Neue Deutsche Messermode IV

Offenbarungen an der Saar

Ob mit Lanze oder Messer, immer heftig am Sticheln, der Michel!

Bild: Wikimedia

Diese Presseschau lässt den Erzähler noch demütiger werden, als er ohnehin schon ist:


Saarbrücken . Ein AfD-Abgeordneter wollte von der saarländischen Polizei wissen, welche Vornamen bei den Tätern von Messer-Delikten besonders häufig vorkommen. Das Ergebnis dürfte den Rechtspopulisten nicht gefallen.

Die im September 2018 von der Polizei vorgelegte Statistik zur Messer-Kriminalität im Saarland lässt der AfD auch ein halbes Jahr später keine Ruhe. Bei dieser aufwendigen Sonderauswertung war herausgekommen, dass im Untersuchungszeitraum von Januar 2016 bis April 2018 die mit Abstand meisten Taten, bei denen ein Messer im Spiel war, von deutschen Staatsangehörigen begangen wurden – wenn auch Syrer und Afghanen relativ gesehen überrepräsentiert waren. Erfasst wurden 1490 Strafanzeigen und Ordnungswidrigkeiten. 842 Mal war dabei der Täter ein Deutscher, 122 Mal ein Syrer, 94 Mal ein EU-Ausländer und 36 Mal ein Afghane. 289 Mal konnte kein Täter ermittelt werden.


Partei lässt nicht locker
Die AfD-Fraktion im Landtag wollte sich mit diesen Zahlen nicht zufrieden geben. Ganz offensichtlich glaubte sie, dass unter den 842 Deutschen auch zahlreiche Migranten sein müssen, die inzwischen eingebürgert sind und deshalb als Deutsche in der Statistik auftauchen. Also fragte der AfD-Abgeordnete Rudolf Müller die Landesregierung im Februar 2019 schriftlich: „Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei Vornamen?“


Keine arabischen Namen unter den Top 10
Die Polizei recherchierte in ihren Datenbanken. Die Antwort auf die Frage lautet: Ja, es gibt eine Häufung von Vornamen. Allerdings sind es andere Vornamen, als die AfD sie erwartet haben dürfte: Michael (24 Fälle), Daniel (22 Fälle), Andreas (20 Fälle), Sascha (15 Fälle), Thomas (14 Fälle), Christian (13 Fälle), Kevin (13 Fälle), Manuel (13 Fälle), Patrick (13 Fälle), David (12 Fälle), Jens (12 Fälle), Justin (11 Fälle) und Sven (11 Fälle).

https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/afd-saar-bekommt-antwort-messer-angreifer-haben-oft-deutsche-vornamen_aid-37745459


Bei der demütigen Einkehr in sich selbst wurde dem Erzähler dann aber schnell gewahr, dass das einzig Erstaunliche an diesen Daten ist, dass „Kevin“ nicht die Liste anführt, denn wie die Weisheit des Pädagogenpacks schon lange kündet, ist das kein Name, sondern eine Diagnose!

Denn der Tod ist und bleibt nun einmal ein Meister aus Deutsch-Schland, auch wenn nur wenige wissen, dass „der IS“ von hier aus nach Syrien einmarschierte und nicht etwa umgekehrt, weshalb es dann auch vollkommen logisch ist, dass wir unsere Leute wieder bei uns aufnehmen, so wie es der dicke Chabad-Golem Donnie verlangt:

In keiner Terrororganisation gab es so viele Deutsche wie im IS
Rund 1.050 Menschen sollen sich nach Angaben des Bundesinnenministeriums in den letzten Jahren aus Deutschland auf den Weg gemacht haben, um sich dem IS anzuschließen. Damit dürfte keine Organisation seit 1945 so viele deutsche Terroristen um sich versammelt haben wie der Islamische Staat.


Terroristen wie Philip B. Der damals 27-jährige ehemalige Pizzabote aus Dinslaken sprengte sich mutmaßlich im August 2014 nahe der irakischen Stadt Mosul in die Luft und nahm 20 Kurden das Leben. Oder Yannik N., dessen „Märtyrertod“ der IS am 18. Mai 2015 via Twitter verkündete. Der Mann aus Freiburg soll nahe der irakischen Stadt Baidschi einen mit 1,5 Tonnen Sprengstoff beladenen LKW in einen Kontrollpunkt der irakischen Armee gesteuert haben.


„Das führte zu Dutzenden von Toten und Verwundeten, zwei Geländewagen und ein Bulldozer verbrannten“, meldete der IS damals stolz. Oder Yamin A.-Z. Der junge Mann aus Königswinter tauchte im Sommer 2015 in einem Video des IS auf. Zu sehen ist, wie der Ex-Telekom-Azubi zwei gefesselte und am Boden kniende syrische Soldaten in den Kopf schießt. Oder oder oder…

Deutscher Terror in Nahost – mit Pizza-Philip und Telekom-Yamin

Der Erzähler wollte bezüglich der Namensgeschichte noch am Beispiel von „Mohammed“ auf den Variantenreichtum orientalischer Namenschreibung und dessen Bedeutung für Statistiken hinweisen, geht aber angesichts der Übermacht der Fuck-Facts lieber erst mal einen Eimer schwarze Milch kübeln.

7 Gedanken zu “Neue Deutsche Messermode IV

  1. altrghtcrsdr

    Philip B. Der damals 27-jährige ehemalige Pizzabote aus Dinslaken sprengte sich mutmaßlich im August 2014 nahe der irakischen Stadt Mosul in die Luft .

    Günther, Phillip und Achim sprengen sich in die Luft. Heute im Millowitsch-Theater.

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  2. Es ist ja nicht so, dass man auf Pipi komplett hirntot wäre:

    Babieca 30. März 2019 at 11:30

    Der vollständige Text dieser Passage lautet so (der entscheidende Satz gefettet):
    Erfasst wurden 1490 Strafanzeigen und Ordnungswidrigkeiten. 842 Mal war dabei der Täter ein Deutscher, 122 Mal ein Syrer, 94 Mal ein EU-Ausländer und 36 Mal ein Afghane. 289 Mal konnte kein Täter ermittelt werden. (…) Relativ nach ihrem Anteil in der Bevölkerung gesehen waren in der Liste Syrer und Afghanen überrepräsentiert.

    Dazu zwei beispielhafte Leserkommentare in der Welt:

    – „Also in 44 Prozent der Fälle handelte es sich um einen ausländischen Täter, obwohl der Ausländeranteil im Saarland gerade mal bei ca. 10 Prozent liegt. Ist das nicht die eigentlich interessante Erkenntnis des Artikels?“
    – „Das heißt also: 56,5% der Fälle war ein Deutscher verdächtig (Bevölkerungsanteil: 90%) 8,1% ein Syrer (Bevölkerungsanteil: 0,8%) 6,3% ein EU Ausländer (Bevölkerungsanteil: 5,7%) 2,4% ein Afghane (Bevölkerungsanteil: 0,3%) Ja, ich finde auch die Statistik spricht für sich. Da kann man den Artikel noch so formulieren wie man will.“

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article191024189/Messerattacken-Die-AfD-erfragt-Vornamen-der-Angreifer.html

    Zudem stellen viele klar, daß dabei munter Ordnungswidrigkeiten (z.B. Messer in Messerverbotszone dabei) und Straftaten (Messerangriff) in einen Pott geworfen werden. Eine tatsächliche Statistik über Messerangriffe gibt es nämlich nicht und nirgends und ist laut Meldung des BKA vom 4. Februar 2019 frühestens 2022 zu erwarten.

    http://www.pi-news.net/2019/03/muhammad-messer-heisst-jetzt-michael/

    Siehe auch hier:

    https://chaosfragment.wordpress.com/2019/02/18/die-neue-messermode-i/

    Die Assoziation vom Favoriten „Michael“ zum „Deutschen Michel“ kam mir allerdings recht verspätet, weil ich selbst nach NSU und allem anderen mitunter immer noch nicht fassen kann, wie dreist und zynisch man uns hier verarscht.

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    1. Sowhat 30. März 2019 at 11:37
      Gostenhofer 30. März 2019 at 11:17

      Nein! Hier wird bewusst gelogen. Es geht weder um „Messerangreifer“, noch um die Namen ALLER Kontrollierten.
      Es geht nur um die Namen der datenerfassten Deutschen, die statistisch gesehen sogar hier im Vergleich zur Gesamtbevölkerung eine geringere Rolle spielen.

      „Die meisten Messerangreifer heißen Michael“

      http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-anfrage-im-saarland-die-meisten-messerangreifer-heissen-michael-a-1260240.html

      Dort ist ein Link zur genauen Anfrage im Original. Die Medien haben hier ganz gezielt Fake News verbreitet.

      http://www.pi-news.net/2019/03/muhammad-messer-heisst-jetzt-michael/

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  3. Na, sieht so aus, als habe sich die Alternaive in bewährter Manier vorführen lassen:

    „Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei Vornamen?“ (Hervorhebung von uns). Ergebnis: Wenn man nach deutschen Tätern fragt erhält man deutsche Vornamen, wie zu erwarten. Eine unsinnige Frage, die auf den Geisteszustand der Frager schließen lässt – aber mehr noch auf den Haltungszustand deutscher Journalisten, die daraus einen generellen Freispruch für ausländische Täter abgeleitet haben. Oder wollte die AfD nur wissen, ob es unter deutschen Tätern auch „Doppelpaßbesitzer“ gibt? Jedenfalls wurde Spielraum geöffnet, um die AfD vorzuführen. Oder die eigene Unfähigkeit der Medien zu demonstrieren? Hauptsache, es paßt ins Bild – lieber Ausländer, böser Deutscher? Darüber kann man trefflich spekulieren. Nicht über folgende Fakten, die ebenfalls nur am Rande liefen: Rund 30% aller eindeutig identifizierten 1492 Verdächtigen sind Ausländer (nach Abzug ungeklärter Zugehörigkeit, was allerdings eher auf Ausländer und Flüchtlinge schlißen läßt), 122 Syrer und Afghanen – bei einem Bevölkerungsanteil von nur 9.2% Das ergibt eine vierfach höhere Messerrate als unter Deutschen. Aber wer trotz dieser Fakten nur nach Deutschen fragt – erhält auch nur deutsche Vornamen. Und alle schreiben es nach – das ist flächendeckender Relotiusjournalismus. Dabei sind die Frage wie die Erklärung der Landesregierung eindeutig:

    „Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei den Vornamen?“

    Und korrekt antwortet die Landesregierung mit den meist klassisch deutschen Vornamen der deutschen Täter. Die Saarbrücker Zeitung und in ihrem Gefolge praktische alle Medien machen daraus die Schlagzeile:

    „Messer-Kriminelle heißen Michael“

    Der Rest der Antwort wird ohnehin unterschlagen. Auch das spricht für sich.

    https://www.tichyseinblick.de/daili-es-sentials/toedliche-messer-gewalt-die-meisten-taeter-heissen-mohammed/

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  4. altrghtcrsdr

    Wie dumm muss man sein, um sich auf diese Kiste u einigen.

    Name, Staatsbürgerschaft und Datum der „Einbürgerung“ knackig einfach. Keine Ahnung, warum die Assis so ein dummes Bohai daraus machen mussten. Saarländer halt

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