Ewige Giftattacke IV: Freyas Reiteber,“Abrahams ekler Samen“ und die Jagd auf den weißen Wal!

Der im letzten Teil von „Die ewige Giftattacke“ von „Tante Lisa“, Vergiftungsopfer und des ewigen Unsichtbaren kecke Beute, als nasig-unsichtbares Stammesmitglied bloßgestellte nordische Recke „hildesvin“, dessen „Trugname“ eine Referenz an die nordische Mythologie und den gleichnamigen mythischen Eber darstellt, der der Göttin Freya als Reittier und kampfstarker Beschützer dient (siehe Abbildung), macht ganz auf grollender Arius und zieht in einem selbst erklärten Eliteblog, dem Hauptwohnsitz der „Tante“, über diese, den dortigen Blogwart und weitere Mitbewohner vom Leder:

hildesvin sagt: 14. Dezember 2018 um 0:56

Alles schön und gut, aber Tante Lisa hat einen derartigen Ratsch an der Waffel, dass es schwerfällt, der Aktion T4 (als welche ich nicht billige) nicht vielleicht DOCH etwas abzugewinnen. Du, Blogwart, hast bei mir abgegessen mit der Absonderung, das deutsche Volk hätte solches „verdient“, und Frankstein ist ein nicht satisfaktionsfähiger Hirni. Tic,tic, der Holzwurm. Oder, Tinker? Na, und (((1666)) ) – Dein Chaver bin ich wahrhaftigen G*ttes nicht. Abrahams eklen Samen zu schmähen, wird mir eine Lust sein, solange ich atme.

https://vitzlisneuer.wordpress.com/2018/12/13/die-usa-halten-teile-von-syrien-besetzt-ja-klar-mit-unserer-hilfe/#comments

Oy Vey! Naja, mit einigem hat er ja nicht unrecht, meine ich zumindest. So ist es durchaus nachvollziehbar, wenn jemand bezüglich Kalkstein und Lisa zu diesen Schlüssen kommt. Allein der „Blogwart“, wohl ein gnadenloser aztekischer Herzbube, kommt nicht erst seit gestern zu solch resignativen Schlüssen über „das deutsche Volk“, auch der kalkige Frankstein häuft dort mindestens seit den Zeiten des alten Testaments derart rostigen Hirnschrott und klumpige Textgewölle an, dass man das schon als Beweis für die Nichtexistenz eines „wahrhaftigen G*ottes“ (Kampfsau) ansehen kann. Aber dass das kleine Schweinchen offensichtlich eine etwas längere Leitung hat, wäre nun für sich nicht sonderlich der Rede wert – „Tic,tic, der Holzwurm.“ (Ebd.).  

Zu denken geben vor allem die letzten beiden Sätze:

„Na, und (((1666)) ) – Dein Chaver bin ich wahrhaftigen G*ttes nicht. Abrahams eklen Samen zu schmähen, wird mir eine Lust sein, solange ich atme.“

Wie man sieht, unterscheidet sich der Waffelratsch des Keilers nur graduell von dem, den er bei der Tante ausgemacht zu haben meint! Dies lässt den aufmerksamen Leser durchaus gelinde an der Berechtigung des Reitebers zweifeln, sich bei der Bewertung des Geisteszustandes anderer allzuweit aus dem Fenster zu lehnen! Allerdings hat es auch eine gewisse Dramatik, etwas von schicksalhafter Getriebenheit durch unstillbaren Hass, weshalb eurem demütigen Erzähler bei der Lektüre sofort selbiges in den Sinn kam:

Ahabs letzte Worte, eher er, gefesselt an sein Hassobjekt, in die Tiefe gerissen wird:

„BIS AN DEN RAND DER HÖLLE JAGE ICH DICH, MIT MEINEM LETZTEN ATEMZUG SPEIE ICH DIR MEINEN HASS ENTGEGEN….“

Wobei: Ist „Moby Dick“ nicht „antiweiß“? – warum, dürfte auf der Hand liegen, und das nicht nur wegen des anomalischen Pottwals! Man bedenke etwa die berühmte Szene, noch zu Beginn, wo sich der Erzähler Ismael in einer Schenke einquartiert und sein Lager mit einem Harpunier teilen muss, der sich dann als dunkler, wilder Kopfjäger aus der Südsee entpuppt. Nach anfänglichem Erschrecken wird man schnell „warm“ und kuschelt zusammen im Bettchen – hier könnte man also durchaus schon Ansätze zur „Homo-Agenda“ erkennen! Und dann noch Ismaels Fazit: Lieber das Bett mit einem nüchternen Menschenfresser teilen, als mit einem betrunkenen Christenmenschen! War also Melville gar ein (((Unsichtbarer))), der sein Scherflein zur „(J)NWO“ beigetragen hat? Oder wollte er, im Gegenteil, als rassebewusster „White Nationalist“, vielmehr vor dem verderblichen Einfluss der „Unsichtbaren“ und den Folgen eines „White Genocide“ warnen? Schließlich sind unter Ahabs Kommando Menschen aller Rassen vereint, die auf der fanatischen Jagd  auf den weißen Wal als Werkzeuge von Ahabs Hass ihr Verderben finden – bis auf einen, der überlebt, um davon zu künden! Klar, „who asked you to survive,  Moby Dick?“ – aber das Ende von „Big Bad Whitey“ reißt auch alle anderen mit in den Strudel des Untergangs! Und dann die Worte des besonnenen, braven und gewissenhaften Quäkers und ersten Steuermannes, Starbuck, an Ahab, die sich mir seit Kindheitstagen ins Resthirn gebrannt haben:

„Wozu Rache an einem Tier ohne Verstand, das nur in NOTWEHR gehandelt hat?“

(So allerdings nur in der Verfilmung von John Houston mit Gregory Peck, die den Stoff der Romanvorlage doch arg versimpelt.)

Überhaupt könnte man sich kopfschüttelnd von derlei müßig-albernen Gedanken abwenden, der Kenner weiß hingegen, dass in der Welt der Reiteber, Schwertärsche und Morgenwächter derartige Überlegungen kalter und blanker Ernst sind.

Doch obwohl Chaver Hildesvin eindeutig  Züge des rachsüchtigen Ahab zeigt, sehe ich demütiger Erzähler hingegen wenig Anlass, mich mit dem weißen Wal zu identifizieren, eher mit Cervantes Windmühlen, oder wenn schon „Moby Dick“, dann mit „Ismael“, dem auserwählten Verkünder:

Nennt mich Ismael: Melvilles Erzähler gibt sich den Namen eines Vertriebenen und Entrechteten. „Ismael“ (hebr. „Gott hört“) ist der Sohn Abrahams mit seiner „ägyptischen Magd“ Hagar, der ein Engel prohezeit: „Er wird ein wilder Mensch sein; seine Hand wider jedermann, und jedermanns Hand wider ihn; und wird gegen [zum Trotz] alle seine Brüder wohnen. “ (1. Mose16:3 und 12). Als Abrahams Frau Sara später Isaak gebiert und Ismael als „Spötter“ empfindet, fordert sie: „Treibe diese Magd aus mit ihrem Sohn; denn dieser Magd Sohn soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak.“ Widerwillig verstöß Abraham, der Ahnherr des israelitischen Gottesvolks, Mutter und Sohn. (1. Mose 21:9-21). Wichtiger ist freilich die Tatsache, dass nach islamischer Tradition Ismael als Stammvater der Araber gilt. Daher war der Name (wie der des bösen Königs Ahab) auch in Nordamerika nicht gebräuchlich. In der englischsprachigen Literatur markiert er die Figur des Ausgestoßenen: „Wie Ismael“, schrieb Lord Byron, „war meine Hand wider jedermann, und jedermanns Hand wider mich.“

(Anmerkungen von Daniel Göske zu Hermann Melville, „Moby Dick-neu übersetzt von Matthias Jendis“, München 2003 in ebd. S. 930).

Auch Cormac McCarthys sagenhaftes Werk „Die Abendröte im Westen“/“Blood Meridian“ hat also eindeutig in der Figur des „Jungen“ ein Ismael-Motiv:

Er bezieht ein Zimmer über dem Hinterhof eines Gasthauses; nachts kommt er wie ein Fabeltier nach unten und kämpft mit den Matrosen. Er ist nicht groß, hat aber große Fäuste, große Hände. Seine Schultern sind schmal. Hinter den Schrammen wirkt das Kindergesicht noch merkwürdig heil, der Blick noch sonderbar arglos. Sie kämpfen mit Händen und Füßen, mit Flaschen und Messern. Alle möglichen Rassen, alle möglichen Nationalitäten. Männer deren Sprache wie das Knurren von Affen klingt. Männer die aus  so entlegenen, fremden Ländern kommen, daß er, wenn sie blutend vor ihm im Staub liegen, das Gefühl hat, daß sich hier die ganze Menschheit gegen ihn wehrt.

Passt doch. Und das mit Abrahams Samen kommt auch hin.

Also: Nennt mich Ismael!

 

Ein Gedanke zu “Ewige Giftattacke IV: Freyas Reiteber,“Abrahams ekler Samen“ und die Jagd auf den weißen Wal!

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