Jagdflotten mit Harpunenkanonen und Vorrichtungen, die getroffenen Tiere mit Pressluft vollzupumpen, um das Absinken zu verhindern und schwimmenden Fabriken zur Verwurstung vor Ort. Auch ein Stück Industriegeschichte. Schon bedrückend, was man alles vernichten kann ohne es wirklich kennenzulernen und was uns dabei verlorengeht. Aber jetzt, puuuh, jetzt wird ja alles grün und gut.

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      2. Schildbürger

        Wieder mal etwas unglücklich ausgedrückt, statt „altern“ hätte ich besser „vergreisen“ gesagt.

        Das ist aber ein sehr verbreitetes Phänomen in der Natur, dass es kaum greise Tiere gibt.
        Liegt ganz einfach daran dass Tiere die zu schwach werden sich zu ernähren, dem Rudel/der Herde zu folgen usw., recht schnell wegsterben.
        Melvilles Schilderung von dem benannten alten Wal der nur mit Mühe den anderen Walen folgen konnte passt denke ich ein wenig dazu.

        Elefanten sind da auch sehr interessant. Wenn meine Kenntnis darüber noch Stand des Wissens ist ist deren Alter weniger über die körperliche Verfassung begrenzt, sondern eher über ihre Backenzähne. Wenn der letzte Satz (drei haben sie meine ich) abgenutzt ist war es das. Solche Tiere ziehen sich dann in Gebiete mit weicher Pflanzennahrung zurück, z.B. Sümpfe, bis selbst das nicht mehr funktioniert. Die erhöhte Dichte an Elefantenskeletten in solchen Gebieten ist wenn ich mich recht entsinne auch die Grundlage der Legenden von Elefantenfriedhöfen.

        Altern und altersbedingter Tod ist aber auch wieder ein Thema für sich. Die Mechanik die dem Ganzen zugrunde liegt ist mir nach wie vor ziemlich schleierhaft, ich hab mich aber auch recht wenig damit beschäftigt.
        Je größer und langsamlebiger die Lebensform, desto höher die Lebenserwartung scheint da so ein Grundschema zu sein, obwohl es da auch bemerkenswerte Ausreißer gibt.

        In einem der Bücher über Wale wurde damalige Forschung an Walen beschrieben… markierter Stahlpfeil in den Speck geschossen und wenn der Wal dann irgendwann erlegt wurde konnte dann was draus geschlossen werden. ^^
        Aber gut, man kann immerhin konstatieren dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde.
        Die Vermutung Wale seien schnelllebig, vielleciht hat das im industriellen Kahlschlag auch seine Ursache. Die alten, großen Tiere waren bevorzugte Ziele für die Harpunen und die Altersdatierung ist jetzt noch nicht übermäßig lange bekannt. Das zusammengerechnet könnte diesen Fehlschluss durchaus erklären.

        Stimmt, das Schwimmverhalten toter Glattwale hat auch zum „right whale“ beigetragen.
        Die deutsche Namensgebung bezüglich der fehlenden Rückenflosse kann gut sein, aber da sei auch angemerkt dass „glatt“ besonders im Norddeutschen auch in anderem Kontext verwendet wird, bei Löns gelegentlich zu lesen oder das weiter verbreitete „glatt gegangen“, was in die selbe Richtung wie die englische Namensgebung gehen könnte.
        Das üblicherweise verwendete „glatt“ ist da meines Erachtens etwas fraglich, die Mengen an sessilen Meerestieren die sich auf den Glattwalen gerne mal niederlassen und ihre Haut alles Andere als „glatt“ machen lässt mich da doch etwas argwöhneln.

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      3. Schildbürger

        Wieder mal etwas unglücklich ausgedrückt, statt „altern“ hätte ich besser „vergreisen“ gesagt.

        Das ist aber ein sehr verbreitetes Phänomen in der Natur, dass es kaum greise Tiere gibt.
        Liegt ganz einfach daran dass Tiere die zu schwach werden sich zu ernähren, dem Rudel/der Herde zu folgen usw., recht schnell wegsterben.
        Melvilles Schilderung von dem benannten alten Wal der nur mit Mühe den anderen Walen folgen konnte passt denke ich ein wenig dazu.

        Elefanten sind da auch sehr interessant. Wenn meine Kenntnis darüber noch Stand des Wissens ist ist deren Alter weniger über die körperliche Verfassung begrenzt, sondern eher über ihre Backenzähne. Wenn der letzte Satz (drei haben sie meine ich) abgenutzt ist war es das. Solche Tiere ziehen sich dann in Gebiete mit weicher Pflanzennahrung zurück, z.B. Sümpfe, bis selbst das nicht mehr funktioniert. Die erhöhte Dichte an Elefantenskeletten in solchen Gebieten ist wenn ich mich recht entsinne auch die Grundlage der Legenden von Elefantenfriedhöfen.

        Altern und altersbedingter Tod ist aber auch wieder ein Thema für sich. Die Mechanik die dem Ganzen zugrunde liegt ist mir nach wie vor ziemlich schleierhaft, ich hab mich aber auch recht wenig damit beschäftigt.
        Je größer und langsamlebiger die Lebensform, desto höher die Lebenserwartung scheint da so ein Grundschema zu sein, obwohl es da auch bemerkenswerte Ausreißer gibt.

        In einem der Bücher über Wale wurde damalige Forschung an Walen beschrieben… markierter Stahlpfeil in den Speck geschossen und wenn der Wal dann irgendwann erlegt wurde konnte dann was draus geschlossen werden. ^^
        Aber gut, man kann immerhin konstatieren dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wurde.
        Die Vermutung Wale seien schnelllebig, vielleciht hat das im industriellen Kahlschlag auch seine Ursache. Die alten, großen Tiere waren bevorzugte Ziele für die Harpunen und die Altersdatierung ist jetzt noch nicht übermäßig lange bekannt. Das zusammengerechnet könnte diesen Fehlschluss durchaus erklären.

        Stimmt, das Schwimmverhalten toter Glattwale hat auch zum „right whale“ beigetragen.
        Die deutsche Namensgebung bezüglich der fehlenden Rückenflosse kann gut sein, aber da sei auch angemerkt dass „glatt“ besonders im Norddeutschen auch in anderem Kontext verwendet wird, bei Löns gelegentlich zu lesen oder das weiter verbreitete „glatt gegangen“, was in die selbe Richtung wie die englische Namensgebung gehen könnte.
        Das üblicherweise verwendete „glatt“ ist da meines Erachtens etwas fraglich, die Mengen an sessilen Meerestieren die sich auf den Glattwalen gerne mal niederlassen und ihre Haut alles Andere als „glatt“ machen lässt mich da doch etwas argwöhneln.

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  7. Schleimaale und Neunaugen sind faszinierend und interessant:

    Menschen und Schleimaale

    Besonders für die Fischer der Grundnetzfischerei stellen Schleimaale ein Problem dar, da diese die in den Netzen gefangenen Fische angreifen und sich von ihnen ernähren. Dort, wo sie in großen Zahlen vorkommen, können sie den Grundfang fast vollständig unbrauchbar machen.
    Schleimaale spielen jedoch nicht nur als wirtschaftliche Schädlinge eine Rolle. In den letzten 20 Jahren wuchs ihre Bedeutung als Lederlieferanten stark an, und heute wird das so genannte Aalleder fast ausschließlich aus den Häuten der Schleimaale hergestellt. Aus diesem Grund sind sie in einigen Küstengebieten zu begehrten Fangfischen geworden. Vor allem an der Westküste Nordamerikas und den asiatischen Küsten sind ihre Bestände daher bereits massiv zurückgegangen. Besonders der bis 60 cm lange Eptatretus atami an den Küsten Japans, Taiwans und Südkoreas ist sehr begehrt und entsprechend gefährdet. In Korea werden Schleimaale zudem gegessen.
    In den letzten Jahren gerieten Schleimaale in den Fokus des Interesses für genetische Analysen, welche die Verwandtschaften unter Chordatieren untersuchen. Kürzlich wurde zudem entdeckt, dass der Schleim, den Schleimaale abgeben, strukturell einzigartig ist, da er reißfeste, fadenförmige Fasern enthält, die chemisch gewisse Ähnlichkeiten mit denen der Spinnenseide aufweisen. Forscher suchen heute nach einer möglichen Verwendung des Inhaltsstoffes dieses Gels oder ähnlich aufgebauter synthetischer Gele. Potentielle Anwendungsgebiete wären neue biologisch abbaubare Polymere, Gele als Füllmaterial und Mittel, um Blutungen bei Unfallopfern und Chirurgie-Patienten zu stoppen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Schleimaale

    Im Abyss gibt´s Abendessen:^^

    Also ich weiß nicht, finde Zweibeiner ohne Federkleid im Allgemeinen um einiges widerlicher!

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    1. altrghtcrsdr

      Synchronizität!

      Habe mir gestern eine Doku über das Enstehen Europas auf dem Leeerer-Leib-und-Magen-Tschännel arte angeschaut. Im Besonderen ging es da um das Entstehen der ersten europäischen Landmasse, aus der sich u.a. Schottland manifestierte.
      Latürnich nicht ohne viel Klimbim und Tschingderassabumms, also mit CGI und PHANTASIE-ANIMATIONEN urzeitlicher Viehcher, muss sich ja richtig einbrennen in den gelb-braunen Nervenklumpen. Brachial mit GAFF und STAUN reingerotzt und übermorgen ist wieder alles vergessen.

      Meine Fresse, früher musste ich mich durch fetteste Wälzer Kleingedrucktes durchkämpfen um meine private Neugier nach Geologie zu stilen. Unvergessen „Das Gesicht der Erde“, Hrsg. Prof. Dr. Neef, Frankfurt a. Main, 1981.

      600 Seiten in Times New Roman 5,5

      Welten entstanden auf meiner Inneren dreidimensionalen Weltkarte und hie und da blitzte auch mal ein Lämpchen auf 😉 Die Imaginations- und damit Willenskräfte wurden geschult, wie jeder Namenstänzer weiß. Dann und wann skizzierte Grafiken, latürnich monochrom, Schraffur und Linie, that was all.

      Heute undenkbar.

      Naja, jdnfls. wird auch dort das SIEBENAUGE vorgestellt, ein Viech, mir völlig unbekannt. FASZINIEREND! Sicherlich ein Einfaches, mich auf dem Gebiet der Biologie zu beeindrucken. Meine Kenntnisse der Biologie redzuieren sich auf das Errechnen des weiblichen Fruchtbarkeitszyklus, just kiddin^^
      Hatte sehr früh BIO abgewählt. Not my business. Schon damals leuchtete das UNGEMACH einer WELTWEITEN CRISIS hervor, da ging es noch um FCKW, aber auch der TREIBHAUSEFFEKT ließ aufhorchen und die ersten VERSCHULTEN trugen „SAVE THE RAINFOREST“ T-shirts. Ja, den hätte Mann wirklich retten sollen, wo doch heute der Soja-Anbau in Monokulturen im (vlt. bald nicht mehr so ganz) highly diversified Brasilien unnachgiebig voranschreitet und für die halbnackten nicht-mehr-so ganz-edlen Indios hat es sich ja eh fast ausgetanzt.

      Aber SOJA ist ja so angesagt, wie wir ja bereits gestern sehen konnten ^^

      Und das „Save the Rainbow“ wurde durch ein „Save the Planet“-shirt ersetzt
      100%

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      1. „Latürnich nicht ohne viel Klimbim und Tschingderassabumms, also mit CGI und PHANTASIE-ANIMATIONEN urzeitlicher Viehcher, muss sich ja richtig einbrennen in den gelb-braunen Nervenklumpen. Brachial mit GAFF und STAUN reingerotzt und übermorgen ist wieder alles vergessen.“

        Von wegen! Ich habe eben auf meiner Halde ein Dokument zu FRANKSTEINs MINDMAP-MATRIX gefunden, dass mir doch zu schade für den Müll ist und es verdient, dem Vergessen entrissen zu werden! Sozusagen FRANKSTEIN UNVAILED, ein echter Augenöffner!

        Aber überhaupt: RAINFOREST? FCKW? Du junger Hüpfer, mir hat man schon weiland mit GLOBAL2000 und einer neuen Eiszeit PANIK zu machen versucht, und das ERFOLGREICH!!! Und ja, FCKW, seit die weg sind, sind auch die Ozonlöcher gestopft, während der Hautkrebs erst so rischtisch zur Hochform aufläuft, insbesodere der „weiße“ – auch der Erzähler musste sich schon demütig AKTINISCHE KERATOSEN von der weißen Alabasterhaut wegkratzen lassen, jaja, „gesunde Bräune“ und so. Beim gefürchteten „schwarzen“ Hautkrebs hingegen ist eine Verbindung mit UV-Strahlung immer unwahrscheinlicher, zumal der gerne an Köperstellen auftaucht, die eher sonnenabgewandt sind.

        „Sicherlich ein Einfaches, mich auf dem Gebiet der Biologie zu beeindrucken. “

        Sicherlich was dran. Augenscheinlich schafft das ja schon ein berüchtigter Scharlatan mit seinen „fünf biologischen Naturgesetzen“…^^

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        1. Btw.: Der selbsterklärte Fitness-Papst Uli Strunz, der aber immer wieder interessante Sachgeschichten bringt, hat mal verlautbart, dass Soja zu Unrecht schlecht gemacht werden würde, und man sich vielmehr fragen müsse, war da dahinterstecke. Da Soja tatsächlich viele segensreiche Eigenschaften habe, vermutete Strunz hier ein faules Spiel der üblichen Verdächtigen (Pharma-Industrie usw.). Er konnte das alles ganz gut belegen, unter anderem durch den Nachweis, wie mies die „Studien“ zuammengeschustert seien, die angeblich einen Zusammenhang zwischen Soja und, ich glaube, Brustkrebs konstruierten. Tatsächlich wäre Soja krebshemmend, was sich auch dort bemerkbar mach, wo man viel Soja esse.

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  8. Ich hatte ja schon mehrere Versuche unternommen, die besagte Doku über den Grönlandwal und seine sagenhafte Nicht-Alterung zu finden, die aber jedesmal erfolglos waren, so auch hier:

    Nein, die Doku die ich meine war zwar auch irgendwie typisch Dreisatt/Arte-mäßig, aber viel ansprechender gemacht, hatte einen fulminanten Sprecher und, vor allem, nicht schon nach einer Minute und zweinundvierzig Sekunden beim „Klimawandel“ angekommen,der den Grönlandwal zwinge, sich neue Lebensräume zu suchen, ihn also zum „Klimaflüchtling“ mache, ihr ahnt es…., sofortiger Ausstieg. Während sich die Doku die ich meine vor allem ehrfürchtig und demütig mit dem biologischen Phänomen des scheinbar unendlich langlebigen und alterslosen Tieres beschäftigte, wird das hier nur zur Grundlage für menschelnde Herz-Schmerz-Scheiße benutzt: „Begleiten sie den Grönlandwal auf seiner langen Reise von der Geburt im achzehnten Jahrhundert über das Jahrhundert der Weltkriege hinein in den Klimawandel“, oh Mann! Die faszinierende Biologie wird einfach als gegeben abgeheftet und mit dem üblichen Propagandagift gestreckt! Ekelhaft! Da ist der Schleimaal auf seine Weise schon wieder schön und anmutig dagegen.

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