Tod im Atlantik: Die deutschen Auswanderer der „Love and Unity“

„White Slavery“ und „Coffin-Ships“ sind dem Erzähler zwar schon länger nicht unbekannt, aber dieses Grauen, diese Perfidie – das sollte man gelesen haben!

MORGENWACHT

Von Christina Krätzig, erschienen im GEO-Juniheft 2013.

Einem Geisterschiff gleich schlingert die „Love and Unity“ („Liebe und Einheit“) durch die Dunkelheit. Kein Steuermann hält sie vor dem Wind. Die Segel schlackern, Böen und Wellen treiben hier, weit draußen auf dem Atlantik, mit dem Zweimaster ihr Spiel. Kein Kapitän blickt prüfend in den Sternenhimmel, menschenleer ist das mondbeschienene Deck in dieser Novembernacht den Jahres 1731.

Im Frachtraum aber drängen sich hundert Elendsgestalten aneinander. Emigranten aus der Pfalz, aus Baden und Württemberg, die meisten nehmen schon nicht mehr wahr, dass ihr Schiff keine Fahrt macht. Sie spüren nur noch den Schmerz in ihren Bäuchen, den nahenden Hungertod.

Die „Love and Unity“ ist ein Schiff der Verdammnis, ein Fliegender Holländer auf einer Reise, die kein Ende nehmen will. Länger als ein Vierteljahr ist sie ihren Passagieren ein Gefängnis auf See. Dabei hat die Fahrt nur vier bis sechs Wochen dauern sollen, so…

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11 Gedanken zu “Tod im Atlantik: Die deutschen Auswanderer der „Love and Unity“

  1. The HORROR! The HORROR!

    Und perfide im Wortsinne. Das Wort wird ja mittlerweile in allen möglichen Zusammenhängen gebraucht, geht aber auf das lateinische „perfidus“ zurück, was „treulos“, „niederträchtig“, „wortbrüchig“ bedeutet. Hier auf eine Art, die sich kaum noch steigern lässt, aber eine logische Konsequenz der Abwertung und letztlich Entmenschlichung des Gegenübers darstellen kann. Sicherlich kann (((gruppenstrategisches))) dergleichen begünstigen und fördern, aber ist wirklich immer nur „der Jutt“ ganz alleine schuld?

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  2. Auf jeden Fall sollten sich das mal all jene zu Gemüthe führen, für die immer „die Demokratie“ das Grundübel darstellt und die dabei von eisernen Zeiten des Adels und des Imperialismus als hohe Zeit der Weißen Rasse träumen. Die kritischen Artikel und Kommentare zu dieser Thematik im allgemeinen auf Morgenwacht sind überhaupt sehr zu empfehlen, genauso wie die über die Perfidie der gegenwärtigen „patriotischen“ Regierungen von Russland und Ungarn über Austria bis zu den USA. Aber was soll´s, ist eh Hopfen und Malz verloren bei gewissen Chargen.

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    1. Genau! Bin da ganz bei Dir, Lucifex!

      Lucifex / April 11, 2019

      Heute auf orf.at:

      Neue Recherchen zu Identitären in Österreich

      Die ZIB2 hat Einsicht in Ermittlungsakten und Namenslisten von Identitären bekommen. Das Spendenaufkommen dürfte zuletzt mehr als 700.000 Euro betragen haben.

      Das habe ich mir doch gleich gedacht, daß die Bullen bei der Hausdurchsuchung in Sellners Wohnung massenhaft Infos über Mitglieder abgegriffen haben werden.
      Und Sellner hat sich in den Tagen nach dieser Hausdurchsuchung ganz cool und unbeeindruckt gegeben. Aber für die vielen ganz normalen, ethnopatriotischen IBÖ-Mitglieder, die jetzt vom Radar des (((Systems))) erfaßt wurden, können daraus Schwierigkeiten resultieren, auch wenn sie nichts strafrechtlich Relevantes getan haben: Schwierigkeiten im Beruf bzw. bei Stellenbewerbungen, beim Erhalt von Waffenbesitzkarten, vielleicht auch einmal beim Behalten von Waffenbesitzkarten (den Reichsdeppen in Deutschland wollen die Behörden ja die waffenrechtliche Zuverlässigkeit aberkennen).

      Man sieht also, daß es unter den jetzigen Verhältnissen keinen Sinn mehr hat, im Rahmen von öffentlich bekannten Organisationen Opposition gegen das System betreiben zu wollen, wenn solche Organisationen mit derart an den Haaren herbeigezogenen Unterstellungen mit Terrorismus in Verbindung gebracht werden können, wenn das von Polizei und Justiz als Vorwand zur zwangsweisen Aushebung von Mitgliederdaten benutzt werden kann und wenn durch den hysterischen Ächtungszirkus alle prominenten Unterstützer gezwungen werden können, sich davon zu distanzieren.
      A propos: Es bereitet mir ein grimmiges Vergnügen, wie die FPÖ jetzt vom Kurz-System vor sich her getrieben und zum Distanzierungsreigen gezwungen wird, wie Strache einknicken und bezüglich der IBÖ öffentlich erklären mußte „Mit solch einer Gesinnung wollen wir nichts zu tun haben!“, worauf er schon von etlichen im Internet als schändlicher Verräter beschimpft wurde, und wie jetzt die Strache-Spitzenpartie alle nachgeordneten FPÖ-Politiker zum Einknicken hinsichtlich ihrer IBÖ-Sympathien zwingen muß – alles, um ihre Posterln im Kurz-Regime behalten zu können. Und es ist noch kein Ende in Sicht: ständig deckt die Journaille aufgeregt weitere Verbindungen oder frühere Sympathiebekundungen von FPÖ-Funktionären für die Identitären auf.
      Das haben sie jetzt davon: Wenn die FPÖ noch Oppositionspartei wäre, dann könnte sie – vorausgesetzt, Strache wäre ein volkstreuer Ehrenmann und nicht der würdelose Wurm, der er ist – eine öffentliche Debatte darüber austragen, was denn so schlimm und „rechtsextrem“ (oder wie Kurz sagte, „widerlich“) an den Positionen der Identitären sein soll, und ob das nicht vielmehr großteils Sachen sind, die die meisten Österreicher wollen.
      Die FPÖ lernt es halt leider nie, auch nicht nach dem Reinfall von Haider und Riess-Passer mit der Schüssel-ÖVP:

      Wenn man sich mit der Plutokratenpartei ins Bett legt, dann ist man der G’fickte.

      Zur „Plutokratenpartei“:

      https://morgenwacht.wordpress.com/2018/01/16/sebastian-kurz-die-soros-connection-und-der-verrat-der-fpoe/

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    2. Schildbürger

      Ist schon sehr richtig.
      Wobei ich die Demokratieverdrossenheit angesichts dessen was sich heute selbst so nennt in gewisser Weise nachvollziehen kann, das hab ich ja im anderen Thema schon angerissen.
      Ein Kreuzchen für irgendein von irgendwelchen Vereinen geschnürtes Gesamtpaket zu setzen und der Dinge harren zu müssen ist ganz schlicht keine Herrschaft des Volkes.
      Dazu kommt halt dass es in der Natur der Sache liegt dass je mehr Leute man auf einen Haufen wirft es umso schwieriger wird für alle akzeptable Lösungen zu finden.

      Demokratie, Republik und wie sie alle heißen sich grundsätzlich ja nichts Falsches, eher im Gegenteil.
      Man sollte sich aber vor Augen halten dass solche Staatsformen in für heutige Maßstäbe genommen Kleinstädten entstanden sind.
      Eine naheliegende Lösung für heutige Verhältnisse wäre da verstärkte regionale Selbstverwaltung und weniger Zentralstaat. Weitere Ansätze gibt es mehr als genug, aber das würde wohl den Rahmen jetzt sprengen.
      Da kann man sich von den frühen USA, der Schweiz oder dem zweiten Reich sicher das Ein-oder Andere abschauen, ohne jetzt direkt das komplette System kopieren zu müssen.

      Die Bildung der europäisch geprägten Nationalstaaten war ja wenn man es so will die (in verschiedensten Formen und Ausprägungen) Brechung der zu diesem Punkt doch recht uneingeschränkten Vorherrschaft von Adel und Pfaffen welche sich schleichend herausgebildet hatte.
      In gewisser Weise zurück zu den tribalistischen Wurzeln, nur in etwas größer.
      Diese Entwicklung hatte ihren Grund. Das sieht aber leider manch einer nicht.

      PS:
      Ich hab vielleicht sogar das Geo-Heft mit dem Originalartikel noch irgendwo rumliegen.
      Hab früher stundenlang in einem Stapel alter Geo-Hefte die ich mal vermacht bekommen habe schmökern können und hab mir die ein-oder andere neuere Ausgabe noch zugelegt.
      Aber auch die sind längst voll im Vielfaltssingsang mit dabei.
      https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/696-rtkl-martin-schoeller-deutschlands-neue-gesichter
      Schade drum.

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      1. Naja, eigentlich spricht man ja im Systemframe gerne von „Postdemokratie“, aber das latürnich nur auf die einem als Buhmänner verkauften Gestalten wie Putin oder Trump bezogen. Hier ist man latürnich musterdemokratisch, auch wenn, wie es der Gauckler so treffend auf den Punkt gebracht hat, der „Demos“ zunehmend zum Problem wird, im Gegensatz zu den Eliten. Halt charakteristisch, wie alle vom hiesigen System gegen seine scheinbaren oder tatsächlichen Gegner verwandten Wortkreationen das System selbst und seine Methoden treffend umschreiben, so wie auch „Fake News“ etc. Wobei der von mir nicht besonders geschätzte Norbert Bolz ziemlich richtig liegt, wenn er sagt, die „Lügenpresse“ betreibe schlimmeres als nur zu lügen, sie VERSCHWEIGE. Aber gut, kann man eben auch unter „Lügen durch Weglassen“ einsortieren.

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  3. „Ich hab vielleicht sogar das Geo-Heft mit dem Originalartikel noch irgendwo rumliegen.
    Hab früher stundenlang in einem Stapel alter Geo-Hefte die ich mal vermacht bekommen habe schmökern können und hab mir die ein-oder andere neuere Ausgabe noch zugelegt.
    Aber auch die sind längst voll im Vielfaltssingsang mit dabei.“

    Ach, das waren die doch irgendwie schon immer. GEO ist ein typisches Produkt von und für Gutmenschen, was nicht heißen soll, dass da nur Müll drin steht. Allerdings trotz der knalligen Bilder, Grafiken und gelehrt und wissenschaftlich daherkommenden Texte immer viel fragwürdiges oder gar zu populärwissenschaftliches mit dabei. Ein wie ich finde gutes Beispiel, das sich mir unauslöschlich ins Resthirn gebrannt hat, war in einer Ausgabe in den 90ern zum Thema Genetik, Gentechnik oder so. Da hatten sie ein großformatiges Bild, wo ein Bauer vor einem riesigen grau-weißen Bullen stand, der ihn an der Schulter um anderthalb Köpfe überragte. Der Text dazu lautete: „Wenn der Bulle dem Bauern über den Kopf wächst, spricht die moderne Forschung von Zuchterfolg.“ Alles klar, ne, „moderne Forschung“ züchtet Monsterkühe, GEO weiß Bescheid. Leider sah der Kenner auf Anhieb, dass es sich bei dem Stier um ein Exemplar der italienischen Chianina-Rasse handelte, welche nicht nur uralt ist und auf die Römer zurückgeht, sondern auch die großwüchsigste domestizierte Rinderrasse weltweit darstellt und als solche eine der wenigen ist, welche die Maße des ausgestorbenen Auerochsen erreichen oder gar übertreffen. Bullen können, bei einer Durchschnittshöhe von um die 1,80, bis über zwei Meter an der Schulter erreichen. Finde, das sagt einiges über GEO aus. Allerdings gibt es auch echte Highlights wie den obigen Artikel.

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    1. Schildbürger

      Muss nochmal gucken von wann die waren (war auf jeden Fall noch ein Haufen Zigarettenwerbung drinne ^^) falls ich die noch hab.
      Aber die waren doch noch etwas anders als die Neueren.
      Da wurden z.B. leicht schöngefärbte aber meilenweit ehrlichere Portraits von fremden Völkerschaften (Niloten, Südseeinsulaner, …) dargeboten als das heute der Fall ist.
      Das mit der Verschweigepresse passt da wie die Faust aufs Auge.

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      1. „Da wurden z.B. leicht schöngefärbte aber meilenweit ehrlichere Portraits von fremden Völkerschaften (Niloten, Südseeinsulaner, …) dargeboten als das heute der Fall ist.“

        Ja, das passt gut in die Entwicklungen, die ich u.a. im Dodo-Artikel skizziert habe, wonach sich die politkorrekten Schranken immer mehr verengt haben, so dass mittlerweile jede, wirklich jede, Erwähnung kultureller Eigen- und Verschiedenheiten als Rassismus geprangert werden kann. Habe aber seit gefühlten Jahrzehnten kein GEO mehr gelesen und die auch früher nie im Abo gehabt, sondern nur gelegentlich mal gekauft.

        Irgendwo auf MORGENWACHT oder im Dunstkreis davon gibt es noch so einen sehr aufschlussreichen Artikel aus GEO über islamische Sklavenjäger und deren erstaunliche Reichweite. Werde den wohl mal suchen.

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  4. Btityrscm

    Wie war das noch mit dem Vol – xxx -verletzungsding, als Benjamin (Ben) Franklin den Pfälzern Rassen- und Kulturschande und Völkermord und h6 und Shoa ungesundes Dringend vorwarf…vorgeworfen habe , hätte

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    1. Keine Ahnung, hört sich aber interessant an. Ich habe nur gehört, dass „Lederstrumpf“ bzw. der Autor James Fenimore Cooper, Pälzer Wurzeln gehabt haben soll und dass über 50% der Amis deutschstämmig sein sollen, Deutsche also die größte Immigrantengruppe in der Salatschüssel darstellen.

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